Einen wunderschönen guten Dienstagabend, liebe Kleeblattfans! Wie ich schon auf meiner facebook-Seite geschrieben habe, kommt mein Beitrag zum Spiel gegen den VfB Stuttgart dieses Mal vergleichsweise früh – bis zum nächsten Spiel ist immerhin noch fast zwei Wochen Zeit. Und sind wir mal ehrlich: Dieser Sieg hat seinen eigenen Eintrag verdient! Ich denke, selbst die hartnäckigsten Optimisten unter euch – unter anderem ich – haben sich vom Spiel gegen den bis dato 2017 ungeschlagenen Spitzenreiter nur ein Remis ausgemalt.

Das letzte Spiel: Spielvereinigung 1:0 VfB Stuttgart


Daumen hoch für die Fans und das KleeblattBild: SpVgg-Fuerth.com

Doch das, was wir dann am Samstag im Ronhof miterleben durften, das übertraf höchstwahrscheinlich alle von uns Fans gestellten Erwartungen und Hoffnungen an das Spiel! Die Spielvereinigung zeigte – da bin ich mir ziemlich sicher – ihre bisher beste Saisonleistung und schaffte es über fast 90 Minuten hinweg, einen scheinbar übermächtigen Gegner komplett an seine Grenzen zu bringen!

Dabei wirkte es bei der Aufstellung noch eher negativ – sowohl Sercan Sararer, als auch Mathis Bolly konnten nicht am Spiel teilnehmen. Viele um mich rum im Stadion, wie auch ich selbst, hatten nun die Sorge, die individuelle Klasse von Sercan würden unserem Spiel fehlen – doch nach dem Spiel wage ich sogar die Behauptung, dass seine Abwesenheit ein positiver Fakt gewesen ist! Denn wenngleich Sercan Sararer in Spielen wie gegen den FC Nürnberg oder auch Mainz 05 ein Team mitreißen kann, und mit individueller Klasse punkten kann – bei unserem Sieg gegen Stuttgart hingegen war das Spiel geprägt von einem 90 Minuten andauerndem, aufopferungsvollen Spiel, das nicht von Individualspielern, sondern dem Kollektiv geprägt war, und da sehe ich persönlich deutliche Vorteile bei Veton Berisha – der das Team gewissermaßen auch mitgerissen hat, nach 9 Minuten.

Internationale Anerkennung für Radoki: Vorhanden

A propos vom Kollektiv geprägt: Nachdem unser Kleeblatt seit 7 Spielen unbesiegt ist, hat man diesen Samstag eindrucksvoll den Beweis abgeliefert, dass dies nicht an einzelnen Spielern liegt: Gegen den VfB Stuttgart hat ein jeder Spieler bis zur letzten Sekunde des Spiels alles dafür gegeben, für die Mannschaft und die Fans diesen Sieg über die Zeit zu bringen! Wie oft haben wir in der Hinrunde gesehen, dass gegen Ende des Spiels die Konzentration und Stabilität gefehlt hat – es sei nur Sandhausen und Düsseldorf erwähnt – und so manch Spieler das Laufduell in der 90. Minute hergeschenkt hat? Genau das findet man nicht mehr unter Janos Radoki, und nur so gewinnt man Spiele gegen den VfB Stuttgart, Hannover 96 oder den FCN.

Zurück zum Spiel: Nach 4 Minuten eine spielentscheidende Szene: Nach einer Ecke waren wir zu weit vorne und wurden von Mané ausgekontert, der alleine aufs Tor zuläuft. Doch dieses Mal war es Megyeri, der das Duell für sich entscheiden konnte – und nicht die Leihgabe aus Lissabon, wie in der Hinrunde. Nicht nur, dass in diesem Moment dem VfB bereits klar war, dass es dieses Mal schwerer werden würde – auch das Kleeblatt war von hier an gewarnt, Stuttgart zu viel Raum zu lassen. Die Folge war, dass ab dort in der restlichen ersten Halbzeit die Absicherung verstärkt wurde, und wann immer Mané mal wieder einen Lauf startete sofort Gießelmann, Caligiuri, Narey oder Van den Bergh dabei waren. Der so starke Mané war dadurch praktisch komplett aus dem Spiel genommen, ein nicht unwichtiger Schlüssel zum Sieg meiner Meinung nach.


Erleichterung und Freude bei Veton BerishaBild: SpVgg-Fuerth.com

Ein anderer Schlüssel war 90km/h schnell und unhaltbar: Der Schuss von Berisha war nicht nur ein wunderschön erzieltes Fernschusstor, auch er stand für etwas: Das gewonnene Selbstvertrauen im Kader! Gegen den Spitzenreiter muss man sich auch erstmal trauen, aus 30 Metern einfach so abzuziehen – zum Glück tat Veton das, und wurde endlich für all die Kilometer belohnt, die er jedes Spiel geht. Von da an sah man den VfB verunsichert und komplett von unserer Spielweise überrumpelt – und der Fan im Ronhof sah ein Kleeblatt, wie er es lange nicht mehr sah: Dominant und kombinationssicher spielten sich die Weißen nach vorne und brachten die wohl beste Mannschaft der Liga mehrfach in Bedrängnis, zur Halbzeit hätte es gut und gerne 3:0 für uns stehen können – man möchte sich glatt dran gewöhnen, so unrealistisch das auch ist.

Noch verhaltene Freude zur Halbzeit

Doch bereits die zweite Halbzeit im Spiel war dann schon weniger angenehm – der VfB versuchte viel, um das 1:1 noch zu erzielen, und hier möchte ich selbst an so einem Tag eine leichte Kritik ansetzen: Vielleicht vom Ergebnis beflügelt, vielleicht aus Unachtsamkeit ließ man dem Gegner in der Zeit von Minute 50 bis 80 ca. in vielen Situationen zu viel Platz und Raum, um nach vorne zu spielen. So ist es in mehreren Situationen dem Schiedsrichter zu verdanken, dass er Offensivfoul pfiff in Szenen, die in meiner Betrachtung klare Fouls der unseren waren, oder einfach der Schlampigkeit der Stuttgarter. Man kam nicht mehr so ins hohe Pressing, konnte aber auch gleichzeitig nicht die Räume effektiv verschließen – eine Unachtsamkeit, die zwar gegen den Spitzenreiter ob dessen Qualität noch vertretbar ist, aber dennoch schleunigst ausgebessert werden sollte. Achso, und natürlich das zuweilen chaotische Verhalten bei Standards/Flanken des Gegners sollte man tunlichst in den Griff bekommen, um nicht in unnötige Gefahr zu gelangen – immer wird uns das Glück des Abseitspfiffes oder die Reaktionsgeschwindigkeit von Megyeri wohl kaum hold sein.

Aber – ich kann und will der Mannschaft dies nicht übel nehmen, erst recht nicht gegen eine Mannschaft, die bis dato 2017 kein Spiel verloren hatte und vom Kader her ein klarer Bundesligist ist! Im Gegenteil, ich möchte noch einmal ein Lob aussprechen: In einer Zeit, in der das Kleeblatt nicht mehr den Aufstiegsglanz früherer Tage versprüht, ist es unter Janos Radoki dennoch eine Mannschaft, auf die der Fürther Fan stolz sein kann! Eine Mannschaft, die vielleicht nicht gut genug für den Aufstieg sein mag – aber dennoch in vermeintlich unwichtigen Spielen (die Saison ist de facto ja gelaufen) jeden Meter geht, um einen Sieg gegen den Tabellenführer zu erringen! Egal wie offenkundig ausgelaugt ein Serdar Dursun oder Veton Berisha gewesen ist, bis zuletzt gingen beide jedem noch so sicher verlorenen geglaubten Ball nach, um den Roten Spielern keine Ruhe zu verschaffen.


Vorbildlich: Mannschaft und Fans als EinheitBild: SpVgg-Fuerth.com

Vergleicht man das Mal mit der Hinrunde ist das ganz klar der Verdienst von Janos Radoki, der es als erster Trainer seit langer Zeit wieder geschafft hat, diese Mentalität in die Mannschaft zu bringen. (Um genau zu sein, habe ich das zuletzt im Relegationsjahr erlebt – nicht einmal im Abstiegskampf vor zwei Jahren war die Mannschaft derart kämpferisch veranlagt!). Und nur so lässt es sich erklären, dass diese Mannschaft, die in der Hinrunde teilweise so grottenschlecht spielte und Spiel um Spiel verlor ohne eigenes Tor nun seit Ende Januar ungeschlagen ist und auf Platz 6 der Tabelle der 2. Liga steht – und dabei zwei mal im Ronhof den jeweiligen Spitzenreiter besiegt hat, noch dazu das Derby gewann. Insofern – ich habe es schon mehrfach erwähnt, aber:

Bitte mach einfach so weiter, Janos Radoki! So wird es mir zwar irgendwann2 schwerfallen, jedes Spiel etwas zu schreiben ohne mich zu wiederholen, aber wenn unser Kleeblatt dafür weiter Anlass gibt, 7 Spiele in Folge stolz auf die Spieler auf dem Rasen zu sein, dann ist es mir das absolut wert!

Das nächste Spiel…

Ist erst in 2 Wochen, daher gibt es dazu dann einen eigenen Eintrag von mir! Von daher wünsch ich euch eine gute Woche 🙂

Danny


Einfach herrlich: Die Tabelle zurzeit. (Quelle: Kicker)

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