Servus Kleeblattfans! Nach so einem Derbysieg fühlt sich das schreiben natürlich gleich viel schöner an, und ich hoffe euch geht es beim Lesen ähnlich! Und, was will man sagen? Im Gegensatz zum Hinspielsieg war es dieses Mal sogar ein verdienter Sieg einer Radoki-Typisch spielenden Elf. Doch, es wäre ja kein Optimistenblog, wenn ich nicht jetzt zur Achtung mahnen würde. Das klingt zwar im ersten Moment etwas diffus, aber ich möchte es euch wie immer näherbringen, was ich meine:

Das letzte Spiel: Spielvereinigung Fürth 1:0 FC Nürnberg


Derby-Choreo – das konnte nur gut enden! Bild: spvgg-fuerth.com

Aber bevor ich das etwas genauer erläutere, bleib ich meinem Vorgehen treu und will noch mal ein paar Worte zum Spiel finden – und die sind dieses Mal tatsächlich wieder positiver Natur! Angefangen bei der Aufstellung: Wie immer spielten wir im 3-5-2, dieses Mal habe ich tatsächlich den Nagel auf den Kopf getroffen (ok, fast): war keinen sonderlich guten Tag erwischt hat, aber dennoch immer wieder für Verunsicherung bei der FCN-Abwehr gesorgt hat. Die wichtigere Änderung im Spiel war allerdings die Hereinnahme von Adam Pinter! Ich muss gestehen, dass der Gedanke mir nicht sofort kam (deswegen ist ja auch Janos Radoki der Trainer) – aber zusammen mit Andreas Hofmann war es genau dieser Adam Pinter, der schon früh in der Partie einen gehörigen Anteil am Spiel des FCN hatte.

Am Spiel des FCN? Ja, richtig! Denn der FCN, der hat meiner Meinung nach ganz tief in die Trickkiste zu greifen gemeint. Alois Schwartz hat sich offenbar das Spiel des Kleeblatts in Würzburg angesehen, wo wir immerhin überhaupt nicht zur Geltung kamen. Denn nur so lässt sich erklären, dass der FCN plötzlich mit exakt der gleichen Formation spielen ließ, die auch der FC Würzburger Kickers auflief – mit insgesamt 6 gelernten Verteidigern. Die Marschrute der Nachbarn war klar: Hinten gut stehen, und mit den 3 Verteidigern im Mittelfeld die Fürther Nerven. Bloß mit einem Unterschied: Würzburg hatte das drauf, Nürnberg nicht. Im Gegenteil – und jetzt kommt Adam Pinter wieder ins Spiel – denn anstatt, dass der FCN unseren Aufbau stört wie Würzburg am vorletzten Freitag, war das genaue Gegenteil der Fall! Unsere Mannschaft hat eine verunsicherte Mannschaft des FC Nürnberg von Beginn an klar gestört, ist den Gegner angelaufen, und hat die Nürnberger – ohnehin derzeit Offensiv unbeholfen – zu hohen Bällen gezwungen, und war dann ziemlich schnell wieder im Ballbesitz. Und wenn die Nürnberger doch mal in Ballbesitz waren im Mittelfeld, dann waren es eben diese Pinter und Hofmann, die jeden Zweikampf mit Härte und Konsequenz so geführt haben, dass der FCN ziemlich früh sichtbar keine Lust mehr auf das Spiel gehabt hat. Die Konsequenz war, dass nach ca. 60 Minuten der FCN dann eine ohnehin unglaublich ungefährliche und uninspirierte Partie noch passiver angegangen ist, und das Kleeblatt langsam aber sicher die Offensive erhöht hat, nachdem auch Trainer Radoki das Spiel sah und gemerkt hat, dass von diesen Nürnbergern so schnell keine Gefahr droht.

Es kam dezente Freude auf.

Und jetzt schickte sich nach der überzeugenden Doppelsechs ein anderer Spieler an, Spieler des Spiels zu werden: So gegen die 60. Minute war hat das Kleeblatt etwas umgestellt: Nicht mehr Sararer und Bolly (bzw. Dursun) waren eine Doppelspitze, sondern Sercan Sararer hat sich fallen lassen und gemeinsam mit Robert Zulj als Mittelfeldzentrale agiert. Das Signal war klar: Der FCN hat absolut keinerlei Interesse am Sieg, also machen wir das mal. Und was will man sagen, das hat Funktioniert! Sercan hat den Rest des Teams, vor allem Robert Zulj, mitgezogen, und so ab der 65. Minute dominierte das Kleeblatt dann eine Partie, ohne dass man große Gegenwehr zu spüren bekam – und so waren es kurz danach Chancen von van den Bergh (per Kopf), Pinter (zu unplatziert), Narey (zur Ecke geblockt) und Dursun (beim Kopfball in Rücklage), die diese Dominanz unterstrichen. Zugegeben, Großchancen waren das nicht gerade – aber es waren Abschlüsse, es waren klare Signale des Kleeblatts an den FCN! Und so war es dann auch absolut verdient und absehbar, dass in diese Phase ein Tor fällt (Die alte Regel „Wenn die einen die Chancen haben, machen die anderen das Tor“ ist unter Zuhilfenahme von „Der Glubb is a debb“ hier nicht anzuwenden) – und wie sonst sollte das Tor fallen, als nach einem Solo von Sercan Sararer durch als FCN-Spieler verkleidete Slalomstangen, bevor Robert Zulj den Abschluss sucht und unter der Zuhilfenahme von Margreitters Rücken das Tor fand.


Freude beim Derbyhelden: Robert Zulj. Bild: Kleeblatt auf Twitter

Und auch danach war es eine erfreulich einseitige Partie! Normalerweise rechnet man mit einer Gegenoffensive – doch Balazs Megyeri war nur zwei Mal gefragt: einmal musste er gegen Isak klären, und ein Mal… naja, was soll man dazu sagen? Ich kann es mir nicht erklären, was Caligiuri zu diesem Kopfball trieb. Es war eigentlich eine 1:1-Kopie vom ersten Gegentor in Dresden, auch hier klärte unser Kapitän einen Ball per Kopf in den Lauf des gegnerischen Stürmers, der aus ähnlicher Position dann aber per Traumschuss das Tor traf, was Ishak (zum Glück) nicht vergönnt war. Aber bezeichnend für die Partie war viel mehr als dieser Lapsus eine Aktion ein paar Minuten später: Die größte Chance nach dem 1:0 war nicht etwa eine FCN-Chance zum Ausgleich, sondern ein direkter Freistoß von Robert Zulj aus 40 Metern an die Latte – es ist erstaunlich wie erfreulich, dass Robert derzeit so aufspielt, nachdem er wieder etwas Selbstbewusstsein zurückerlangt hat, offensichtlich.

Sprechen eine klare Sprache: Die Statistiken!

Die Frage, die ich (mir) nun stelle ist: Wie ordnet man dieses Derby jetzt am besten ein? Zuerst einmal nüchtern betrachtet: Gegen einen absolut schwachen Gegner, der nur darauf aus war, das Tor zu verteidigen und nicht zu verlieren, hat man nicht schön, aber mehr als verdient 1:0 gewonnen. Über alle Phasen des Spiels hatte man den Gegner unter Kontrolle, wobei ich auch nicht drum rum komme, zu erwähnen, dass sich der FCN auch verdammt einfach kontrollieren ließ. Man merkte aber eine klare Differenz zum Hinspiel! Dort war der FCN noch gewillt, das Spiel zu machen und Tore erzielen. Gut, das haben wir auch gewonnen, aber so ein (hoch)verdienter Derbysieg ist irgendwie dann doch besser als ein Duselsieg wie im September. Ein Radoki-Typischer 1:0-Erfolg war es eben am Sonntag. Aber a propos Hinspiel: Bei allen Nebenfaktoren, das Kleeblatt hat am Sonntag Historie geschrieben! Denn erst zum dritten Mal überhaupt in der langen, langen Derbygeschichte kann das Kleeblatt beide Derbys einer Saison gewinnen! Nur 1949/50 und 1972/73 war das Kleeblatt bisher zwei Mal Siegreich über den FCN – und eben 2016/17. Und glaubt man dem aktuellen Trend beider Teams, dann scheint sich in dieser Saison mehr historisches anzubahnen: Auch wenn das ein für die TV-Gelder unwichtiger Faktor ist, für die fränkische Fan-Seele immer wieder wichtig ist folgende Frage: Schaffen wir endlich eine Platzierung vor unseren Nachbarn? Ich behaupte: Dieses Jahr ist alles möglich!

Das nächste Spiel: SV Sandhausen – Derbysieger

Okay, vieles. Einen Aufstieg werden wir wohl kaum erleben, aber schaut man sich die Tabelle an, dann grüßen wir derzeit von einem Phantastischen 7. Platz – und spielen nun gegen den SV Sandhausen als Tabellen-8. immerhin als das besser platzierte Team (was zuletzt am 9. Spieltag der Fall war) – und damit auch gegen ein Team, das derzeit in FCNesquer Negativform ist: Die letzten 4 Spiele konnten allesamt nicht gewonnen werden, drei Mal in Serie verlor der SV Sandhausen bevor er in Heidenheim einen 2:0-Vorsprung zu einem 2:2 verspielt hatte. Damit ist er zwar das Gegenteil von unserem Kleeblatt, das jetzt schon 5 Spiele ungeschlagen ist (drei Siege, zwei Remis), die Qualität des SV Sandhausen ist allerdings unbestritten vorhanden!


Zuletzt beim SV Sandhausen! Bild: spvgg-fuerth.com

Denn wenn ich ein wenig auf das Spiel von Sandhausen in Heidenheim blicke, und die zugehörigen Spielberichte lese über dieses Spiel, dann fällt auf: Der SV Sandhausen spielt mit frühem Anlaufen, Stören und setzt seine Gegner sofort unter Druck. Und richtig, genau so hat uns der FC Würzburger Kickers aus dem Spiel genommen, und genau so hat der FCN es zumindest versucht. Vom SV Sandhausen ist daher zumindest anzunehmen, dass er ebenfalls mit dieser Taktik versuchen wird, unser Spiel zu kontrollieren. Und, das muss man trotz Derbysieg festhalten, derzeit ist es nicht gerade unsere größte Stärke, das Spiel zu machen. Selbst gegen den FCN, der einer der harmlosesten Gegner des Kleeblatts diese Saison war, gab es erst nach Einzelaktionen und Abwehrfehlern große Chancen – es wird also kein einfaches Stück Arbeit, gegen die Sandhäuser. Aber was will das schon heißen, wann ist Profifußball schon ein einfaches Stück Arbeit? Egal wie, es erwartet uns gegen den SV Sandhausen wohl ein weiteres Spiel von der Marke Düsseldorf, Nürnberg, vielleicht auch mehr in Richtung Würzburg. A propos Würzburg, eine Sache müssen wir doch definitiv verbessern: Wir müssen mit Selbstvertrauen in eine Partie gehen, denn immerhin sind wir derzeit auf der Formtabelle weiterhin vierter Platz! (Ich werde weiterhin nicht müde, dies zu genießen!)

Kurz gesagt: Wir können erhobenen Hauptes, mit dem Wissen von einer guten Serie, in ein Spiel gehen, das wichtiger ist als es scheint! Warum? Weil, und da schließe ich an die Einleitung an, die nächsten Wochen für den Ausgang einer Saison entscheidend sein können, die viele bereits abgetan haben. Natürlich ist es vermessen zu sagen, wir könnten nochmal oben angreifen – aber was durchaus realistisch erscheint, ist im „Kampf“ um den fünften Tabellenplatz eine gute Rolle zu spielen! Immerhin, nachdem wir ja mal in ganz Deutschland für unser Abo auf Platz 5 bekannt waren wäre das die erste Platzierung auf diesem Platz seit dem Jahr 2009 und würde die konsequente Entwicklung unseres Kleeblatts unterstreichen, dass sich nach dem fürchterlichen Abstiegskampf wieder berappelt: Platz 14 folgte Platz 9 – Platz 5 wäre damit eine „Kletterung“ von 9 Plätzen in zwei Saisons. Zudem, und gerade für uns ist das wichtig, ist jeder Platz wichtig in Hinsicht auf den neuen TV-Vertrag der DFL – und natürlich auch für die Fanseele unseres Kleeblatts!

Auch dabei: Euer Autor

Und genau das meine ich mit Achtung: In der Hinrunde haben wir nach dem Derbysieg eine beispiellose Negativserie hingelegt. Nach dem 1:1 gegen Sandhausen folgten ein 0:4, einige 0:1 und schließlich die Entlassung von Stefan Ruthenbeck – und genau das will man als Wiederholung vermeiden. Ich könnte noch weitere Gründe anbringen, aber irgendwann sprengt das ja auch den Rahmen einer Spielvorschau – vor allem, wenn es nicht direkt um das Spiel geht.

Aber um ganz ehrlich zu sein – so ein Blog lebt ja auch von Kritik und Änderungswünschen – aber derer habe ich derzeit einfach nicht so viel. Man muss einfach sagen, dass meiner Meinung nach Janos Radoki aus diesem Kader das Maximum aus dem rausholt, was in ihm steckt – und so viel gibt es nicht zu verbessern derzeit. Klar stockt es weiterhin im Spiel nach Vorne – aber solange die Ergebnisse stimmen, und das tun sie ja, will ich da auch nicht mehr Offensive fordern (gerade nach den negativen Erinnerungen an Ruthenbeck). Auch mein Aufstellungsbingo angeht, habe ich dieses Mal wenig zu meckern: Mathis Bolly und Sercan Sararer im Sturm eine neue Chance geben kann eine Möglichkeit sein. Bei Bolly muss man eben immer bedenken, wie lang seine Verletzungsgeschichte gewesen ist, bei Fortuna und auch beim Kleeblatt. Von daher wäre es denke ich gar nicht mal so schlecht, den immerhin pfeilschnellen Mann weiterhin von Beginn an zu bringen, und Dursun eventuell zu einem späteren Zeitpunkt als Joker einzusetzen. Spielpraxis ist in so einem Fall immerhin das wichtigste und höchste Gut für Bolly!


Und noch etwas vorher in Sandhausen… Bild: spvgg-fuerth.com

Die andere Frage, die sich immer stellt ist: Sontheimer, Kirsch oder Pinter? Ob die Mannschaft aggressiv wie gegen Nürnberg spielen muss, sodass der defensivste Pinter aufgestellt ist, ist fragwürdig. Benedikt Kirsch und Patrick Sontheimer hingegen sind die offensiveren Optionen – und ich traue mich fast nicht, hier einen „Favoriten“ zu nennen. Immerhin, egal welcher der beiden (oder doch Pinter) neben Hofmann stehen wird, alle sind in ihrer Art gut und wichtig. Ich persönlich bevorzuge fast den offensiven Kirsch – aber so kennt man Janos Radoki eigentlich nicht. Die einzig sichere Änderung wird Khaled Narey darstellen: Der Rechtsaußenspieler hat seine fünfte gelbe Karte gesehen, und wird nicht zur Verfügung stehen. Wenn ich ehrlich bin, bin ich hier auf dieser Position für eine Jugendlösung: Dominik Schad, jüngst 20 geworden, wartet seit dem Spiel in Dresden auf eine Chance, und könnte diese erlangen. Andere Optionen sind Gießelmann, für den dann ein Gugganig oder Rapp in die Innenverteidigung rücken könnte – oder van den Bergh, wobei Gießelmann links spielen würde und erneut Gugganig oder Rapp die Chance bekämen – aber ich persönlich tendiere hier eher zu Konstanz.

Konstant bleiben hoffentlich auch die Ergebnisse – nach dem Derbysieg gegen den Auswärtstrend einen Sieg in Sandhausen einfahren wäre doch auch was, oder? Damit möchte ich den Eintrag für euch Derbysieger beenden, und wünsche euch noch einen guten Tag – und 3 Punkte am Sonntag!

Danny

Mein Tipp: Sandhausen 0:1 Kleeblatt

Matchstatistiken:

Bilanz: 11 Spiele, 5 Siege, 3 Remis, 3 Niederlagen

Letztes Pflichtspiel: 23.09.2016: Kleeblatt 1:1 SV Sandhausen (2. Bundesliga)

Form: Sandhausen: SNNNU; Kleeblatt: SUSUS

Meine Wunschaufstellung: Megyeri – Gießelmann, Caligiuri, Franke – Van den Bergh, Kirsch, Hofmann, Zulj, Schad – Sararer, Bolly

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