Servus, Kleeblattfans. Nachdem zuletzt ja die Freude ob eines Heimsieges überwogen hatte, bleibt mir heute nur festzustellen, dass das Spiel am Sonntag „typisch Düsseldorf Auswärts“ war. Wie gefühlt jedes Spiel in Düsseldorf war es geprägt von Mittelfeldgeplänkel und – drastisch ausgedrückt – Langeweile. Und auch im 9. Spiel konnte man nicht in der Esprit-Arena gewinnen, und auch dieses Mal hat man lange geführt und den Sieg eigentlich verdient gehabt. Aber die Ursachen sind klar ersichtlich, und ich möchte Versuchen, euch einerseits diese Ursachen nahezulegen – und andererseits ein wenig auf das Spiel gegen Würzburg eingehen.

Das letzte Spiel: Fortuna 1:1 Spielvereinigung


Robert Zulj ging es hier wohl wie allen Fürthern. Bildquelle: Spielvereinigung Fürth

Denn chronologisch betrachtet muss man bereits in der Anfangsphase feststellen: Der Spielvereinigung war es nicht möglich, das altbekannte Spiel mit kurzen, schnellen Pässen in die Spitze aufzuziehen – was jedoch nicht daran lag, dass man es nicht versucht hätte. Mit kurzen, lockenden Pässen in den hinteren Reihen hat man kontinuierlich und geduldig gewartet, ob man die Düsseldorfer Spieler aus der Defensive locken kann. Wenn dies nicht funktioniert hat, hat man den Ball wieder eine Station zurückgespielt, und das ganze Spiel begann von vorne. Das Problem an der Sache – wobei, es waren eher zwei Probleme: Einerseits sprangen die Düsseldorfer Spieler nicht ein einziges Mal wirklich darauf an. Wo sich in den bisherigen Spielen immer wieder Räume auftaten, war gegen die defensive Sicherheit von Fortuna kein Kraut gewachsen. Und andererseits:

Gerade in den ersten 15 Minuten des Spieles haben die Spieler des Kleeblatts sich selbst mehr verunsichern können als die Spieler der Fortuna, immer wieder gab es unnötige Fehlpässe, seltsame Fehler. Natürlich muss man sehen, dass das eine teilweise in enger Verbindung mit dem anderen steht – und dennoch ist dies leider bekannt aus dem Spiel gegen Aue und muss verbessert werden. Dann etwas für das Kleeblatt Ungewohntes: Obwohl die Spielvereinigung behäbig spielte wie noch nie in diesem Spieljahr (selbst in den schwachen Phasen gegen Aue und Hannover war man agiler), hatte man mit der ersten größeren Chance gleich das Tor erzielen können, wenn auch unter Hilfe von Torwart Rensing. Symptomatisch war zwar, dass das Tor nach einem Standard fiel – doch das war und ist eigentlich auch egal, immerhin war das Kleeblatt dieses Mal effektiv in der Chancenverwertung. In der Folge des Tores war das Kleeblatt kurz besser – unter anderem mit einer Chance von Zulj – doch Gefahr ging nur von Fernschüssen oder Standards aus. Und – normalerweise verliere ich hier viele Wörter über verschiedene Phasen des Spiels, aber vom Tor bis zum Gegentor war das Spiel nur eine Phase: Geplänkel. Wie von mir vorausgesagt (man darf es ja anmerken ;)) stand die Fortuna sehr defensiv konzentriert und geordnet – ohne Zweifel mit einer hohen defensiven Qualität. Auf Kosten derer ging aber jeder Ansatz von Offensive, die Düsseldorfer Taktik stand den Fortunen selbst im Weg – und unsere Akteure in Grün, und diese lösten diese Aufgabe sehr lange sehr gut! Man hat es geschafft, durch geschicktes Verteidigen lange den Düsseldorfern aufzuzeigen, dass man sowieso nicht zu einem Tor kommen. Darüber hinaus vergaß man aber das selbst agieren, und Konterversuche endeten kläglich – so man es denn wagte, was nicht allzu häufig war.

Verständlich mag man denken, denn mit einer pomadigen Fortuna hatte man selbst ja auch kaum Gefahr zu befürchten – wenn man selbst es geschafft hätte, die Konzentration aufrecht zu erhalten, offensiv und vor allem defensiv – was jedoch misslang. Schon seit einiger Zeit sank der Laufaufwand, und Düsseldorf durfte näher an das Tor rücken (wo dennoch schnell Schluss war.) Und dann, in der 78. Minute, verliert erst Freis – der erneut vollkommen Blass war – den Ball leichtfertig an die Fortuna, doch viel mehr war danach in der Hintermannschaft allgemein die Gegenwehr zu gering. Mit wenigen und kurzen Pässen konnte die Fortuna dieses eine Mal mit wenig Mühe vor das Tor kommen, und eiskalt das Tor zum 1:1 erzielen. Und danach passierte so wenig, dass es auf beiden Seiten keine ernste Gefahr mehr gab.

Die Frage, die sich mir nun direkt nach dem Spiel stellte war, wie man sich dieses Spiel nur so entgleiten lassen könne. Doch die Antwort habe ich ja letzten Endes schon gegeben: Durch die Nicht-Aktivität der Düsseldorfer nach vorne, aber die dafür ständig aufrecht erhaltene Ordnung in die Defensive war es schlicht nicht Nötig, selbst zwingend in die Offensive zu gehen. Und wie ebenfalls schon gesagt, man kann schon so spielen, aber – und hier komme ich zur eigentlichen Ursachenforschung – man muss defensiv konzentrierter bleiben! Und hier scheint sich leider ein Muster anzubahnen: Auch gegen Aue ließ man beim Stand von 2:0 die Konzentration missen, und beim Spiel gegen den TSV 1860 deutete sich ähnliches zumindest an. Mein Appell an die Mannschaft ist daher dieses mal kein Aufruf zur besseren Chancenverwertung – das wird ja irgendwann eintönig – sondern richtet sich an die Defensive: Die Konzentration muss über 90 Minuten hinweg höher werden! Die Viererkette macht ihren Job gar nicht so schlecht – selbst mein „Freund“ Gießelmann macht seine Aufgabe ordentlich – doch man sollte so schnell wie möglich auch bis in die Spielendphase hin stets Aufmerksam und konsequent Arbeiten! Ansonsten wird es auch anderen Teams gelingen, dies Auszunutzen – denn hier könnte sich ein eklatanter Schwachpunkt abzeichnen. Dass das Offensivspiel nicht zustande kam will ich gar nicht so sehr bemängeln, immerhin ist es auch Fortunas hoher Defensivqualität geschuldet, dass die Offensive nicht zur Geltung kam – und zumindest in Ansätzen sah man, dass man durchaus ein Offensivspiel aufziehen hätte können, wenn man nur wirklich gewollt hätte.

Und so ist das Spiel in Düsseldorf – und damit greife ich den Titel erneut auf – verlaufen wie jedes Spiel, das ich in Düsseldorf verfolgen konnte. Die Spielvereinigung war eigentlich das bessere Team, und am Ende gewinnen wir doch nicht. Auch letzte Saison war das Spiel erstaunlich eingeschlafen, bevor Ya Konan sehr spät das 1:0 für Fortuna erzielte. Und in der Relegationssaison – nach einem Freistoß von Trinks gewinnt Düsseldorf in der Schlussphase durch einen Doppelschlag 2:1. Lediglich das 3:3 fällt dabei leicht aus der Spur – aber immerhin kann man nun das jährliche nicht-gewonnene Auswärtsspiel in Düsseldorf früh in der Saison abhaken und sich nun der nächsten Aufgabe widmen: Dem Heimspiel gegen die Würzburger Kickers. Was von mir für das Spiel gegen Würzburg jedoch noch gesagt werden muss ist, dass Zlatko Tripic nun endlich für Sebastian Freis starten sollte – dieser hatte erneut kaum Spielanteile und Aktionen, das auffälligste war dabei der Ballverlust vor dem Gegentor – Aber das ist Ruthenbecks Job, und ob er das umsetzt, werden wir früh genug sehen.

Das nächste Spiel: Spielvereinigung – Würzburger Kickers


Stadion am Dallenberg – aus Ermangelung eines fürter Fanfotos aus Würzburg. Bildquelle: Stadionwelt

Und früh genug ist dabei keine Phrase. Denn schon in nur zwei Tagen (von heute an) gibt es im Ronhof wieder Zweitligafußball zu bestaunen – und zwar das Duell gegen den fränkischen Aufsteiger der Würzburger Kickers! Und das ist nicht nur irgendein Duell (keine Angst, ich spreche jetzt nicht von einem zweiten Frankenderby), denn der Verein aus dem Norden Frankens spaltet die Geister hier in Fürth ebenso wie im Rest der Bundesrepublik. Denn die Kickers aus Würzburg sind ein Verein, der vor allem durch die Hilfe von Sponsoren aus der Regionalliga Bayern mittlerweile den direkten Durchmarsch in die zweite Bundesliga geschafft hat, was bei einigen gewissen Unmut auslöst. Hierzu gebe ich nun vor allem meine persönliche Meinung ab: Ja, die Kickers haben höheres Sponsoring als andere Zweitligisten. Allerdings ist das in Würzburg weder ein Marketing-Produkt wie in Leipzig, noch ist es ein Projekt wie Hoffenheim, wo ein Mann seinen Heimatverein in die Bundesliga „kauft“ – im Gegenteil hat der Vorstand des FWK – soweit ich das beurteilen kann – proaktiv mit breiten Kampagnen es selbst geschafft, viele Sponsoren und Unterstützung aus der Stadt zu akquirieren. Denn wenn man sich diese Sponsoren genauer ansieht, dann stammt ein verdächtig großer Teil aus Würzburg und Umgebung – inklusive flyeralarm und s.Oliver, wobei natürlich der Flyeralarm-Gründer Thomas Fischer (der auch Aufsichtsratsvorsitzender ist) eine besondere Rolle übernimmt. Das bedeutet nun nicht, dass alles super ist an dem Investment in die Kickers – und dennoch ist es meiner persönlichen Meinung nach absolut im Rahmen – und wenn ich ehrlich bin finde ich derartige Modelle besser als Vereine wie zum Beispiel Schalke mit dem Großsponsoring von Gazprom, denn in Würzburg werden regionale Mittel durch geschicktes Marketing erzeugt – und das tun bzw. versuchen doch letzten Endes alle Vereine. Und niemals vergessen darf man hier in Fürth, dass unsere Spielvereinigung nach dem Beitritt von Vestenbergsgreuth einen ähnlichen Prozess durchlief. Die an und für sich der Pleite nahe Spielvereinigung hat es nur durch Helmut Hack, dem Sponsoring von Martin Bauer und weiteren, von Hack engagierten Sponsoren, und der Professionalisierung der Strukturen des damaligen Regionalligisten wieder in die zweite Bundesliga geschafft, und erst recht in diese Position, in der wir heute stehen. Doch damit genug der Worte über den „Kommerzverein“ Würzburg (mein persönlich größtes Problem an den Kickers ist vor allem eine weitere Konkurrenz im Jugendbereich aus Nordbayern), ich möchte mich nun mehr dem Sport widmen:

Und da sind die Kickers mehr als gut in die Saison gestartet. Ebenso wie die Spielvereinigung konnte man zwei Siege, ein Unentschieden und eine Niederlage einfahren – und derzeit befindet man sich im klaren Aufwärtstrend in Würzburg! Und der basiert vor allem darauf, dass gegen den VfL Bochum von Seiten der Kickers die Chancenverwertung um einiges besser war. Denn spielerisch waren eigentlich die Bochumer seit der 20. Minute das bessere Team, bis sie nach einem Würzburger Konter in der 62. Minute in den Rückstand gerieten. Danach, und das kennt man vielleicht aus der Kleeblattvergangenheit, hatten die Bochumer kaum Antworten mehr parat, und es gelang kaum mehr, Gefahr für Würzburg zu generieren. Und hier muss unser Kleeblatt aufmerksam sein: Würzburg wartet mit einer hohen defensiven Leidenschaft und Qualität auf, und ist noch viel mehr als Fortuna Düsseldorf gefährlich im Gegenangriff! Denn im Gegensatz zu den Düsseldorfern ist das Spiel der Kickers nicht statisch und unbeweglich, gerade was offensive Aktionen angeht konnten die Rothosen das immer wieder beweisen. Doch auch das hat positive Seiten: Denn genau dieser Faktor schafft die Räume und die Gelegenheiten, auf die unsere Offensive lauert. Doch hier wird es tricky für das Kleeblatt: Denn aufgrund einer dummen Aktion von Robert Zulj gegen Sobottka wurde Zulj – ob zurecht oder zu Unrecht sei dahingestellt – für drei Spiele gesperrt, und verbunden mit der andauernden Verletzung von Jurgen Gjasula klafft nun im offensiven Mittelfeld ein riesiges Loch, denn die Kreativität von Zulj und Gjasula ist von den anderen Spielern im Kader wohl kaum aufzufangen. Auf Stefan Ruthenbeck kommt nun eine große Aufgabe zu, durch die verbliebenen Spieler ein schlagkräftiges Offensivspiel aufzubauen. Denn wenngleich Krisch meiner Meinung nach ein riesiges Talent ist, ist es zweifelhaft ob er diese Aufgabe direkt für 90 Minuten bewältigen könnte. Eine andere Idee ist es, auf ein 4-4-2 umzustellen, in dem Vukusic (als schneller und agiler Spieler) oder Dursun (als Körperstarker und technisch guter Spieler) als hängende Spitze die Lücke zwischen Sturm und Verteidigung schließen.

Angesichts dieser weiteren eklatanten Schwächung wird es so oder so ein noch härteres Stück Arbeit als ohnehin – aber vielleicht kennt man in einigen Jahren diese Spiele als der Durchbruch für Benedikt Kirsch (oder Zlatko Tripic, worauf ich ebenfalls hoffe), wer weiß? Bei unseren Nachbarn in Nürnberg feierte Erras immerhin eine ähnliche Erfolgsstory, warum also nicht auch hier. Aber gut, das ist reine Spekulation – wenden wir uns den Fakten zu. Fakt ist, dass die Spielvereinigung am Freitag vor einer mehr als fordernden Aufgabe steht, die nicht einfach zu meistern wird. Man könnte fast von einem Charaktertest sprechen, aber dafür ist es mir zu früh in der Saison. Und dennoch bin ich persönlich optimistisch, dass unsere Mannschaft durch eine geschlossene Mannschaftsleistung die bisherige Heimstärke auch im dritten Heimspiel aufs Feld legen kann, und die 3 Punkte im Ronhof behält. Jedoch muss erwähnt werden, dass unter diesen Vorzeichen ein Unentschieden gegen die Kickers auch ein akzeptables Ergebnis wäre – aber letzten Endes wollen wir alle doch einen Heimsieg feiern, bevor es zum Derby geht. Und irgendjemand muss ja optimistisch sein, nicht wahr? Und so möchte ich diesen Blog mit einem kleinen Aufruf an alle schließen, die noch kein Ticket haben: Geht in den Ronhof und nach Nürnberg und unterstützt das Kleeblatt – gerade in Phasen wie diesen brauchen die Spieler jede Unterstützung von den Rängen! Und damit bis zum nächsten Eintrag, der wohl schon am Sonntag oder Montag erscheint – immerhin ist schon am Dienstag das Derby.

Mein Tipp: Spielvereinigung 2:1 FC Würzburger Kickers

Gegnerstatistiken:

Bilanz: 41 Siege, 3 Unentschieden, 4 Niederlagen; Torverhältnis: 209:43

Letztes Pflichtspiel: SpVgg Fürth 2:0 Würzburger Kickers (21.01.1978)

Aktuelle Form: Kleeblatt: -SNSU; Kickers: -NUSS

Tabellenplatz: Kleeblatt: 7. (7 Punkte); Kickers: 4. (7 Punkte)

Meine Wunschaufstellung: Megyeri – Gießelmann, Franke, Caligiuri, Narey – Rapp, Hofmann – Tripic, Kirsch, Berisha – Dursun

P.S: Falls ihr andere Meinungen zum Thema Sponsoring bei den Kickers habt, oder erweiterte Informationen für mich, würde es mich sehr freuen, wenn ihr diese mit mir teilt. Für derartige Diskussionen bin ich aufgeschlossen und würde mich über Feedback dazu freuen.

Danny

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