Hallo, Kleeblattfans! Ich würde gerne wie sonst immer schreiben, einen schönen guten Nachmittag – bloß, wenn man sich das Wetter gerade anschaut, ist der wohl genauso grau wie die Stimmung der Fürther Fans vor fast einer Woche am Freitag, nach der Niederlage gegen den TSV 1860. Aber sind wir mal ehrlich, ebenso wie mich gerade beim Schreiben des Blogs die Sonne durch die Wolken anscheint, war auch am Freitag nicht alles schlecht. Abgesehen vom Ergebnis und der klirrenden Kälte würde ich fast so weit gehen, und sagen auf diesem Spiel lässt sich aufbauen. Warum? Erkläre ich euch wie immer!

Das letzte Spiel: 1860 München 2:1 SpVgg Fürth


Kleeblattfans in München. Wer den Autoren findet, kann ihm das Mitteilen!spvgg-fuerth.com

Fangen wir mal bei der Aufstellung an: Gleich zwei Debütanten standen am Freitag in München zum ersten Mal von Beginn an im Kleeblatt-Trikot auf dem grünen Rasen, Patrick Sontheimer und Stephen Sama, und hinterließen dabei unterschiedliche Eindrücke: Während Sontheimer, den ich in der vergangenen Woche bereits als „Neuzugang“ für die Rückrunde angekündigt hatte, einen sehr guten Eindruck hinterließ, war der Einstand von Stephen Sama dagegen äußerst zweifelhaft. Nicht nur, dass er durch einige Fehlpässe und unkonzentrierte Aktionen aufgefallen ist, er verschuldete auch den – wenngleich sehr zweifelhaften – Elfmeter, der zum Ausgleich für den TSV 1860 führte. Und, um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, nach nur 4 Minuten in der zweiten Halbzeit musste der junge Innenverteidiger bereits mit Gelb-Rot den Platz verlassen – definitiv kein Einstand, wie er ihn sich gewünscht hätte. Und dennoch denke ich, dass man dem Jungen noch die ein oder andere Chance geben sollte – nicht ein jeder kann in seinem ersten Spiel für einen neuen Verein direkt überzeugen. Doch ich will mich ohnehin mehr dem Spiel widmen, denn einzelnen Spielern:

Und das Spiel begann für unser Kleeblatt gar nicht mal so schlecht, vor allem defensiv hatten wir gegenüber bisherigen Auftritten in der Hinrunde gegen individuell gute Löwen lange Zeit nichts anbrennen lassen. Gerade das defensive Mittelfeld um Hofmann und Caligiuri wusste durch eine gewisse Galligkeit und Spritzigkeit zu gefallen, die dem TSV die Arbeit nach vorne unheimlich schwergemacht hat. Man konnte über eigentlich alle Phasen der ersten Halbzeit sehen, wie die Spieler in blauweiß an der hartnäckigen und robusten Zweikampfführung unserer Spieler nahezu verzweifelt sind – außer einer Aktion von Olic nach Fehlpass von Sontheimer und einem Distanzschuss gab es keinerlei Gefahr für unser Tor. Im Gegenteil, immer wieder konnte das Kleeblatt für offensive Entlastung sorgen, und – naja, durch sehr viel Glück – auch den Führungstreffer erzielen. Aber, und auch das muss man unseren Mannen anrechnen, so ein Fehlpass wie vor dem 1:0 passiert nicht einfach so, er wird durch offensives Pressing provoziert – und wenn nicht Dursun bereits vor dem Pass in Richtung Ball gesprintet wäre, er hätte Mauersberger und Ortega nicht überholen und ins leere Tor einschieben können. So jedoch wurden die Bemühungen des Kleeblatts durch das Glück entlohnt – jedoch auch nicht dauerhaft.


Von außen schick, von innen leer – die Allianz-Arena in Blau. (Eigenes Foto)

Denn mit den letzten Minuten der ersten Hälfte verließ uns dieses Glück auch schon wieder: Erst pfeift Schiedsrichter Jablonski einen äußerst fragwürdigen Elfmeter – was natürlich nicht heißen soll, dass Sama in dem Falle nicht einfach die Hände von Boenisch lassen muss – der dann auch noch mit mindestens genauso viel Glück von Olic verwandelt wurde, dann wurde kurz nach der Halbzeit ein Elfmeter fürs Kleeblatt verweigert – Dursun wurde zwar ebenfalls nicht voll getroffen, allerdings muss man bei dieser Situation nach dem Maßstab des ersten Elfmeters zwingenderweise auch hier auf den Punkt zeigen! Doch damit nicht genug des Unglücks, nur wenige Minuten später wird Stephen Sama vom Feld gestellt – bei allem Unmut über den Referee, dieser Platzverweis war gerechtfertigt. Man könnte nun meinen, Auswärts mit nur 10 Mann gegen den TSV würde man sich jetzt so richtig hinten reindrängen lassen – doch genau hier begann der Abschnitt, aus dem ich viel Mut schöpfen will:

Das Kleeblatt hat sich nicht etwa von den Löwen nach Belieben bespielen lassen, und sich nur noch ganz hinten reingestellt, im Gegenteil: Statt einen Defensivmann mit Lukas Gugganig hat man mit Bolly einen offensiven Spieler gebracht, um für mehr Geschwindigkeit sorgen zu können. Und, was soll man sagen, grundsätzlich ging die Idee auch auf! Natürlich waren die Münchner ständig in der unseren Hälfte – doch auch in dieser Phase konnten sie nahezu nie ernsthafte Gefahr für unser Tor erzeugen, im Gegenteil waren wir über lange Zeit dem 2:1 näher als die Sechzger. Mehrfach scheiterten Spielzüge an ungenauen Pässen von Robert Zulj – der jedoch trotzdem eines seiner besseren Spiele der letzten Monate abrief – auf Mathis Bolly oder am Abschluss – jeweils einmal von jenem Zulj, einmal von Bolly. Und so kam es, wie es kommen musste: einmal klappte die Zuordnung nicht in der Defensivarbeit, einmal war die rechte Defensivseite offen – und prompt rutscht der Ball zufällig zu Liendl, der ihn mit viel Glück reinduselt. Tja. Wie gesagt, viel Unglück war dabei im Spiel gegen den TSV 1860 – denn die Leistung unserer Spielvereinigung, die war nach grausamen Eindrücken gegen St. Pauli und Bielefeld fast schon als „gut“ zu bezeichnen, wenn denn nur das Ergebnis passen würde. Und dieses gute Spiel muss am morgigen Freitag auch wieder abgerufen werden, wenn unsere Spielvereinigung gegen den Tabellenführer punkten will!

Das nächste Spiel: SpVgg Fürth vs. Hannover 96


Zuletzt daheim gegen den HSV – eine Achterbahn der Gefühle!spvgg-fuerth.com

Und das wird ganz schön schwer. Erinnern wir uns nur mal an die Hinrunde, als das Kleeblatt erst 45 Minuten der Unsicherheit, einen Torwartfehler und mehrere Momente des Glücks brauchte, um in der 2. Halbzeit endlich aufzuwachen. Aber – es wird nicht unmöglich. Denn, Erinnerung an das gleiche Spiel: Zwischen dem Anpfiff zur 2. Halbzeit und den 2:0 für Hannover war das Kleeblatt nicht nur besser, sondern geradezu dominant. Wir eilten fast von Chance zu Chance, und mindestens Sebastian Freis muss ein Tor schießen, Berisha könnte eines machen… es war ein aufregendes Spiel, eine gute Leistung in den zweiten 45 Minuten, ein unglückliches 1:3. Nur, was davon können wir am Freitag wieder erwarten? Die Mannschaft spielt längst nicht mehr den kombinationsstarken Fußball von Stefan Ruthenbeck – und das zurecht, wenn man auf Ruthenbecks Erfolgsbilanz blickt. Ganz im Gegenteil dazu: Hannover 96. Die Niedersachsen sind tatsächlich seit Oktober ungeschlagen – und das war auch noch ausgerechnet in Nürnberg – und haben seitdem einen Punktrückstand von teilweise 8 Punkten auf Braunschweig aufgeholt. Kurz gesagt – die aktuell beste Mannschaft der zweiten Liga kommt uns besuchen.

Aber das heißt noch lange nicht, dass sie unschlagbar sind! Wer am Montag das Spiel gegen den FC Kaiserslautern gesehen hat, der hat nur wenige klare Chancen für Hannover gesehen, und im Gegenteil einige Aktionen, wo die Abwehr der Roten alles andere als sicher stand. Nicht zu vergessen ist dabei auch, dass der HSV am Montag bereits anstrengende 90 Minuten spielte, während wir eine ganze Woche Pause hatten! Der Eindruck, dass ein vielleicht müdes Hannover gegen einen defensiv gutstehenden Gegner durchaus Probleme bekommen kann ist daher meiner Meinung nach durchaus berechtigt – und dort ist es, wo Janos Radoki ansetzen muss und wird, so wie man ihn kennt. Dass für diese Aufgabe die gleichen 11 Spieler wie letzten Freitag auf dem Feld stehen ist dabei ausgeschlossen, ob der Sperre von Stephen Sama. Die Überlegung lautet daher vor allem, wer seinen Platz einnehmen darf: Nimmt man Marco Caligiuri zurück in die Innenverteidigung, hat man gegen findige Hannover sicherlich etwas mehr Erfahrung in der Innenverteidigung. Seinen Platz im Mittelfeld könnte dafür Adam Pinter einnehmen, unser Neuzugang aus Budapest, der laut Radoki Match-Fit sein müsste. Oder aber man lässt Caligiuri im defensiven Mittelfeld und vertraut auf Lukas Gugganig, der im Vergleich zu unserem Kapitän eine deutlich höhere Kopfballstärke haben dürfte.

Auch neben dem Feld eine gute Aktion am Heimspieltag!

Aber auch Offensiv gibt es Fragezeichen: Bleibt Sebastian Freis in der Startelf? Auch gegen den TSV 1860 ist er mir wiederholt zumindest nicht positiv aufgefallen, seine Defizite habe ich schon mehrfach angemahnt. Für ihn könnte Bolly als Außenstürmer in die Startelf rücken, der über einiges mehr an Geschwindigkeit verfügt – oder aber Johannes van den Bergh erste Akzente setzen! Aber auch ob Sontheimer nach seinem – sehr sehr guten – Debüt diese Leistung noch mal über 90 Minuten lang bringen könnte ist nicht gesichert, zudem rückt auf seiner Position die Rückkehr von Berisha in die Nähe. Dursun und Zulj sollten nach ihren guten Spielen wieder in der Startelf stehen, Hofmann, Gießelmann, Franke und Narey ebenfalls – und über Megyeri ist ohnehin nicht zu zweifeln, solange er gesund ist.

Taktisch gesehen vermute ich die selbe Herangehensweise wie bisher auch: Defensiv gut stehen, und dann vorne für Akzente sorgen. Und auch wenn selbst unter Radoki noch in jedem Spiel ein Gegentor gefallen ist, ist dieser Ansatz bisher einigermaßen gut verlaufen, gerade im Spiel gegen den TSV. Und erneut muss ich hier an die Konzentration des Teams appellieren, aber nicht mehr so stark wie früher! Besonders Gießelmann konnte gegen Sechzig München positive Eindrücke hinterlassen, über seine Seite ging weniger als noch vor einigen Monaten. Und dennoch ist natürlich zu bedenken, dass Hannover um einiges stärker ist als die Giesinger – von daher hoffe ich tatsächlich darauf, dass Radoki tatsächlich noch einen Tick defensiver spielen lässt, denn: Lieber ein 0:0 über die Zeit retten, als 0:1 verlieren! Und gerade hierfür könnte der erfahrene Pinter tatsächlich schon in seiner ersten Partie im Fürther Trikot eine Rolle spielen – aber ich bin mir gleichzeitig fast sicher, Radoki wird euch wie mich wieder mit einem Kunstgriff der Marke Sontheimer überraschen. Wer weiß, vielleicht erleben wir ja einen Startelfeinsatz von David Raum oder gar Derflinger? Egal wie, Hauptsache ist, dass wir endlich mal wieder ein positives Ergebnis gegen ein vermeintlich besseres Team erzielen! Und gerade nachdem wir unglücklich gegen den TSV verloren haben ist es jetzt an der Zeit, zur Not glücklich gegen den HSV zu gewinnen. Wie im Titel beschrieben, allein aus Trotz!


Das wollen wir sehen: Jubelnde Fürther Spieler!

Und damit möchte ich mich auch für heute schon verabschieden – ich hoffe wie immer, dass ich mit meinen Ansichten nicht allein dastehe und das Lesen angenehm war!

Euer Danny

Matchstatistiken

Bilanz: 15 Spiele, 2 Siege, 4 Remis, 9 Niederlagen. Torverhältnis: 18:33.

Letztes Pflichtspiel: 14.08.2016: Hannover 96 3:1 SpVgg Fürth (2. Bundesliga)

Form: SpVgg: SSNUN; Hannover: USSUS

Meine Wunschaufstellung: Megyeri – Gießelmann, Franke, Caligiuri, Narey – Hofmann, Pinter, Zulj – Bolly, Dursun, Berisha

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