Guten Abend, Kleeblattfans! Schon wieder lesen wir uns hier, nachdem das Kleeblatt in einem Auswärtsspiel eine nicht zufriedenstellende Leistung gezeigt hat – und weil uns das Glück der Serie verlassen hat, muss ich hier leider wieder über eine Niederlage unseres geliebten Kleeblatts schreiben. Aber war beim 0:1 in Bochum am Sonntag wirklich alles so schlecht, wie man teilweise in den Foren, Kommentarspalten und sozialen Medien lesen musste? Ich glaube nein!

Das letzte Spiel: VfL Bochum 1:0 Spielvereinigung

Aber es war halt leider auch doch gar nicht so gut, wie ich mir das erhofft hatte. Denn trotz einigen guten Aktionen haben wir das Spiel nicht unverdient mit 1:0 verloren, und hatten dazu noch einiges Pech. So zum Beispiel bereits vor der Abreise in den Ruhrpott, da sowohl Johannes Van den Bergh, als auch Adam Pinter die Reise nicht mit antreten konnten, und das Kleeblatt dadurch deutlich geschwächt in das Spiel gehen musste. Dem zum Trotz hat Radoki dennoch wieder sein Erfolgskonzept des 3-5-2 eingesetzt – bloß die von mir geforderte Änderung, Schad für Narey, konnte nicht vollzogen worden, stattdessen spielten Schad UND Narey. Aber auch Jurgen Gjasula war wieder auf dem Feld, gemeinsam mit Robert Zulj und Benedikt Kirsch, vorne stürmten Serdar Dursun und – zur Überraschung vieler – Sercan Sararer.

Und, das klingt jetzt ein wenig wie eine Wiederholung vom Spiel in Kaiserslautern, zu Beginn des Spiels sah das auch wirklich gut aus. Tatsächlich hat sich Bochum nicht in einem Abwehrriegel versteckt, und das Kleeblatt konnte einige ganz gute Situationen aufziehen. Es wirkte wieder alles nach einer ganz passablen Leistung eines Kleeblatts, das einfach Auswärts nicht so gut Spielt wie daheim. Doch dann kam etwas, das man zuletzt schon gebannt ahnte – ohne konkrete Bedrängung spielt Sercan Sararer einen Ball direkt und scharf nach hinten – aber direkt in den Lauf von Jo Wurtz, anstatt zu Marcel Franke. Das resultierende 1:0 – kurz nach einer Phase, in der wir uns ebenfalls erste Torchancen erarbeitet hatten – war für unsere Mannschaft weniger ein Bruch im Spiel, denn für die Bochumer ein Motivationsschub. Man merkte den Spielern in Blau deutlich an, dass sie die „Last“ von 3 Spielen ohne eigenes Tor (die wir nun haben) losgeworden sind, und dass das Tor für einen gewaltigen Selbstvertrauensschub gesorgt hat. So war es wenig verwunderlich, dass nach dem Tor das Kleeblatt zwar weiter bestimmend war, aber trotzdem zu kaum guten Chancen kam – dass man dann die eine Großchance nicht nutzen konnte, da Berisha sich den Ball etwas arg weit vorlegte, ist dann das angesprochene Pech im Spiel.

Nicht nur Veton vergab eine 100%ige – doch kaufen können wir uns nichts davon.

Ich würde hier ja normalerweise auf weitere Phasen im Spiel eingehen – aber so lief eigentlich der Rest der Partie. Engagierte Fürther auf der einen Seite versuchen, sich zwingendes herauszuspielen, was aber aufgrund einiger Faktoren nicht funktioniert. Das geht los dabei, dass Sercan Sararer und Khaled Narey erneut einen schwarzen Tag erwischt haben, und viele Aktionen von zwei der zentralen Figuren in unserem Offensivspiel nicht funktionierten. Aber auch Robert Zulj konnte nicht an seine Leistung gegen Heidenheim oder Stuttgart anknüpfen, und lieferte ein eher mittelmäßiges Spiel ab. Vielleicht waren drei kreativ denkende Spieler mit Kirsch, Zulj und Gjasula in der Zentrale auch einer zu viel, oder die Verletzung von Robert Zulj in der ersten Hälfte war ärger als man vermuten konnte – jedenfalls war unsere Zentrale auch nicht zu 100% in Form. Wobei ich hier eine persönliche Anmerkung loswerden möchte: Robert Zulj und Sercan Sararer hatten bereits vor dem Spiel beim Aufwärmen eine erstaunliche Reaktion gezeigt, indem sie kaum eine Übung ernst nahmen und eher scherzhaft herangingen. Das möchte ich ganz deutlich nicht als Lustlosigkeit deuten, wie es so viele Fans tun, aber ich konnte mir des Eindrucks nicht verwehren, beide Spieler würden das Spiel nicht ernst nehmen – und mindestens Sercan Sararer spielte auch in der ersten Halbzeit so, dass seine Aktion das Tor verschuldetete mag unglücklich erscheinen, aber es war auf jeden Fall symbolisch für ihn. Aber dazu mehr einige Zeilen weiter unten.

Trainersche Analyse – wie immer mit klarem Blick!

Denn zuerst die andere Seite der Medaille: Bochum ist nun auch kein Team, das man einfach so weghaut. Gerade nach dem Tor sah man, dass die Mannschaft vor allem eines war: Verunsichert. Umso ärgerlicher natürlich, dass unsere Elf den VfL so dazu einlud, Selbstbewusstsein und Sicherheit zu tanken, denn nach dem Tor rührten sie dann doch Beton an – logischerweise, im Abstiegskampf mit einer Führung im Rücken. Jedenfalls haben die Bochumer nach dem 1:0 ihren Job sehr gut gemacht, und mit häufigen Kontern einen konsequenten Sturmlauf von Fürther Seite aus verhindert.

Jetzt wenn wir Bochumer wären, wir könnten stolz sein auf die Leistung – aber aus Fürther Sicht ist das Spiel beim VfL einfach nur ärgerlich verlaufen, mal wieder. Das bessere Team gewesen, Chancen gehabt, Ballbesitz gehabt und dennoch verloren – wie gesagt, Kaiserslautern 2.0! Aber zu unserem großen Glück gibt es Hoffnung auf Besserung: Am Freitag gibt es wieder ein Heimspiel!

Das nächste Spiel: Kleeblatt – Dynamo Dresden


Zuletzt in Dresden. SpVgg-Fuerth.com

Denn eines ist diese Saison konstant: Die Heimspiele sind unsere besten Spiele. Und noch dazu dürfen wir mit Dynamo Dresden endlich wieder gegen ein Team spielen, das nicht gegen den Abstieg kämpft – sondern selbst Fußball spielt, diese Teams liegen uns bekanntermaßen am Besten. Sei es gegen Braunschweig, Stuttgart, Hannover – Heimspiele gegen Teams in den Top5 haben wir bisher keines verloren. Und nun kommt mit Dresden ein Gegner, der genau das gleiche Problem hat, das wir auch haben: Die Saison unserer nächste ist vorbei. Das Spiel gegen Dynamo ist einzig und allein aus dem Grund für die Gäste aus dem Osten bedeutend, um noch vor uns zu landen! Klar, das kennt man von uns – aber bei Dynamo ist das noch etwas stärker. Immerhin, bis zum Spiel in Braunschweig kämpfte man schon seit Monaten um Anschluss an die Aufstiegsplätze – und nun ist diese Hoffnung dahin. Die Truppe von Uwe Neuhaus erkrankt derzeit schwer an der goldenen-Ananas-Krankheit: Gegen Fortuna Düsseldorf eine extrem schwache Leistung gezeigt, reist man nun auf einer bedeutungslosen Tour nach Fürth. Es spielen zwei Teams mit ähnlichen Ausgangslagen und Problemen gegeneinander, sozusagen ein Duell unter Gleichen – und genau das ist unsere Chance!

Das geht uns allen so,
liebes Dynamo…

Denn dass unser Kleeblatt mit Dynamo mithalten kann sah man im Ansatz bereits im Hinspiel – bis zum unglücklichen, selbst vorbereiteten 0:1 (kommt mir irgendwoher bekannt vor…). Aus den Reihen von Dynamo waren zuletzt äußerst kritische Töne zu hören („Der Kopf war zu nichts mehr bereit. Der Punkt ist so was von überglücklich“ und „Uns fehlten Tempo, Spielwitz und Laufbereitschaft“, gelesen hier) – und das Kleeblatt konnte sich zuletzt eigentlich gerade durch hohen Einsatz und eine große Laufbereitschaft auszeichnen – natürlich mit ein wenig geteiltem Eindruck diesbezüglich in Kaiserslautern und Bochum. Und ich mache es mir vielleicht etwas einfach, aber: Genau diese Werte braucht unser Kleeblatt auch am Freitag! Ich wage zu behaupten, dass das Spiel am Freitag ein wahrer Charaktertest für unsere Mannschaft ist: In der ersten schwierigeren Phase unter dem neuen Trainer ist es jetzt an der Zeit, dass unsere Mannschaft auch dann alles geben kann, wenn es um scheinbar nichts mehr geht. Dass Kampf und Leidenschaft Werte sind, die die Mannschaft in allen Situationen abrufen kann – wann, wenn nicht gegen die Mannschaft direkt über uns soll das gelingen?

…außer natürlich Janos Radoki.

Gerade Defensiv ist gegen einen Gegner, der unter anderem Stefan Kutschke in seinen Reihen hat, jede Sekunde des Spiels Aufmerksamkeit gefragt! Düsseldorf zum Beispiel hat am Wochenende das Spiel zu großen Teilen dominiert – aber ein kurzer Moment der Unachtsamkeit gegen Kutschke reichte aus, um den Sieg noch aus der Hand zu geben. Von daher sind zwei Dinge gefragt: Einerseits die defensive Konzentration, die ich hier schon oft und lange angemahnt habe. Andererseits aber auch das dafür nötige Personal. Und hier ist Adam Pinter gefragt: Der defensive Abräumer verleiht unserem defensiven Mittelfeld eine große Stabilität, die wir ohne ihn offenbar kaum aufs Feld legen können. Dass er gegen Kaiserslautern das erste Tor verschuldete ist unglücklich, aber auch seiner Position dort geschuldet gewesen – was aber sowohl gegen den FCK als auch gegen Bochum deutlich wurde ist folgendes: Ohne defensiven Stabilisator scheint unser zentrales Mittelfeld einiges an Wirkung zu verlieren – und Jurgen Gjasula ist zwar ein enormer offensiver Gewinn, aber definitiv kein defensiver Stabilisator! Und auch der junge Bene Kirsch kann diese Rolle, für die er nicht geschaffen ist, nicht ausfüllen. Insofern – pro Pinter!


Vor über 10 Jahren in Dresden! SpVgg-Fuerth.com

Aber auch auf anderen Positionen gibt es wichtige Personalien, widmen möchte ich mich vor allem folgenden zwei: Khaled Narey und Sercan Sararer. Wer meinen Twitter-Feed zu spielen sieht, der merkte auch das schon: Von beiden bin ich zu dieser Zeit der Saison überhaupt nicht überzeugt. Bei Khaled Narey ist es dabei „einfach“ eine Formkrise, die ihn verfolgt. Auch gegen Bochum wieder gab es unglückliche Fehlpässe, misslungene Läufe und schwache Zweikämpfe. Ich denke einfach, dass dem Jungen eine Woche Pause guttut, die – ich wiederhole mich – gleichzeitig dem hochtalentierten Dominik Schad guttun würde. Das Problem nur: Laut Janos Radoki ist Johannes van den Bergh auch weiterhin nicht Einsatzfähig für das Spiel am Freitag – daher ist wohl auch am Freitag eine Aufstellung beider Spieler möglich, aber auch eine Berufung von Gießelmann auf Außen wäre denkbar. Die andere Personalie: Sercan Sararer. Ich weiß, dass dieser Eindruck sehr subjektiv ist – aber während der ganzen ersten Halbzeit wirkte er auf mich als einziger wirklich lustlos. Der Pass in den Lauf von Marcel Franke war exakt einzuordnen in eine Reihe von Pässen, die er Robert Zulj in der Spielaufwärmphase gespielt hat: Direkt, ohne genaues Hinsehen, möglichst mit dem Innenrist und einfach drauf. Ich will mir nicht anmaßen, über Sercans Motivation zu urteilen – aber ich denke und hoffe, dass Janos Radoki von seinen Assistenztrainern eine ähnliche Einschätzung bekommen hat, und Sercan Sararer ebenfalls eine Pause verschafft. Einfach um klar zu machen, dass man Spiele nicht auf die leichte Schulter zu nehmen hat, und erst recht nicht dadurch eine Niederlage einzuleiten hat. Auch hier, vorausgesetzt es stehen genügend Alternativen im Raum. In den restlichen Fragen denke ich, Konstanz tut dem Kleeblatt gut – gerade in der Defensive. Dreierkette und Torwart würde ich keine Änderungen vollziehen.

Insofern, hoffe ich wie ihr alle auf einen Sieg gegen die Dynamos aus Dresden! Immerhin habe ich weiterhin die große Hoffnung, dass wir am Ende auf Platz 5 landen können, zumindest aber vor dem FCN. Beide Ziele führen mehr oder minder Zwangsweise über einen Sieg gegen die SG Dynamo – in dem Sinne, Gemeinsam zum Sieg!

Bis demnächst, Danny!

Mein Tipp: Kleeblatt 1:0 Dynamo Dresden

Matchstatistiken

Bilanz: 9 Spiele, 4 Siege, 2 Remis, 3 Niederlagen. Letztes Spiel: Dresden 2:1 Kleeblatt (20.11.2016, 2. Bundesliga)

Aktuelle Form: Kleeblatt: SSUNN, Dresden: SUSNU

Meine Wunschaufstellung: Megyeri – Gießelmann, Franke, Caligiuri – Schad, Pinter, Zulj, Gjasula, Narey – Berisha, Dursun

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