Einen wunderschönen guten Donnerstagabend, liebe Kleeblattfans! Ja, es ist wieder Donnerstag geworden bei meinem Blog-Eintrag, das ging leider kaum anders. Egal wie, es war doch eine schöne Woche, die wir da jetzt erlebt haben seit dem Spiel in Karlsruhe, oder? Immerhin haben wir nicht nur zum ersten Mal zwei Siege in Folge eingefahren, wir haben auch – dank Hilfe aus Sandhausen – unsere Nachbarn überholen können, was doch immer wieder ein gutes Gefühl ist – vor allem für all diejenigen, die Clubfans in ihrer Klasse/Arbeit/Kursen haben, oder? Doch egal wie – am Sonntag steht bereits das nächste Spiel an, das mehr als wichtig ist: Der kriselnde FC St. Pauli tritt an beim Kleeblatt, und ich will euch nun näherbringen, warum wir – trotz auch bei mir weit verbreiteter Sympathie im Fürther Fanlager für den FCSP – einen Sieg davontragen sollten:

Das letzte Spiel: Karlsruher SC 1:2 SpVgg Fürth


Freude in Karlsruhe SpVgg-Fuerth.com

Und nachdem ich noch letzte Woche voller Zwiespalt auf das Spiel gegen Bielefeld geblickt habe, kann ich dieses Mal tatsächlich einigermaßen zufrieden auf das letzte Spiel zurückblicken und es resümieren – wenngleich natürlich auch hier wieder nicht alles perfekt war. Doch bleiben wir erstmal positiv: Janos Radoki hat offenbar erkannt, dass unser Kleeblatt über sehr viele, sehr schnelle Spieler verfügt, und dementsprechend beim KSC eine unserer schnellsten Aufstellungen aufgeboten: Mit Bolly, Sararer, Narey, Heidinger und Berisha hatten wir gleich 5 Spieler, die wohl auch bei jeder Leichtathletik-Meisterschaft im 100-Meter-Sprint einen guten Platz erzielt hätten. Das Konzept hinter dieser Aufstellung war ziemlich eindeutig und ein vergleichsweise klassisches: Radoki wollte unser Kleeblatt hinten stabilisieren – was über große Teile des Spieles gelang, so viel vorweg – und an das 2:1 gegen Bielefeld anschließend sofort in die Offensive schalten, alsbald man sich im Ballbesitz befindet – ohne Zeitverlust, direkt und schnell. Und natürlich gehört dazu auch, dass man den Ballführenden Gegner schnell attackiert und einen schnellen Ballverlust provoziert.

Dass dieses Konzept auch mehrere Jahre, seitdem Hannover 96 das unter Mirko Slomka zum ersten Mal im großen Stil angewendet hat erfolgsversprechend werden kann, hat man sehr schnell im Spiel gegen den KSC gesehen: In den ersten Minuten war nur Sararer weiter vorne gestanden, ansonsten waren auch die Außenspieler immer wieder tief hinten in der Verteidigung mit drin – und haben dort dazu beigetragen, dass ein schwungvoller KSC gegen uns kein frühes Tor schießen konnte. Auf der anderen Seite ist das viel mehr uns gelangen – wenn auch nicht ganz nach schnellem Umschaltspiel. Dafür war die Entstehung des Tores nicht weniger schnörkellos gespielt: Nach einem Freist0ß hat der KSC den Ball erst wieder unter eigene Kontrolle gebracht, doch dank Mittelfeldpressing in des Gegners Hälfte und schnellen Passen war der Ball schnell auf rechts Außen – und dank Heidingers Blick für Sararer und dessen Blick für den perfekt platzierten Narey war es gar nicht so schwer für diesen, das 1:0 zu erzielen, wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass der KSC sehr luftig verteidigte. Ein umso besseres Beispiel für dieses funktionierende Konzept war das 2:0: Der KSC in Ballbesitz, der junge Prömel unter Druck gesetzt von Djokovic und Hofmann, die möglichen Passstationen zugestellt – und schon haut der Karlsruher den entscheidenden Fehler raus, Sararer hat den Ball und spielt ihn in Bollys Lauf, der zündet den Turbo – 0:2.

Spontane Euphorie nach dem 2:0

Das war nun schon das vierte Mal in vglw. kurzer Zeit, dass bei unseren dieses schnelle Spiel nach vorne perfekt funktioniert – wie auch schon beim 2:1 gegen Mainz, dem 1:0 gegen den VfL Bochum (Konter von Sararer) und natürlich das 2:1 gegen Bielefeld. Gegen den offensichtlich am Boden liegenden KSC wirkte dieses Tor natürlich wie der K.O.-Schlag, zudem wir im Anschluss an das Tor noch drei weitere, herausragende Torchancen hatten, jedoch keine verwerten konnten. Und dann sind wir wieder bei einem Punkt, den ich schon lange nicht mehr auspacken „durfte“: Die Inkonsequenz in unserem Spiel. Über nahezu 70 Minuten dominieren wir den KSC meiner Meinung nach in diesem Spiel, in dem auch alles für uns läuft (inkl. 3 Verletzungen im Spiel des KSC) – und dennoch lassen wir diese Mannschaft am Boden wieder in dieses Spiel zurückfinden! 78 Minuten sind gespielt, als Heidinger wirklich plump in den Zweikampf geht, und dadurch einen Elfmeter provoziert und dem KSC das 2:1 – ja, durchaus schenkt. Denn der Ball von Yamada auf den KSC-Spieler war deutlich zu weit, man hätte definitiv keinen Elfmeter verursachen müssen. Und kaum hatte der KSC dadurch leichtes Oberwasser, hat man auch wieder die altbekannte Nervosität in unserer Abwehr gesehen, die doch in diesem Spiel bis dahin zum Glück verschwunden war. Aber heute spreche ich hier nicht über Nervosität, sondern über Unüberlegtheit: Nur 10 Minuten nach dem ersten sinnlosen Elfmeter provoziert der andere Außenverteidiger Gießelmann bereits den nächsten, mindestens ebenso sinnlosen Elfmeter: Ein Freistoß aus dem Halbfeld, und der Ball geht deutlich über Gießelmann und seinen Gegner hinweg, und dennoch hält er seinen Gegner und zieht ihn runter. Natürlich, muss man sagen, dass er ihn nicht vollends hält und das kein „muss“-Elfmeter war – aber eindeutig ein „kann“-Elfmeter. Und in dieser Situation, nach 88 Minuten in einer Situation, wo der Gegner nicht an den Ball kommen kann, muss man ähnlich wie Heidinger einfach die Hand vom Gegner lassen, Megyeri hatte den Ball im Übrigen. Aber – a propos Megyeri – es ging bekanntlich gut aus, und Balazs Megyeri war DER Held des Abends letzten Freitag. Und dennoch muss das Kleeblatt am Sonntag gegen den FC St. Pauli zwei Dinge besser machen, die es gegen den KSC verpasst hat:

Das nächste Spiel: Kleeblatt – FC St. Pauli


Einst gegen den FC St. Pauli SpVgg-Fuerth.com

Denn am Sonntag wird uns wohl ein ähnliches Spiel ins Haus stehen: Der FC St. Pauli ist Tabellenletzter und spielt Auswärts in Fürth, nachdem er seit drei (!) Monaten kein Spiel mehr gewinnen konnte, in den letzten 10 Spielen 4 (in den letzten 9 2) Tore schießen konnte, und jüngst 2 Spiele in Folge hintereinander durch Eigentore verloren hat. Die Hanseaten sind noch viel mehr in der Krise als der KSC, und spielt derzeit wohl eine der schlechtesten Saisons – und hat eindeutig die Bilanz eines Absteigers (1 Sieg, 4 Unentschieden). Das heißt einerseits natürlich, dass vom FCSP nicht die Torgefahr für unser Tor ausgehen wird, wie noch von Dresden zum Beispiel – aber die Hanseaten sind kein normaler Abstiegskandidat. Der FCSP ging in die Saison als letztjähriger Aufstiegskandidat und hat sich auch auf diese Rolle vorbereitet, und wird es vermutlich entsprechend mit kontrolliertem Fußballspiel versuchen, so zumindest mein Eindruck nach den letzten Spielen. Und immerhin, gegen den FC Kaiserslautern zB gab es auch mehr als genug Chancen für St. Pauli, nur der Abschluss fehlte. Das heißt also, ein K(r)ampfspiel wie gegen die Arminia wird uns nicht zwingend bevorstehen – und da komme ich zurück zu dem, was ich in der Überleitung schon angedeutet habe, die Besserungen: Erstens, wir müssen auch einmal ein Spiel entscheiden. Nach 15 Spielen ist es uns nur einmal gelungen, in einem Ligaspiel mehr als zwei Tore zu erzielen – beim 3:2 gegen Aue. Und trotz 3 2:0-Führungen, spannend waren die Spiele gegen Aue und den KSC, und selbst den FCN, allemal. Und doch hätten wir in allen 3 Spielen die Gelegenheiten gehabt, das 3:0 zu erzielen – und dem Spiel damit endgültig den Zahn ziehen. Auch gegen den KSC gab es diese Chancen, bereits nach 30 Minuten durch Narey, durch Berisha und Djokovic – selbst ein Elfmeter hätte dann wenig am Verlauf geändert, siehe das 1:3 des FCN gegen Sandhausen. Hier ist auch die Offensive in der Pflicht, selbst nach einem möglichen 2:0 am Sonntag weiter aktiv zu bleiben – denn bekanntlich kann uns auch kein Gegentor geschossen werden, während wir selbst gerade eine Torgelegenheit haben.

Doch das ist definitiv nicht primär, primär ist die durchgängige Konzentriertheit in der Abwehr („treue“ Leser dieses Blogs werden sich erinnern, das wurde schon öfters erwähnt) – es darf einfach nicht passieren, dass wir nach eigener Führung immer wieder derart in Bedrängung kommen! Und zwar fast ausnahmslos immer: 2:1 gegen den FCN, der jedoch schon davor ausgezeichneten Chancen ausgelassen hat, 3:2 gegen Aue (nach 2:0 und 2:2), die 2:1 gegen Bielefeld und Bochum, mit zwischenzeitlichen Ausgleichen, die 1:1 gegen Sandhausen und Düsseldorf – nur der Auftaktsieg gegen 1860 München wurde „sicher“ nach Hause gefahren. Hier muss angesetzt werden, und als klarstes Ziel ausgegeben werden, gegen den FC St Pauli zu null zu spielen! Denn, und da werfe ich nun gerne 10€ ins Phrasenschwein, wenn man zu 0 spielt kann man nicht verlieren. Und andersrum haben wir vorne aktuell tatsächlich das Glück des Tüchtigen, das uns längere Zeit über vollkommen abhanden ging – sich nur darauf zu verlassen ist sicher auch Unfug, aber ich bin fest davon überzeugt, geht es gegen den FCSP ähnlich schnell und zielstrebig nach vorne wie gegen den KSC, werden wir auch am Sonntag jubeln dürfen.


Und zuletzt gegen den FC St. Pauli. SpVgg-Fuerth.com

Dabei wird es definitiv auch Änderungen geben – immerhin ist der jüngst in die Startelf berufene Niko Gießelmann am Sonntag dank seiner 5. gelben Karte gesperrt – es benötigt also einen neuen Linksverteidiger. Vorstellbar sind zweierlei Szenarien: Erstens, Khaled Narey rückt wieder nach hinten, und es wird einen neuen Stürmer geben. Hier wäre Sebastian Freis die erste Anlaufstelle, aber auch der schnelle Steiniger klingt realistisch. Oder aber Narey bleibt vorne, Heidinger rückt auf Links und Rechts hinten darf sich der junge Dominik Schad von Beginn an versuchen – auch er mit großer Geschwindigkeit. Wenngleich ich mir persönlich eher Schad wünschen würde, wird es vermutlich die Option mit Narey hinten werden. Die spannendere Frage wird sein, ob Benedikt Kirsch wieder in die Startelf rücken darf – in diesem Szenario würde entweder ein schneller Stürmer aus der Elf rotiert, oder Damjan Djokovic füllt die Planstelle des Innenverteidigers aus, und Kirsch darf auf dessen Position. Egal wie, es wäre sicherlich keine schlechte Idee, mit Kirsch einen quirligen Kämpfer aufzustellen, der nach vorne große Qualität als Ballverteidiger besitzt. Doch egal wie, gegen den FC St. Pauli sollte am Sonntag definitiv gewonnen werden! Schon allein, damit die Winterpause fürs Kleeblatt eine entspannte werden kann, in der die Vereinsoffiziellen ohne den Druck des Abstiegskampfes an einem verbesserten Kader für die Rückrunde arbeiten kann – mit einem Sieg hätten wir 23 Punkte, und damit 1 Punkt weniger als in der vorherigen Saison, was dann doch beruhigend wäre. Außerdem wäre eine derartige Strähne von drei Siegen in Folge nur förderlich dafür, wenn man gegen die extrem heimstarken Eisernen aus Berlin antritt. Dem FC St. Pauli, diese persönliche Meinung nehme ich mir einfach heraus, wünsche ich dann nach diesem Spiel eine sportliche Wende, und hoffe, dass sich diese 2 Vereine im Frühjahr ohne Abstiegssorgen treffen. Und, das möchte ich zum Abschluss erwähnt haben, mit einem Sieg wären wir einen weiteren Spieltag garantiert vor unseren Nachbarn. Wie schon vorhin gesagt, das wäre doch sicher auch ein schönes Gefühl, oder?
Damit möchte ich diesen Eintrag nun beenden – und mich wie immer fürs Lesen bedanken!
Danny

Gegnerstatistiken

Bilanz: 29 Spiele, 14 Siege, 9 Remis, 6 Niederlagen

Letztes Pflichtspiel: 07.02.2016: SpVgg Fürth 0:2 FC St. Pauli (2. Bundesliga)

Form: SpVgg: NSNSS; St. Pauli: UNNNU

Meine Wunschaufstellung: Megyeri – Heidinger, Franke, Djokovic, Schad – Kirsch, Hofmann, Sararer – Bolly, Berisha, Narey

Mein Tipp: Kleeblatt 3:1 FC St. Pauli

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