Einen schönen guten Abend, liebe Kleeblattfans! Ja, es ist schon etwas her, dass ihr von mir auf dieser Plattform gehört habt – aber das lag nicht etwa daran, dass mir die Lust fehlte, sondern eher die Zeit. Und wie geht es, wenn man mal nicht zum Schreiben kommt? Richtig, genau dann wird natürlich der Trainer entlassen, und mit Janos Radoki eine Übergangslösung bis zum Winter gewählt – und der gewinnt dann am Freitag gleich sein erstes Spiel im Amt als Kleeblatt-Trainer! Was ich über den Trainerwechsel, das letzte und das kommende Spiel denke, das werde ich euch wie gewohnt nun ein wenig ausführlicher erklären! Und, aufgrund der langen Abwesenheit meinerseits, wird das ganze diesmal etwas weniger nach Thema getrennt sein. Ich hoffe, das bereitet keine zu großen Umstände.

Der Trainerwechsel: Ruthenbeck geht, Radoki kommt / Das letzte Spiel: SpVgg 2:1 Bielefeld / Das nächste Spiel: Karlsruhe – Kleeblatt


Janos Radoki – Kleeblatturgestein als TrainerT-Mobile

Jetzt war es dann doch so weit. Vor etwas mehr als einer Woche ging die Nachricht durch die Fan-Gemeinde der SpVgg, dass die sportliche Führung um Hack und Yildirim sich – natürlich, wie immer „gemeinsam“ mit Stefan Ruthenbeck darauf geeinigt hat, dass der Weg der beiden Parteien ab sofort nicht mehr gemeinsam verlaufen wird. Zu viel Misserfolg hat die Mannschaft von Ruthenbeck in dieser Saison eingefahren, zu wenig Fortschritt war über die letzten Jahre zu sehen – um genau zu sein, kaum Fortschritte wurden erzielt. Dass die Verantwortlichen die Reißleine nach der englischen Woche zogen, und nicht davor, mag auf den ersten Blick dabei leicht befremdlich wirken, führt man sich aber die Lethargie des Kleeblatts während dem Spiel in Dresden zu Gemüte, dann kann man nach vorher couragierten Auftritten auch dafür Verständnis aufbringen – und niemand – den ich kenne – steht nah genug an der sportlichen Entscheidungsrunde, um die wahren Beweggründe für das gewählte Datum zu kennen.

Bei mir hat im Übrigen ein anderer Passus das Interesse geweckt: Es heißt, dass Ruthenbeck die SpVgg informierte, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen – es ist also gut vorstellbar, dass die generelle Absicht der sportlichen Führung nicht darin lag, den Trainer Ruthenbeck direkt jetzt zu entlassen, immerhin war Ruthenbeck vor 2 Jahren der Wunschtrainer von Helmut Hack, für den sogar Ablöse bezahlt wurde! Doch, und das ist nur blanke Spekulation von mir, sollte Ruthenbeck tatsächlich von sich aus sein Aus nach der Saison bekannt gegeben haben, dann war auch bei der Führung die Hemmschwelle vor einer Entlassung gesunken – und das wirklich schlechte Spiel in Dresden war dann der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Doch wie dem auch immer sei und was auch immer die Führung zu dieser Handlung bewogen hat, fest steht eines: Stefan Ruthenbeck ist nicht mehr länger Trainer der Spielvereinigung, und für ihn übernimmt Janos Radoki – mindestens bis zum Winter. Wie ich persönlich finde eine sehr gute Lösung – wie ich schon früher ausgeführt habe, sind die Möglichkeiten eines neuen Trainers mit diesem aktuellen Kader bis zum Winter doch stark begrenzt, sodass der Trainer jetzt sofort wenig auswirken könnte. Wenn aber nun ein externer Trainer käme, und scheitert aus welchen Gründen auch immer, dann würde die Rückrunde wirklich happig werden – als Beispiel soll nur mal Mike Büskens herhalten, der unsere Situation vor 2 Jahren drastisch verschlimmerte, als er das Amt übernommen hatte.


Euphorie nach dem 2:1SpVgg-Fuerth.com

Und damit schließe ich auch direkt an das Spiel gegen Arminia Bielefeld an: Das Spiel war keinen Deut besser als das Spiel gegen die um einiges besseren Dresdner – einzig des Gegners ebenfalls auffallende Unfähigkeit ist der Unterschied zum Spiel am Sonntag davor. Ich sage es kurz und deutlich: Nichts hat offensiv funktioniert! Keinen Deut mehr von der Spritzigkeit am Anfang der Saison, selbst von der (Geschwindigkeits-)Qualität gegen Mainz oder Bochum war in den 90 Minuten gegen die Arminia nur in der letzten Spielminute etwas zu sehen! Wir hatten im gesamten Spiel gefühlte 3 Torschüsse abgegeben – und keine Sorge, der reale Wert liegt tatsächlich nur etwas höher, nämlich bei 5 Schüssen insgesamt. Nicht aufs Tor, sondern allgemein – dem stehen zum Vergleich 17 bei Arminia entgegen, und gegen Dresden waren es auch 11 Fürther Schüsse. Kurz: Spieltaktisch her, Qualitativ her war das Spiel gegen Bielefeld tatsächlich eines der schlechtesten des Jahres. Kein Zug nach vorne, keine Kreativität im Spiel, kaum Geschwindigkeit – und auch in der Defensive waren wir alles andere als stabil gestanden. Man hat erneut deutlich gemerkt, wie sehr der Ausfall der Kreativitätszentrale Gjasula und der mangelnde Einsatz von Zulj unserem Team schadet, genauso wie uns defensive Qualität fehlt.

Aber – und dieses aber ist ziemlich wichtig – wir haben das Spiel dennoch gewonnen! Für mich als Blogger bedeutet das eine Zwickmühle, denn wenngleich ein jeder Fürther über diesen Sieg natürlich hocherfreut sein dürfte, so ist dieses Spiel dennoch mindestens so alarmierend wie das Spiel in Dresden! Natürlich konnte Janos Radoki innerhalb der 5 Tage zwischen Entlassung und dem Spiel wenig ausrichten, aber eines ist dann doch sehr sehr deutlich aufgefallen: Nahezu alles, was Stefan Ruthenbeck angelastet wurde, hat auch der Interimscoach Radoki wiederholt. Sei es die Aufstellung des „Ruthenbeck-Lieblings“ Nicolai Rapp, die – mir vollkommen unverständliche – Einwechslung von Niko Gießelmann, der im Spiel danach meiner Meinung nach exakt nichts richtiggemacht hat, wie auch die Auswechslung von Benedikt Kirsch zugunsten eines Außenstürmers, für die Ruthenbeck bereits schallend ausgepfiffen wurde. Und auch die Degradierung von Zulj nahm auch SR bereits einmal vor, eine innovative Radoki-Idee war das auch nicht. Aber – trotz dieser Punkte – wir werden sehen, was Janos Radoki nun macht, nachdem er das Team bereits hat spielen sehen und eine komplette Trainingswoche mitgemacht hat. Und damit sind wir auch beim heute etwas kürzeren Einstieg in das Spiel am Freitag (schon wieder):


Einst in KarlsruheSpVgg-Fuerth.com

Der KSC ist – das offenbart allein der Blick auf die Tabelle und bisherige Spiele – ähnlich wie Arminia Bielefeld stark in der Krise aktuell! In der bisherigen Saison konnten die Spieler des KSC lediglich zwei Spiele gewinnen, und zwar daheim mit 2:0 gegen den FC Erzgebirge Aue und ebenfalls 2:0 bei den Würzburg – ansonsten wurde höchstens Unentschieden gespielt, oft genug aber auch verloren. Dabei hat der KSC mit -9 ein ebenso schlechtes Torverhältnis wie unser Kleeblatt – worauf lässt das alles schließen? Auf ein Torfestival würde ich jedenfalls nicht wetten, hat der KSC doch insgesamt bisher gerademal 10 Tore geschossen, der zweitschlechteste Wert der Liga. Es wird also meiner Meinung nach stark darauf hinauslaufen, dass die beiden Teams sich im Mittelfeld einigermaßen neutralisieren, und ein Sieg wenn überhaupt nach einem Abwehrfehler zustande kommt – und dafür sind beide Teams gleichermaßen immer wieder gut.

Für gewöhnlich rufe ich an dieser Stelle zu offensivem Mut auf – doch, und das zeigten die letzten Spiele mehr als deutlich, dafür ist diese Mannschaft in ihrer aktuellen Form nicht geschaffen. Für uns nur dusselig, dass die Defensive ebenfalls jederzeit für unnötige Aussetzer, Konzentrationsschwächen, Stellungsfehler o.Ä. zu haben ist – es kann also in beide Richtungen gleichermaßen ausgehen. Eines steht fest: Für beide Teams geht es um extrem wichtige Punkte – für den KSC fast noch ein Stück wichtiger – und beide Teams müssen eigentlich gewinnen. Und ich hoffe inständig, dass – wenn es hart auf hart kommt – unser Team wieder wie gegen Aue, Mainz und Karlsruhe das glückliche Händchen hat. Immerhin bin ich ja Optimist.

Und damit verabschiede ich mich für diese Woche – und hoffe, nächste Woche wieder einen „normalen“ Beitrag schreiben zu können. Bis dann,

Danny

Gegnerstatistiken:

Bilanz: 72 Spiele, 21 Siege, 17 Unentschieden, 34 Niederlagen; Torverhältnis: 88:118

Letztes Pflichtspiel: 12.12.2015: Karlsruher SC 1:0 SpVgg Fürth (2. Bundesliga)

Form: KSC: SNNNU; Kleeblatt: NNSNS

Meine Wunschaufstellung: Megyeri – Narey, Franke, Rapp, Heidinger – Hofmann, Djokovic – Steininger, Krisch, Bolly, Sararer

Mein Tipp: Karlsruhe 1:2 Spielvereinigung

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