Servus, liebe Derbysieger! Jetzt mal Hand aufs Herz, wer von euch hat wirklich an einen Sieg in unserer „geliebten“ Nachbarstadt geglaubt? Nach dem Spiel unseres Kleeblatts gegen Würzburg, und vor allem nach den ersten 25-30 Minuten habe ich allein im Gästeblock genug Stimmen gehört, die ziemlich schwarzgesehen haben – und dennoch hat unser Team es mal wieder geschafft, alle 3 Punkte von der Betonschüssel in der Nachbarschaft an den Ronhof zu bringen. Und doch muss sich vor unserem Gastspiel einiges verändern – und was genau, das will ich euch in den kommenden Zeilen näherbringen:

Das letzte Spiel: 1. FC Nürnberg 1:2 Spielvereinigung Fürth


DERBYSIEGER!!! SpVgg-Fuerth.com

Und da fange ich – wie eigentlich immer – beim letzten Spiel an, und genauer gesagt mit der taktischen Umstellung vor diesem Spiel: Denn unser Trainern hat sich entschieden, in das mehrfach geforderte 4-4-2 zu rotieren – aus durchaus nachvollziehbaren Grünen. Durch den Ausfall des kreativen Mittelfeldes sind wir noch mehr gezwungen gewesen, von der Defensive an über die Außen zu kommen, statt wie in Normalformation die Bälle vom Zentrum auf die Außen zu verteilen. Auf den dafür relevanten Positionen waren wir zwar mit Steininger und Berisha (Offensiv), sowie Narey und Gießelmann (Defensiv) genauso besetzt wie gegen den FWK, allerdings wurde die Position von Kirsch im offensiven Mittelfeld noch etwas offensiver gestaltet, und mit Dursun und Freis (der sich munter mit Berisha auf der Außenposition abwechselte) hatten wir dafür gleich zwei Zielspieler, die eventuelle Flanken verwerten konnten. Diese Überlegung von Ruthenbeck war durchaus klug, da im Matchplan so die Schwäche auf unseren Zentrumspositionen ausgeblendet werden könnte – und in Teilen hat das so durchaus auch funktioniert. So zum Beispiel bei der Konterchance von Daniel Steininger, dessen Flanke auf Sebastian Freis ihr Ziel leider nicht fand. In vielen anderen Situationen wurde dagegen ersichtlich, dass es nicht primäre Stärke von uns ist, ein schnelles Spiel nur über die Außen aufzuziehen, sondern das Zentrum für unser Spiel nötig ist. Dort allerdings hat man auch im Spiel gegen den FC Nürnberg die Schwächen wiedererkennen können, die uns seit dem Ausfall von Jurgen Gjasula und – als wäre das nicht schlimm genug allein – der Sperre von Robert Zulj schon begleiten. Insbesondere in der ersten halben Stunde hat sich dabei der Schachzug, einen Mittelfeldspieler für einen Stürmer zu opfern gerächt, und der FCN konnte eine teilweise wahrlich gefährliche Drangperiode gegen unsere Verteidigung aufbauen. Denn wann immer wir den Ball hatten, so war er leider ziemlich schnell und ohne gefährliche Aktionen unsererseits noch nach dem Abschlag von Megyeri oder einem hohen Ball der Verteidigung wieder verloren – und der FCN konnte eigene Angriffe starten. Und in genau solchen Situationen fehlte mehrfach der weitere Mittelfeldspieler, welcher nach hinten hätte arbeiten können – allerdings war auch die Defensivarbeit unserer Außenstürmer nicht immer ganz optimal. Und dennoch muss deutlich angemahnt werden, dass diese erste halbe Stunde an und für sich unter unserem Niveau gewesen ist.

Die Nürnberger haben unsere Schwäche auf der Außenverteidigung erkannt: Narey und Steininger sind beide noch jung und äußerst offensiv gepolt, sodass alleine auf dieser Seite die Defensive litt. Auf der anderen Seite sind auch Berisha/Freis und Gießelmann äußerst inkonstant in der Defensivarbeit, gerade Salli hat ihn mehrfach überspielen können. Ergebnis dieser Bemühungen waren fast 10 Ecken in der ersten Halbzeit, von denen zwei äußerst gefährlich wurden – ein Lattentreffer von Matavz und ein Kopfball von Salli, der das Tor verfehlte. Zu unserem Glück haben wir es geschafft, nach der 30. Minute einige Entlastungsangriffe aufzubauen – was aber auch der Tatsache geschuldet ist, dass der FCN etwas Luft geholt hatte. In genau diese Phase, kurz vor der Halbzeit, fiel dann auch das glückliche Tor für die Spielvereinigung, da nach einem Lattentreffer von Gießelmann die Abwehr des 1. FCN komplett geschlafen hat, und Freis unbedrängt auf den unbedrängten Dursun vorlegen konnte. Doch auch nach diesem Tor versuchte der FCN weiter, nach vorne zu spielen, und obwohl die Kleeblattarbeit gegen den Ball ab der 30. Minute bereits besser funktioniert hatte, mit dem Ball war es auch bis zur (für uns zur rechten Zeit kommenden) Pause ein sehr schwacher Auftritt der weißen Elf. Zur zweiten Halbzeit sei weniger ausführlich gesagt, dass sie eigentlich exakt umgekehrt funktionierte: In den ersten 15 Minuten ca. konnte das Kleeblatt besser mitspielen, auch einige Aktionen starten – und vor allem das mehr oder weniger entscheidende, aber auf jeden Fall die Nürnberger Moral brechende 2:0 durch Steininger erzielen. Danach hat der FCN zwar verzweifelt bis wütend weiter versucht, nach vorne zu Spielen – und gerade mit dem schnellen Teuchert gelang das mehrfach brandgefährlich, allerdings verließ die Stürmer (außer jenen Teuchert) immer wieder im entscheidenden Moment der Mut zu sich selbst, sicherlich ein Ergebnis der schlechten Saison bisher. Dass unsere Abwehr bei eigentlich allen Angriffen über unsere rechte Seite keinerlei Zugriff auf diesen Cedric Teuchert gehabt hat, und dieser dann eher an seinen eigenen Mitspielern und am Pech gescheitert ist ist dafür umso beunruhigender, und hier erwähne ich erneut, dass die defensive teilweise extrem fahrig gewirkt hat, und gerade ab der 75. Minute die Konzentration erneut drastisch abgefallen ist. Hätte der FCN es geschafft, vor der 93. Minute den Anschluss zu erzielen, hätte es durchaus auch noch einmal gefährlich werden können – und hier würden auch Gjasula und Zulj nicht helfen, denn diese defensive Konzentration war bereits da, als diese auch noch Fit waren. Ich verweise dazu mal auf meinen Blog-Eintrag gegen Erzgebirge Aue, als ich das länger angesprochen habe. Resümierend muss ich allerdings doch schreiben, dass das Derby von unserem Kleeblatt das schlechteste Spiel der Saison war – spielerisch. Selbst gegen Würzburg haben wir teilweise größere Druckphasen aufbauen können, zudem war der Gegner Würzburger Kickers um einiges stärker, als es der FCN war. Aber so ist der Fußball: Da spielst du gegen Würzburg ganz okay aber unsicher hinten und gehst 0:3 unter – und gegen den FC Nürnberg lieferst du eine wirklich schwache Leistung ab – aber für den Tabellenletzten langt es trotzdem, und unsere Spielvereinigung holt sich den Derbysieg! Ich bin ehrlich, ich möchte mich nicht darüber beschweren, dass es bisher genauso verlief und nicht umgekehrt!

Das nächste Spiel: SpVgg Fürth – SV Sandhausen


Zuletzt gegen Sandhausen: Azemi-Comeback. Bild-Copyright: NZ-Online-Blog „greuther-Weiber“

Aber dennoch steht schon morgen (was ist das für eine kranke Spielfrequenz aktuell) bereits das nächste Heimspiel für unsere 11 in Weiß und Schwarz an – wir empfangen einen offensichtlichen Lieblingsgegner, zumindest für Heimspiele, nämlich den SV Sandhausen! Denn seit der SVS in die 2. Bundesliga aufgestiegen ist, hat unsere SpVgg 2-mal gewinnen können, und einmal nur ein 0:0-Unentschieden – verloren wurde in der Liga jedoch nur einmal, in der deutschen Amateurmeisterschaft, 1993 mit 1:2. Doch der SV Sandhausen, den wir jetzt im Ronhof begrüßen dürfen, der ist ein neuer SVS, denn der bisherige Erfolgstrainer Schwartz… naja, wir wissen ja, wie dieser gerade endet. Der SVS jedoch hat mit Kenan Kocak einen jungen Trainer geholt, der im letzten Jahr den SV Waldhof Mannheim in die Aufstiegsrelegation zur 3. Liga erreicht hat (aber an Lotte scheiterte), und mit dem SV Sandhausen einen neuen, Ballbesitzlastigeren und offensiveren Fußball spielen möchte. Doch bisher lässt sich das nur bedingt in zählbares ummünzen, was Kocak sich für seine Jungs vom SVS überlegt hat: Nur gegen den kriselnden FC Kaiserslautern konnte der SVS einen Sieg davontragen, gegen Heidenheim und Düsseldorf gab es Unentschieden. Ansonsten fällt der SVS vor allem dadurch auf, dass er gerne mal den Gegner zu Torchancen einlädt, so Geschehen vor allem bei den Auswärtsspielen gegen Aue und dem Heimspiel gegen Stuttgart – und hier liegt unsere Chance: Nachdem Jurgen Gjasula wieder fit sein könnte, könnte hier die Chance gegeben sein, wieder mehr offensive Qualität und Kreativität im Mittelfeld aufleben zu lassen. Gepaart mit der durchaus zur Genüge vorhandenen defensiven abgezocktheit des Jurgen Gjasula würde sein Einsatz unser gesamtes Spiel gegen den SVS um einiges aufwerten, sodass ich für diesen Fall tatsächlich wieder richtig optimistisch auf das Spiel schauen kann. Denn ich meine, dass unser Team durch die Feier in Nürnberg, den Derbysieg und die allgemein glückliche Stimmung in Fürth derzeit einen Schub bekommen könnte, sodass wir dieses Mal vielleicht wieder mit dem Ball auch mehr Spielfreude wieder erleben dürfen, als dass zuletzt der Fall gewesen ist. Doch eines muss (erneut gesagt werden): Die Defensivleistung muss sich verbessern! Und das meint erneut nicht nur die Innenverteidiger, unsere Doppelsechs Hofmann/Rapp leistet sich auch weiterhin zu viele fahrige Fehler, die einfach vermeid bar wären, und letzten Endes nur zur allgemeinen Nervosität des Teams beitragen. Und hier könnte ein Gjasula ins Spiel kommen, aber auch von ihm abgesehen müssen Ruthenbeck und Co nun endlich mal geeignete Maßnahmen finden, um diese nervösen, hektischen Fehler in unserer Defensivabteilung abzustellen, die immer auftreten, wenn es nicht schnell nach vorne gehen kann. Aber gut, wir werden schon morgen sehen was sich Ruthenbeck überlegt – ich vertraue unserem Coach (wie so oft), und hoffe auf ein gutes Spiel gegen die Sandhäuser. Immerhin würden wir damit nach 7 Spielen mit 13 Punkten dastehen, das wäre durchaus eine respektable Punktquote!

Und damit möchte ich den Blog für heute beenden, ist ja auch schon wieder ziemlich lang geworden. Ich wünsch euch allen morgen viel Spaß im Stadion, wenn ihr geht, und wir lesen uns hier am nächsten Mittwoch wieder! Euer

Danny

Mein Tipp: Spielvereinigung 3-2 Sandhausen

Gegnerstatistiken:

Bilanz: 7 Siege, 2 Unentchieden, 3 Niederlagen. Torverhältnis: 18:9

Letztes Pflichtspiel: Spielvereinigung Fürth 3:1 SV Sandhausen (15.05.2016, 2. Bundesliga)

Aktuelle Form: Kleeblatt: NSUNS; Sandhausen: NNSNU

Meine Wunschaufstellung: Megyeri – Gießelmann, Caligiuri, Franke, Narey – Hofmann, Gjasula, Kirsch – Berisha, Dursun, Steininger

 

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