Einen wunderschönen guten Abend, Kleeblattfans! Is schon wieder einigermaßen spät in der Woche, das Spiel gegen Düsseldorf liegt auch schon wieder einige Tage zurück und sind wir ehrlich, das Spiel wird einem nicht allzu lange im Gedächtnis bleiben – wenn man es mal mit dem Spiel gegen Hannover z.B. vergleicht. Und trotzdem gibt es auch dazu natürlich ein paar Anmerkungen und Gedanken meinerseits, die ich euch nicht vorenthalten möchte – aber fangen wir mal chronologisch an:

Das letzte Spiel: SpVgg Fürth 1:0 Fortuna Düsseldorf

Und da fang ich mal bei der Aufstellung an – und wie das so ist mit Radoki, er tat mir auch dieses Mal nicht den Gefallen, dass ich die Aufstellung richtig hatte (Ich hatte Sararer statt Bolly auf der Liste). Mit Zulj und Van den Bergh kehrten zwei Spieler in die erste Elf zurück, die aus unterschiedlichen Gründen in Aue pausierten mussten (Van den Bergh benötigte die Pause, Zulj war gesperrt), zudem kehrte der wiedergenesene Hofmann für Pinter in die Startelf – und dann noch Mathis Bolly für Sercan Sararer, da Radoki wohl mehr Tempo ins Spiel bringen wollte. Geklappt hat das zu Beginn zwar nicht – wie schon gegen Aue bestanden die ersten 40 Minuten aus einer einzigen, langen Abtastphase, in der aber auch beide Mannschaften gezielt die anderen stören wollten – bis nach 20 Minuten dann doch Bolly mit seiner phänomenalen Geschwindigkeit auf rechts durchgebrochen war, und einen Eckball rausholen konnte – der prompt zur ersten Chance im Spiel führte: Robert Zulj nahm die Ecke artistisch direkt, verfehlte das Tor aber dann doch. Auch die Fortuna hatte eine Gelegenheit nach 33 Minuten, doch Hennings vergab aus wirklich guter Position und so waren 40 Minuten gespielt, ohne dass allzu viel passiert war. Und dann kam unvorbereitet es zur aufregendste Szene des Spiels: Bolly nutzte erneut seinen Antritt, um sich Platz zu verschaffen und setzte Narey ein, dessen Flanke Dursun an den Gegner köpfte, bevor Zulj mit einem – erneut anspruchsvollen – Heber vollendete. 1:0 fürs Kleeblatt mit der dritten echten Möglichkeit des Spiels – die Führung war sicherlich nicht unverdient, aber dennoch aus dem Nichts.


Freude im Team nach dem TorBild: SpVgg-Fuerth.com

In der zweiten Halbzeit bot sich ein genau gegenteiliges Bild zu Aue: Am Anfang war Düsseldorf tatsächlich erpicht, den Ausgleich zu erzielen: Ein Kopfball an den Pfosten nach nichtmal einer Minute und ein wild an der Torlinie trudelnder Ball waren in den ersten 5 Minuten der 2. Halbzeit Beweis dessen, dass die Fortuna hier noch nicht aufgab. Doch, wer sich nun auf eine aufregende und spannende Halbzeit vorbereitet hatte, der wurde enttäuscht (oder eher verschont, aus Fürther Sicht), denn Radoki tat das einzig richtige: Der erneut leidenschaftliche Sontheimer verließ den Platz und mit Adam Pinter stand dafür ein erfahrenerer, zweikampfstarker Sechser an der Seite von Andreas Hofmann: Die Zeichen standen auf Ergebnis halten. Ein Wechsel, den es unter Ruthenbeck wohl kaum gegeben hätte, der jedoch komplett aufging: Nach diesem Wechsel kam es kaum noch zu ernsten Chancen für die Fortuna, einzig eine Chance nach einer Ecke und ein Schuss von Iyoha in der 92. Minute waren mit noch im Gedächtnis. Und so ging das Spiel arm an Ereignissen, aber dennoch erfolgreich zu Ende: Zum dritten Mal in der Saison und zum zweiten Mal in Folge spielt das Kleeblatt zu 0, und zum ersten Mal überhaupt diese Saison schaffen wir drei Spiele in Folge ohne Niederlage.

Wie gesagt, das Tor kam überraschend

Die Statistik spricht für Radoki

Und a propos 3 Spiele – mit nur 1 Gegentor in den letzten 3 Spielen und nur 3 in der Rückrunde setzten wir mit dem unspektakulären Sieg eine bemerkenswerte Serie fort: In der Rückrundentabelle sind wir derzeit fünfter, mit nur den Top3 und dem TSV 1860 in einer besseren Form! Woran das liegt ist einfach: Unter Janos Radoki ist es endlich gelungen, die Abwehr einigermaßen zu stabilisieren. 52% gewonnene Zweikämpfe über die gesamte Saison gesehen – das ist laut Opta (zusammen mit Union) Bestwert – sprechen eine eindeutige Sprache, die (mit Kaiserslautern) stabilste Abwehr der letzten Spieltage belegt das nur noch deutlicher. Und hier ist es an der Zeit, ein Lob auszusprechen: Mit keinem neuen Stamminnenverteidiger, und ausschließlich Van den Bergh als neuer Stammspieler mit defensiven Aufgaben ist es Radoki gelungen, aus einer der Schießbuden der Hinrunde (nur 3 Teams kassierten mehr Gegentore während der Trainerzeit Ruthenbecks) mit Platz 13 eine stabile Abwehr zu schaffen (nur 5 Teams mit besserer Abwehr seit Radoki) – und dennoch auch Ergebnisse einzufahren:
Auch hier spricht die Formtabelle eine klare Sprache, seit der Übernahme von Janos Radoki gerechnet sind wir hinter Stuttgart, Union und Hannover auf dem vierten Platz, und haben dabei gegen Union Remis gespielt und Hannover die bislang höchste Saisonniederlage zugefügt, mit dem ersten Mal, dass der Aufstiegskandidat 4 Tore kassierte. Man kann natürlich einwenden und muss zumindest anmerken, dass man jetzt das Glück hatte, mit Aue und Düsseldorf zwei offensiv ungefährliche Teams zu bespielen – aber wenn man ehrlich ist, in genau solchen Spielen hat man in der Hinrunde wie auch immer noch verloren oder Remis gespielt (Vgl: Sandhausen, Kaiserslautern, oder ganz einfach Düsseldorf). Und auch wenn wir nicht mehr wie zu Beginn der Saison Chance um Chance herausspielen, so ist es mir doch dennoch um einiges lieber, Spiele langweilig 1:0 gewinnen als in einem packenden Spiel 3:5 verlieren – wie zum Beispiel Monaco vorgestern in Manchester.

Insofern ist es Radoki nicht hoch genug anzurechnen, dass er den Unsrigen das leidenschaftliche und erfolgreiche Verteidigen beigebracht hat! Denn, und genau hier liegt der Unterschied, vor dem Abpfiff schaltet niemand ab, jeder kämpft für den anderen und das Team, und wenn es sein muss sind auch Robert Zulj und Serdar Dursun oft genug hinten anzufinden, um ein Gegentor zu verhindern. Und mal realistisch betrachtet: Genau das sind die Werte, die es in der zweiten Liga braucht, wenn man keinen Ausnahmekader (Hannover, Stuttgart) hat. Ich gebe gerne zu, zu Beginn der Saison dem Glauben erlegen zu sein, unsere Offensive könnte eine schwache Defensive abfangen – doch 21 Spiele später liegt das Kleeblatt in der Torstatistik im unteren Mittelfeld, und geht es um Torschüsse allgemein liegt das Kleeblatt mit nur 72 sogar auf Platz 16. Okay, zugegeben, auf dem geteilten 16. Platz. Und nun ratet mal, wer sich den Platz mit uns teilt: Richtig: Der FC Würzburger Kickers. Doch die Realität sieht einfach anders aus, nur selten konnte die Offensive defensive Schwächen übertönen (Nürnberg, Aue im Hinspiel).

Das nächste Spiel: Würzburger Kickers – Spielvereinigung


Motto des Hinspiels – ging nicht ganz auf.Bild: SpVgg-Fuerth.com

Und damit wären wir gleich beim Thema: Mit dem Kleeblatt und den Kickers treffen allgemein zwei Teams aufeinander, die es zuletzt nicht so mit der großen aufregenden Fußballkunst hatten: Während wir nun in zwei Spielen 1 Tor sahen, mussten die Kickers jüngst zum ersten Mal die Gnadenlosigkeit der 2. Liga spüren: 4 Spiele haben die Rothosen in der Rückrunde absolviert, vier Mal gewann man nicht, vier Mal kassierte man alle Gegentore nach der 80. Minute: Das 1:1 gegen Braunschweig in der Nachspielzeit, das 0:1 und 0:2 von Heidenheim um die 80. Minute, das 0:1 in Kaiserslautern und die Tore zum 1:1 und 1:2 in Würzburg um die 82. Minute herum bedeuten für die Kickers, dass man derzeit letzter Platz in eben dieser Rückrundentabelle ist – gemeinsam mit Düsseldorf. Nach einer beeindruckenden Phase zu Saisonbeginn sind die Mainfranken derzeit in einer Schwächephase, seit dem 14. Spieltag konnte man nur gegen den VfB Stuttgart den vielbeachteten 3:0-Achtungserfolg verbuchen.

Doch was bedeutet das nun für unser Kleeblatt und das Spiel am morgigen Freitag in Würzburg? Naja, in allererster Linie: Auf ein spektakuläres Spiel mit vielen Chancen und Toren werden wir uns wohl auch diese Woche kaum freuen dürfen. Im Gegenteil könnte uns wohl eher eine erneut zähe Partie bevorstehen, mit einem FC Würzburger Kickers, der zwar die bitteren Momente der letzten Wochen wieder gut machen will – aber trotzdem immer noch der FC Würzburger Kickers ist. Das mag despektierlich klingen, ist aber keinesfalls so gedacht – im Gegenteil: Mit einem zweikampfstarken und leidenschaftlichen Fußball hat sich Würzburg erst seine gute Position erarbeitet, mit der sie sich aktuell ihre Schwächephase erlauben dürfen. Für die große Fußballfeinkost ist dort zwar kein Platz – aber beim Fußball zählt bekanntlich nur das Ergebnis, und das gab den Kickers bisher recht.

Der Trainer ist meiner Meinung

Wenn man also nun annimmt, dass wir am Freitag wieder ein Spiel der Marke „zäh“ erwarten dürfen, dann bin ich an dieser Stelle tatsächlich geneigt zu sagen, dass man einfach weitermachen soll wie bisher in der Rückrunde. Gut, natürlich nicht ganz wie bisher, aber im Vergleich zur Hinrunde gibt es eindeutig weniger anzumahnen! Der größte Makel des aktuellen Fußballs der Spielvereinigung ist weiterhin, dass bei aller defensiven Stabilität die offensive Qualität leidet (gut, in der Hinrunde war es andersrum und das war nicht schön), wenngleich man in dem Fall dem Team zugestehen muss, dass Aue und Fortuna auch defensiv gut standen. Und dennoch, so ist meine Hoffnung, würde sich ein wenig mehr Spritzigkeit im Spiel nach vorne einige Chancen bereiten! Immerhin, und das sah man sowohl in München, gegen Düsseldorf und Aue und natürlich gegen Hannover – wenn wir es schaffen, das Spiel schnell und schnörkellos zu machen, dann kommt die Gegnerabwehr schnell ins Wanken, auch die der Kickers. (Ich verweise dabei auf meine Auflistung der Tore im letzten Blogeintrag)

Wobei auch die Frage gestellt werden darf, warum das bisher nicht klappt – am Personal liegt es wohl kaum. Mit Bolly, Narey, Berisha, Freis (ja, auch er) und theoretisch Sararer haben wir einen äußerst schnellen Kader, daran liegt es also nicht. Das Problem liegt meiner Meinung nach oftmals mehr dabei, die Bälle nach Ballgewinn auf die Außen oder auch durch die Mitte zu verteilen. Gerade gegen Düsseldorf war es mehrfach so, dass Robert Zulj den Ball in aussichtsreicher Position durch ein verlorenes Laufduell nicht halten konnte – nur beispielsweise genannt. Und in diesen Momenten wird einem schmerzlich bewusst, wie sehr man von den öffnenden Bällen eines Jurgen Gjasula profitiert hat, und wie sehr diese fehlen. Aber, da dieser auch in den nächsten Spielen erstmal nicht zur Verfügung stehen wird, bleibt mir nichts anderes, als die Hoffnung zu wecken, dass Sontheimer, Zulj, Pinter und Hofmann durch geeignete Trainingsübungen ihr Verhalten mit dem ersten Ballkontakt und in der Ballverteilung beständig verbessern. Und natürlich muss gesagt werden: Wenn die Kickers bisher alle Gegentore der Rückrunde nach der 80. kassiert haben, dann darf kein Spieler vor dem Abpfiff abschalten. Natürlich gibt es keine Garantie auf späte Tore, aber so eine Schwäche nicht mal versuchen auszunutzen, wäre höchst Fahrlässig. Und sind wir ehrlich – jeder von uns würde doch einen weiteren langweiligen Sieg einer spannenden Niederlage vorziehen, oder? Meinentweegen könnten wir auch den Rest der Saison langweilig 1:0 gewinnen…

Der Schiedsrichter für das Spiel

Aber, wo schon Namen genannt wurden, will ich wieder den Schlenker in die Aufstellungsvorhersage wagen: Einerseits ist es so, dass es in der Abwehr ausnahmsweise und zum Glück weiterhin keiner Änderungen bedarf – trotz einigen Schwächen Caligiuris denke ich, dass er zur Stabilisation beiträgt. In der Offensive auf der anderen Seite, stehen mehrere Möglichkeiten im Raum: Zwar dürften auch hier Van den Bergh, Narey, Zulj, Hofmann und Dursun gesetzt sein, hinter Bolly und Sontheimer dagegen steht ein gewisses Fragezeichen: Bolly ist zwar Einleiter des Tores gegen Fortuna gewesen, aber komplett überzeugt hat er auch nicht. Ich will das nicht einmal allzu negativ auslegen, nach seiner Verletzungsgeschichte ist ihm das zuzugestehen – aber trotzdem ist es immer eine Überlegung wert, den zweikampfstärkeren Berisha einzusetzen. Aber auch ein Einsatz von Freis ist immer eine Möglichkeit – trotz einiger Schwächen ist ihm immer ein ungewöhnlicher Einfall zuzutrauen. Patrick Sontheimer dagegen beeindruckt mich und andere zwar mit Leidenschaft und Willen – aber für mich wirkt es so, als könnte ihm eine kurze Pause guttun. Zu oft geht er doch etwas übermotiviert in die Zweikämpfe – gut, angesichts einiger Szenen aus seinen Spielen stellt sich einem die Frage, würde sich das mit Pinter allzu sehr ändern? Wie dem auch sei, Adam Pinter ist die Variante mit mehr Erfahrung, was gegen die Kickers nie von Nachteil ist. Von daher tendiere ich tatsächlich dazu, Pinter in meine persönliche Startelf zu berufen – Patrick Sontheimer mit seinen 18 Jahren wird auch aus Bankeinsätzen wichtige Lehren ziehen.

Soweit wäre es das von meiner Seite aus – ich wünsche allen unter euch, die nach Würzburg fahren (übrigens mich inklusive 😀 ) einen erfolgreichen Ausflug und viel Spaß, bevor wir uns dann nächste (Derby-)Woche wieder lesen!

Danny

Mein Tipp: Würzburg 0:1 Kleeblatt

Matchstatistiken

Bilanz: 32 Spiele, 29 Siege, 1 Unentschieden, 2 Niederlagen, Torverhältnis: 149:23

Letztes Pflichtspiel: 16.09.2016: Kleeblatt 0:3 Würzburg (2. Bundesliga)

Form: SpVgg: UNSUS, Würzburg: SUNNN

Meine Wunschaufstellung: Megyeri – Gießelmann, Caligiuri, Franke – Van den Bergh, Pinter, Hofmann, Zulj, Narey – Berisha, Dursun

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