Guten Abend, Freunde des gepflegten schlechten Wortspiels! (Und bei allen anderen entschuldige ich mich für den Titel.) Wie wir alle wissen, liegen mittlerweile fast zwei Wochen zwischen dem Jetzt und dem dem last-second-Heimsieg gegen Aue. Und wie vor einer Woche angekündigt, will ich nun versuchen, mit einem etwas kürzerem Beitrag euch ein wenig auf das Spiel am Sonntag vorzubereiten – und dazu muss erstmal erwähnt werden, dass auch das Spiel gegen Fortuna zu einem echten Härtetest werden wird!

Das nächste Spiel: Fortuna Düsseldorf – SpVgg Fürth

Düsseldorf – SpVgg Fürth

Zuletzt in Düsseldorf. Bildquelle: SpVgg-Fuerth.com

Denn Fortuna Düsseldorf hat bisher in fast jedem Spiel der Saison vor allem durch eines überzeugen können: Sehr konsequente und qualitative Defensivarbeit. Wenn man mal von den ersten 13 Minuten in Sandhausen absieht, in denen die Fortuna zwei Tore kassierte und Vogelwild agierte, war es bisher keiner Mannschaft möglich, ein Tor zu erzielen. Kombiniert mit der allseits bekannten Schwäche unserer Mannschaft vor dem gegnerischen Tor wird wohl kaum damit zu rechnen sein, dass die Spielvereinigung gegen die Düsseldorfer hoch gewinnt. Doch auch andersrum ist es nicht minder mager in der Ausbeute: Gegen Sandhausen konnte Düsseldorf durch einen eigenen Treffer und ein Eigentor ein Unentschieden retten, gegen Stuttgart konnte immerhin ein Elfmeter verwandelt werden, gegen Kaiserslautern ging es Torlos aus. Heraus sticht hier das Pokalspiel in Rostock, die Tore hier fielen jedoch nach Ecken (2:0), und eine Flanke in die Mitte beim Stand von 2:0, als Rostock nach vorne zu verschieben begann. Dass dem so ist, mag allerdings überraschen, immerhin hat die Fortuna sich im Sommer (per Leihe) mit dem ehemaligen Torschützenkönig Rouwen Hennings verstärkt, und auch Ilhas Bebou sollte nicht zu unterschätzen sein. Und trotzdem zeigte sich in allen Spielen bisher, dass der erfahrene Friedhelm Funkel die Konzentration auf die Defensive gelegt hat. Und damit komme ich zur größten Auffälligkeit vor dem Spiel am Sonntag:

Bei dieser Begegnung treffen vor allem zwei Philosophien aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Während unsere Spielvereinigung auf den bekannten und – meiner Meinung nach – durchaus begeisternden schnellen Offensivfußball setzt, bei dem junge und hungrige Spieler zum Zuge kommen, ist die Fortuna ein Gegenteil dessen: Mit viel Erfahrung will man über defensive Stabilität zum Ziel kommen. Dies wird allein aus der Durchsicht der Startformationen ersichtlich: Während nur der FCN und 1860 München ältere Aufstellungen in der Liga hatten als Düsseldorf, liegen wir gerade nach dem Ausfall von Jurgen Gjasula am jüngeren Ende der Durchschnittsalter. Und auch der Kader der Düsseldorfer gibt dies her: Rouwen Hennings, Axel Bellinghausen, Lukas Schmitz, Oliver Fink, Julian Schauerte, Adam Bodzek, Alexander Madlung, Michael Rensing – all diese Spieler haben jahrelange Erfahrung in der (2.) Bundesliga, und all diese Spieler – außer Hennings – passen perfekt in das Konzept von Funkel, und all diese Spieler zeichnen sich eher durch kämpferische und zweikampftechnische Qualitäten aus, denn durch hohe fußballerische Qualität. Dagegen stehen beim Kleeblatt die spielstarken Zulj, Narey, Kirsch, Dursun, Tripic, Berisha, Franke – und an diesen Akteuren wird es liegen, gegen die Defensivreihe der Fortunen passende Mittel zu finden, um den Sieg nach Fürth zu bringen. Immerhin wäre dies der erste Sieg in Düsseldorf seit dem 16.06.1929, als man beim allerersten Aufeinandertreffen 5:1 in Düsseldorf gewann – doch realistischer betrachtet, liegt der Fokus vor allem darauf, nicht in Düsseldorf zu verlieren. Das mag jetzt auf den ersten Blick negativ klingen, und dennoch vertrete ich diese Meinung begründet: Wenn die Spielvereinigung in der bisher bekannten Art agiert, dann wird es für die Fortuna einfach möglich sein, über Spieler wie Bebou und Hennings mit Kontern erfolgreich zu sein – dahingehende Qualitäten zeigte Düsseldorf bereits. Dass es dennoch nötig ist, entsprechend Offensiv zu agieren, um gegen die gute Verteidigung überhaupt zu der nötigen Anzahl Torchancen zu kommen, die unsere Spielvereinigung für den Torerfolg benötigt., macht die Aufgabe für Ruthenbeck und die 11 auf dem Platz zwar nicht einfacher – aber ein Härtetest heißt nicht so, weil er einfach ist. Und noch aus einem anderen Grund ist es wichtig, nicht zu verlieren: Nur fünf Spieltage liegen zwischen dieser und der nächsten Länderspielpause. Und nach dem Spiel in Düsseldorf beginnt ohnehin eine Woche, an deren Ende das Spiel gegen Würzburg und am Dienstag darauf bereits das Derby in Nürnberg ansteht. Und wiederum nur 3 Tage später geht es erneut um 3 Punkte, wenn der SV Sandhausen zu Gast ist. Diese vier Spiele – abgerundet wird diese Phase durch das Auswärtsspiel in Stuttgart – könnte Weichen stellen für die komplette Saison, und wenn man mit mindestens einem Punkt aus Düsseldorf es schafft, diese vier oder fünf Spiele ungeschlagen zu absolvieren – und dazu hat das Team die Qualität – dann ist der Saisonstart nach Maß perfekt. Soll nicht heißen, dass ich nicht befürworte, wenn das Team auf Sieg spielt – doch die bisherigen Spiele in Düsseldorf lehrten mich, dass ein Punkt aus der Landeshauptstadt NRWs genug sein dürfte. Umso besser natürlich, sollte die 87 Jahre andauernde Durststrecke der SpVgg am Sonntag enden – und, um den Titel noch einmal aufzugreifen – mit ein wenig Glück sehe ich uns durchaus in der Position, die drei Punkte aus Düsseldorf zu entführen.

Mein Tipp: Düsseldorf 1:1 SpVgg Fürth

Gegnerstatistiken:

Bilanz: 7 Siege, 6 Unentschieden, 9 Niederlagen, Torverhältnis: 33:28

Letztes Spiel: SpVgg Fürth 3:1 Fortuna Düsseldorf (2. Bundesliga 17.04.2016)

Aktuelle Form: Kleeblatt: –SNS; Düsseldorf: –USU

Tabellenplatz: Kleeblatt: 4; Düsseldorf: 7

Meine Wunschaufstellung:

Megyeri; Gießelmann, Franke, Caligiuri, Narey; Kirsch, Hofmann; Zulj; Tripic, Dursun, Berisha.

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