Einen guten Nachmittag, liebe Kleeblattfans! Am Sonntag hat unser Kleeblatt gegen Arminia Bielefeld in der letzten Sekunde noch ein 1:1 erreicht, und damit erneut ein Auswärtsspiel nicht gewinnen können. Aber nicht nur das Ergebnis war dürftig – es war aus unserer Sicht sogar äußerst Schmeichelhaft. Normalerweise steht an dieser Stelle meine Analyse samt meinen Gedanken zum Spiel – aber dieses Mal nicht:

Das letzte Spiel: Arminia 1:1 Kleeblatt


Jubel nach dem 1:1 durch Dursun! SpVgg-Fuerth.com

Denn analog zum Wetter in unserem schönen Frankenland verläuft auch meine persönliche Motivationskurve: Während wir im März in strahlendem Sonnenschein scheinbar unbesiegbar waren, ist diese Serie nun auch schon wieder einige Wochen passé – genau in der Zeit, als der Himmel wieder grauer und grauer wurde. Aber viel mehr als die puren Ergebnisse sind es die Spiele unseres Kleeblatts, die so manchen Fan – mich inklusive – ein klein wenig ermüden, und ein rasches Ende der Saison herbeiwünschen lassen. Doch warum ist das überhaupt so? Spielt das Kleeblatt nicht eine gute bis solide Saison, die in einem verdienten fünften Platz enden könnte, auf dem wir die beste Platzierung seit der Relegation einfahren würden? Spielt unser Kleeblatt nicht unter Radoki endlich wieder defensiv stabilen, erfolgsorientierten Fußball? Haben wir nicht weiterhin die zweitwenigsten Tore der Rückrunde kassiert, hinter dem FC St. Pauli?

Resignation ob unserer Auswärtsspiele

Die Antwort, zumindest meine persönliche, ist klar: Ja, haben wir. Aber dennoch ist die Saison schon seit einem Monat praktisch vollständig gelaufen: Dass wir mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben werden, war eigentlich bereits nach dem Derbysieg, spätestens aber nach dem sensationellen Sieg gegen Stuttgart klar. Gleichzeitig aber war auch nach oben praktisch nichts mehr möglich – 10 Punkte Abstand nach unten wie oben war praktisch seit Anfang März das Programm. Seit dem 4.3. war das Kleeblatt auf Platz 7, seit dem 18.3. auf Platz 6 – und dort sind wir nun schon, eineinhalb Monate lang. Ich sag es ganz ehrlich – in einer Saison, die keinerlei sportliche Brisanz mehr bietet, wird man ganz automatisch auch weniger emotional und weniger gefesselt, wenn man das Spiel verfolgt. Dazu kommt noch ein ganz anderer Fakt: Unter Janos Radoki spielt das Kleeblatt zwar defensiv stabil, aber absolut unspektakulär. Es gab genau zwei Spiele 2017, in dem mehr als zwei Tore gefallen sind, wenn wir beteiligt waren: Das 1:2 in München und das 4:1 gegen Hannover. Ansonsten sind 1:0 und 1:1 unsere Standardergebnisse. Und auch bzw. gerade in Bielefeld war unser Spiel typisch Auswärts:

Ein biederer Auftritt, ohne großen Mut nach Vorne und ohne wirklich mitreißende Aktionen, der eigentlich 0:0 enden muss. Und genau hier greift auch meine persönliche Unmotivation, eine umfassende Analyse zu verfassen. Denn im Grunde wäre das nichts mehr als eine Wiederholung der Beiträge gegen Bochum und Kaiserslautern, sowie Sandhausen, wenn es dazu einen gäbe. Auswärts ist das Kleeblatt dieses Jahr einfach alles, nur nicht gut oder erfolgreich. Ein biederer Auftritt reiht sich an den nächsten, so auch in Bielefeld: Das Kleeblatt liefert einen durchschnittlichen, soliden Auftritt gegen einen äußerst schwer zu bespielenden Gegner hin, und bringt sich dann selbst in Schwierigkeiten.Dieses Mal eben durch eine – völlig berechtigte – rote Karte für Kirsch und den erneuten schweren Fehler der Abwehr zum 1:0 für Arminia. Der- gefühlt – einzige Unterschied zu den Spielen in Bochum und K’Lautern besteht darin, dass wir durch äußerst glückliche Umstände in der 92. Minute das alles außer Verdiente 1:1 erzielen konnten, und dadurch einen Punkt retten konnten. Natürlich ohne daraus einen Vorwurf an die Mannschaft zu machen – gegen Mannschaften wie Bielefeld, die im tiefsten Abstiegskampf stecken, kann man einfach nicht schön spielen. Ohne den Abwehrfehler, hätten wir wohl 0:0 gespielt, und das Spiel wäre schon in 2 Wochen in Vergessenheit geraten. Und so ist es eben ein weiteres Spiel, in dem das Kleeblatt einen – sind wir mal ehrlich – langweiligen Tag erwischt. Und genau wie der Frühling abgebrochen wurde offenbar, sind auch die positiven Frühlingsgefühle einer gewissen Frühlingsmüdigkeit gewichen. Im Grunde genommen überwiegt die Vorfreude auf die neue Saison der auf die verbleibenden Spiele dieses Jahr – selbst wenn auch hier noch einiger Grund zur Positivität gegeben ist. Denn spätestens nach dem 1:1 sah man dem Team einfach an, dass sie die Saison nicht abgeschenkt haben und einfach ausklingen lassen. Die ganze Mannschaft stürmt nach vorne und jubelt mit dem Torschützen – Momente wie diese zeigen einfach, dass die Mannschaft immer noch ehrgeizig ist.

Die ganze Mannschaft jubelt!

Und nicht nur die Mannschaft, auch wir Fans sind doch am Ende doch wieder diejenigen, die am Sonntag gegen den KSC wieder in den Ronhof pilgern und unsere Männer in Weiß zum Sieg schreien werden. Die 90 Minuten auf den Tribünen verbringen werden, und entweder jubeln, oder meckern, und wir werden auch gegen Union Berlin wieder ins Stadion gehen. Denn trotz der Frühlingsmüdigkeit im Fandasein ist das Kleeblatt einfach trotzdem unsere Leidenschaft, und durch eine Phase ohne sportliche Brisanz wird diese ganz bestimmt nicht ausgelöscht! Und nächstes Jahr, wer weiß, könnte für unser Kleeblatt ja auch eine längere Spannung über die Saison getragen werden. Wenn die defensive Stabilität bleibt, kann und möchte ich jedenfalls nichts Derartiges ausschließen! Und sind wir alle mal ganz ehrlich, dann sind wir doch heilfroh und stolz auf unser Team, dass sie uns von der Krisenregion im Herbst in einen ungefährdeten Mittelfeldplatz gespielt hat – gegenüber dem Abstiegskampf ist mir das zumindest viel lieber. Und immerhin – das Heimspiel am Sonntag kann ein historisches werden in der Geschichte des Kleeblatts! Doch dazu mehr, wenn ich in den nächsten Tagen meine Vorschau auf das Spiel verfasse. Ich kann ja doch nicht anders.

In diesem Sinne – eine schöne Woche euch allen, wir lesen uns in ein paar Tagen wieder.

Euer Danny

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