Servus! Mein letzter Eintrag in diesem Blog ist zwar schon ein paar Tage alt – aber das macht ja nichts. Viel mehr macht die Niederlage am Samstag in Kaiserslautern – aber eher wegen der Entstehung dieser, nicht wegen dem reinen Ergebnis. Wollen wir am Sonntag in Bochum wieder zählbares mitbringen, müssen wir besonders defensiv wieder einiges ändern – aber erstmal zum Spiel in Kaiserslautern:

Das letzte Spiel: Kaiserslautern 2:0 Kleeblatt


Kleeblattfans in Kaiserslautern!Bild: SpVgg-Fuerth.com

Eigentlich konnte man es ja fast ahnen, wie das Gastspiel unseres Kleeblatts am Betzenberg enden würde. Seit vielen Jahren war für das Kleeblatt gegen den FCK und im Besonderen auf dem Betze nichts, aber auch gar nichts zu holen. Der FC Kaiserslautern entwickelte sich für uns zu einer Art Angstgegner, wie wir es etwa für Mainz oder Union Berlin sind. Und trotzdem ist es durchaus schade, wie das Spiel verlaufen ist. Denn das Kleeblatt, ob des Ausfalls von Gießelmann 1/3 seiner Dreierkette beraubt und daher wieder in Viererkette spielend, hat eine durchaus ansprechende Phase in der ersten Halbzeit gespielt. Nach etwa 10 Minuten nämlich war der anfängliche Sturm der roten Teufel verflogen, die mit viel Wut und Willen aus der Kabine kamen. Das Kleeblatt arbeitete langsam aber sicher daran, die Spielkontrolle völlig zu übernehmen und den Mannen in Rot komplett in die Defensive zu bringen. Zeugen dessen sind unter anderem Abschlüsse von Berisha und eine Großchance von Khaled Narey – bis zur 20. Minute wirkte es dann, als ob das Spiel komplett in eine Richtung gehen würde. Zwar vermisste man auch in diesen Phasen den klaren Zug zum Tor – ob der Kontrolle wirkte das allerdings nur wie eine Frage der Zeit, bis sich dieses Problem auflösen würde.

Treffend formuliert von Lauterer Fans..

Doch dann war es soweit, und man konnte erahnen welche Art Spiel das werden würde: Von der Mittellinie aus spielte Heubach einen Pass bis zu unserem Sechzehner – und weil Adam Pinter, der statt im DM in der Innenverteidigung spielen musste, diesen Ball vollkommen falsch eingeschätzt hat, war Zoua aus dem nichts frei vor dem Tor, und hatte wirklich keinerlei Probleme mit dem 1:0 für die Gastgeber. Auch danach war das Kleeblatt allerdings die bessere Mannschaft – bis ein zweiter langer Ball auf Mwene und dessen Chip in den Rücken unserer Abwehr Moritz die Chance gab, vollkommen frei zum 2:0 zu treffen. Diese zwei Situationen, ein Konter mit langem Ball und ein langer Ball reichten vollkommen aus, um das Spiel zu entscheiden – es wirkte ein wenig wie ein Rückfall in Zeiten von Stefan Ruthenbeck. Auch unter ihm haben wir vorne durchaus Gefällig gespielt, meist jedoch ohne den finalen Druck auf das Tor zu erzeugen. Und auch bei ihm hat es oft nur einfacher Mittel gebraucht, um unsere Abwehr zu überlisten und ein Tor gegen das Kleeblatt zu erzielen – ohne jetzt einen dauerhaften Rückfall heraufzubeschwören war es durchaus unschön, was am Samstag über weite Strecken im Fritz-Walter-Stadion passierte. Die logische Frage lautet: Warum dieser Rückfall?

Frustration während dem Spiel

Zuerst einmal, die taktische Umstellung. Wegen erwähntem Ausfall von Gießelmann probierte sich Radoki an einem 4-2-3-1 (ebenjenes System, das auch Ruthenbeck meist spielen ließ, und das auch gegen den BTSV schon kurzzeitig akquiriert wurde). Dabei spielte überraschend Caligiuri als Rechtsverteidiger, und Adam Pinter durfte sich – wie erwähnt – als Innenverteidiger versuchen. Seine Stelle im Mittelfeld füllte Rückkehrer Jurgen Gjasula aus, im Sturm spielte wieder Dursun. Was erstmal logisch klang, hatte doch – wie sich herausstellte – zwei größere Fehler:

  1. Adam Pinter ist kein Innenverteidiger. Wie schon einige Fradi-Fans nach dem Wechsel im Januar anmerkten, ist Adam Pinter ein hervorragender defensiver Mittelfeldspieler – aber kann diese Leistung als Innenverteidiger nicht bestätigen. Auch am Samstag konnte man in mehreren Situationen sehen, dass der Ungar in der Zentrale viel besser aufgehoben ist, und hinten überfordert wirkt.
  2. Die Dreierkette! Ich weiß nicht warum, aber kaum spielt das Kleeblatt nicht mehr mit drei, sondern mit vier Verteidigern, dafür ohne defensiv möglichen Außenbahnspielern, ist die Stabilität flöten. Die Viererkette scheint derzeit eine Art Unglücksbringer zu sein.

Natürlich sind das nicht die einzigen Faktoren der Niederlage. Gerade in Verbindung mit Punkt zwei ist noch zu erwähnen, dass mit Jurgen Gjasula ein kreativer Kopf in die Aufstellung zurückkehrte, der jedoch gerade defensiv nicht an die Leistungen von Adam Pinter anknüpfen kann – was in Verbindung mit Punkt 1 eine gefährliche Mischung aus schwächerer Viererkette und einem Innenverteidiger, der nicht für die Position taugt, ergeben hat. Zudem merkte man Gjasula mehr als deutlich an, dass er sich noch nicht in der Verfassung und Form befindet, in Spielen gegen ums Überleben kämpfende Teams von Beginn an auf dem Feld zu stehen. Vielleicht täten Gjasula ein-zwei Spiele mit der U23 besser. Aber auch Khaled Narey stand komplett neben sich! Ich bin zwar für gewöhnlich ein großer Fan des Rechtsverteidigers – seit einigen Spielen ist von ihm jedoch fast nichts mehr zu sehen. Gerade im Spiel am Samstag war nahezu jeder Pass ein direkter Pass zum Gegner, zudem waren seine zwei Abschlüsse suboptimal.

Im Endeffekt also kann man durchaus von einer verdienten Niederlage beim abstiegsbedrohten FCK sprechen – was allerdings kein Weltuntergang ist. Denn auch diese Niederlage hatte ihre positiven Seiten. Eine davon heißt David Raum und spielte eine sehr ansprechende zweite Halbzeit, gerade die Vorzeichen bedenkend. In ihm sehe ich durchaus großes Potential für die Zukunft des Kleeblatts! Auch Johannes van den Bergh hat meiner Meinung nach ein durchaus gutes Spiel gemacht – wie eigentlich der größte Teil der Mannschaft über die meiste Zeit gut gespielt hat, mit den erwähnten Ausnahmen. Das einzige was etwas fehlte war der unbedingte Wille, der uns zuletzt auszeichnete – aber auch hier muss man sagen, dass die Leistung definitiv nicht schlechter war als gegen Sandhausen oder Würzburg. Insofern gilt es nun für Janos Radoki, die richtigen Schlüsse aus dem Spiel ziehen und – noch ein Auswärtsspiel zu bestreiten!

Das nächste Spiel: VfL Bochum – Kleeblatt Fürth

Zuletzt in Bochum!

Denn während wir im Herbst 2016 zweimal daheim Spielen durften, ist nun ein doppeltes Auswärtsspiel gefragt. Und wie eigentlich immer seit dem Spiel in München, haben wir es gegen ein Team in der Abwärtsspirale zu tun: Der VfL Bochum hat schon seit Ende Februar kein Spiel mehr gewonnen, als man ausgerechnet den allseits beliebten Nachbarn in Nürnberg mit 1:0 besiegen konnte. Seitdem wurde das Derby gegen Düsseldorf knapp verloren, bevor man nun fünf Spiele hintereinander Remis spielte, davon die letzten drei mit 0:0. Dabei ging es zwar einerseits gegen den VfB Stuttgart, aber auch und vor allem gegen andere Mannschaften mit Abstiegssorgen wie Heidenheim, Aue, Sandhausen und Kaiserslautern – in guter Form ist der Westverein daher definitiv nicht.

Für den VfL wird das Spiel gegen unser Kleeblatt daher ein für die Saison entscheidendes: Gewinnt man, ist die Abstiegsnot wahrscheinlich bereinigt. Mit 37 Punkten würde vermutlich nicht allzu viel anbrennen. Mit einem erneuten Remis und 35 Punkten sähe das ganze schon gefährlicher aus – und ein Kleeblattsieg würde den VfL komplett in den Abstiegsstrudel hineinziehen, gerade da Bielefeld, St. Pauli, Aue und 1860 München und eben Kaiserslautern zuletzt wieder zu Siegen begannen. Der Druck auf Seiten der Blauen ist also durchaus existent – während unser Kleeblatt eigentlich ohne Sorgen, aber eben auch ohne realen Druck spielen kann. 40 Punkte, 13 Punkte Rückstand auf Platz 3 und 10 Vorsprung auf Platz 16 sorgen dafür, dass das Kleeblatt das eigentlich einzige Mittelfeldteam der gesamten Liga stellt, vielleicht noch neben Dynamo Dresden. Dabei können wir genau diese Dynamo Dresden mit einem Sieg in Bochum ein wenig unter Druck setzen – aber Achtung: Was eigentlich gut klingt erinnert dabei aber fatal an die letzte Saison – alsbald es hier um die goldene Ananas ging, gab es kaum noch eingefahrene Siege fürs Kleeblatt, unter anderem verlor man dreimal hintereinander (Bielefeld, Heidenheim, Kaiserslautern) – ich hoffe inständig, Janos kann unseren Spielern hier eine bessere Motivation mitgeben als Stefan Ruthenbeck dies konnte.


Zuletzt gegen Bochum Bild: SpVgg-Fuerth.com

Konkret gegen Bochum hoffe ich darauf, dass Radoki zumindest ein paar der angesprochenen Schwächen gegen Kaiserslautern auch so erkannt hat und aktiv angeht. Mit dem VfL Bochum trifft das Kleeblatt dabei auf einen Gegner, der in seiner Philosophie dem Kleeblatt nicht unähnlich ist: Ebenso wie die Spielvereinigung zeichnet sich auch Gertjan Verbeek dadurch aus, dass er auch in brenzligen Spielen eher einen offensiven Spielstil der Defensive bevorzugt – eben dies, was Janos Radoki zuletzt gegen Stuttgart und Braunschweig versuchte, und zwar durchaus mit Erfolg. Was für ein Spiel das Kleeblatt also am Sonntag in Bochum erwartet, ist gar nicht so einfach zu sagen:

Will der VfL Bochum tatsächlich über das Spielerische zum Erfolg kommen, dann sehe ich unsere Chancen als ziemlich gut an. Wenn jeder Spieler alles gibt, dann sind unsere Spieler denen des VfL durchaus überlegen! Schon im Hinspiel, als das Kleeblatt gerade eine sehr schwere Phase hatte, konnte man das erahnen – nun mit umgedrehten Vorzeichen könnte sich ein derartiger Ansatz des VfL vollkommen zu unseren Gunsten entwickeln. Andererseits, wenn der VfL einer Abstiegskampfmannschaft entsprechend kämpferisch auftritt, könnte unser Kleeblatt in Probleme geraten – siehe Würzburg, siehe Sandhausen, siehe Kaiserslautern. Gerade Auswärts haben wir massive Probleme mit derartig spielenden Mannschaften – gut, andererseits haben wir Auswärts mit nahezu allen Mannschaften Problemen. So oder so bleibt aus unserer Sicht vor allem zu hoffen, dass die Bochumer – die übrigens von einigen Verletzungen geplagt sind – gegen das Kleeblatt eine spielerische Idee bevorzugen.


Und vor fast 10 Jahren in Bochum…Bild: SpVgg-Fuerth.com

Von unserer Seite her erhoffe ich mir ein Spiel wie gegen Heidenheim. Trotz Ausfall von Caligiuri haben wir dort mit Dreierkette gespielt – mit Erfolg. Aber auch ein Einsatz von David Raum und/oder Dominik Schad könnte aus einem einfachen Grund von Erfolg gekrönt sein: Die beiden Youngsters wissen jede Minute auf dem Feld zu schätzen, und kämpfen dabei mit jeder Aktion um einen Stammplatz, um den ein gestandener Spieler wie Hofmann weniger kämpfen muss – ohne dabei Hofmann oder seinen Kollegen mangelnde Professionalität oder Motivation vorwerfen zu wollen. Gerade bei der Frage Schad/Narey könnte Radoki gleichzeitig die offensichtlich nötige Pause für Narey mit der Spielzeit für Schad verbinden, vor allem in einer rein sportlich wenig relevanten Phase der Saison (die dafür viel wichtiger wird für Fernsehgelder und die Fanstimmung in der Sommerpause!). Aber auch ein David Raum hätte sich meiner Meinung nach die Chance durchaus verdient, ein Spiel von Beginn an zu bestreiten – allerdings wäre er vor allem im Falle einer Viererkette eine Option.

Wie auch immer Janos entscheidet: Wichtig wird es sein, dass er allen aufgestellten Spielern erneut die 100% Leistung entlockt, die wir vor dem Spiel in Kaiserslautern spätestens seit der Winterpause von unserem Kleeblatt gewohnt sind. Dann habe ich vergleichsweise wenig bedenken, dass es gegen den kriselnden VfL Bochum zumindest zu einem Punkt reicht. Wobei natürlich meine Traumvorstellung ist, dass wir in Bochum gewinnen und Dynamo Dresden gleichzeitig gegen Düsseldorf verliert, sodass wir uns am Freitag unseren traditionellen fünften Platz im direkten Duell schnappen können! Das wäre doch ein herrliches Ergebnis dieser Saison, und wir könnten vielleicht sogar an die Zeiten anschließen, wo wir immer zu den Top6 gehörten der LIga – aber dazu dann mehr in der nächsten Woche. Für diese Woche und das nun anstehende Spiel war’s das von meiner Seite, ich wünsche euch noch ein schönes Osterwochenende und uns allen viel Glück am Sonntag in Bochum!

Euer Danny

Mein Tipp: Bochum 1:2 Kleeblatt

Matchstatistiken

Bilanz: 21 Spiele, 7 Siege, 8 remis, 6 Niederlagen

Letztes Pflichtspiel: 05.11.2016: Kleeblatt 2:1 Bochum (2. Bundesliga)

Form: SpVgg: USSUN, Bochum: UUUUU

Meine Wunschaufstellung: Megyeri – Gießelmann, Franke, Caligiuri – van den Bergh, Pinter, Zulj, Hofmann, Schad – Dursun, Berisha

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