Einen wunderschönen Freitagabend, Kleeblattfans! Ja, es ist zum Glück schon wieder Wochenende, und damit auch Zeit für Fußball. Und was ist das für ein Wochenende? In beiden Bundesligen und der dritten Liga geht es in dramatischen Begegnungen gegen den Aufstieg den Abstieg, um Europa oder Relegationen. Und dann wäre da noch das Spiel des bereits abgestiegenen KSC bei unserem Kleeblatt im Niemandsland der Tabelle – aber wie im Titel beschrieben, es könnte ein historisches Spiel sein!

Das nächste Spiel: Kleeblatt – Karlsruhe

Irgendwann, vor langer Zeit, in Karlsruhe. Das Stadion dort? Sieht immernoch so aus! SpVgg-Fuerth.com

Ich seh‘ dabei schon bei manchen die Fragezeichen aufgehen – wie passt das zusammen? Die Antwort ist ein einfach: Wenn wir am Sonntag in Karlsruhe gewinnen – und der 1. FC Nachbarstadt am Tag vorher beim SV Sandhausen nicht gewinnt – haben wir bereits am Sonntag die Chance, rechnerisch die Platzierung in der Abschlusstabelle über jenem FCN perfekt zu machen, und damit zum ersten Mal seit über 50 Jahren wieder in einer Saison vor dem FCN als beste fränkische Mannschaft abzuschneiden! Genauer gesagt, seit dem Jahr 1953, als in der damaligen erstklassigen Oberliga Süd die SpVgg als Dritter weit vor dem FCN als Achtem gelandet ist, ist es uns nie mehr gelungen, den FCN in einer Saison zu überflügeln – bis jetzt. Und das scheint uns nun ausgerechnet in einer Saison zu gelingen, die viele bereits ad Acta gelegt haben, und in der die Spiele für viele Fans – wie auch für mich – nicht mehr die ganz große Vorfreude bieten.

Man könnte fast meinen, dieser Gegensatz zwischen dem Empfinden einiger Fans (ich tu mich immer schwer damit, zu generalisieren) und der realen Situation steht symptomatisch für die Gesamtsituation beim Kleeblatt – man merkt dem Fan einfach an, dass der Gedanke „Was wäre, wenn wir von Beginn an so gespielt hätten“ nicht aus den Köpfen zu bekommen ist. Und in der Tat, die Marke von über 50 Punkten wäre mit Radokis Punkteschnitt über die gesamte Saison hinweg bereits geknackt worden – aber genug davon, immerhin leben wir in der Realität, die das angesprochene Spiel gegen den KSC um die Ananas (und unseren geliebten Platz 5 sowie die Frankenmeisterschaft) wiedergibt. Dass das Spiel gegen den KSC dabei von einem Selbstläufer bis zu einer wirklich harten Nuss werden kann, zeigt ein Blick auf den KSC:

Für die Klickfaulen vorhin: DAS war sie. Die letzte Abschlusstabelle, in der das Kleeblatt vor dem FCN gelandet ist… Queelle: Kleeblatt-Chronik

Als definitiv abgestiegener Verein kann der KSC quasi wie Darmstadt frei Aufspielen, und muss sich dabei keine Sorgen mehr machen – so perfide das auch klingen mag. Und dabei schlagen die Badenser einen äußerst interessanten Weg ein: Viele talentierte, junge Spieler standen besonders in den letzten Wochen in der Startelf und warten weiterhin darauf, ihr Talent auch in der Liga zeigen zu können. Doch das ist nur die halbe Wahrheit, die andere Hälfte des KSC ist: In den letzten Spielen 8 Spielen hat man 7-mal verloren, dabei nur drei eigene Tore erzielt und gerade einmal gegen die Würzburger Kickers ein Remis erspielt. Selbst mit den jungen Spielern in der Mannschaft, von denen bereits der Nichtabstiegsdruck genommen wurde. Kurz gesagt: Der KSC ist ein Absteiger. Und wer auf Platz 5 und definitiv vor den Nachbarn landen will, der sollte daheim einen Absteiger schlagen können.

Das vorletzte Heimspiel: Denkwürdig bis heute! SpVgg-Fuerth.com

Das größte Problem an dieser Mission 6. Heimsieg 2017 ist dabei meiner Meinung nach auch nicht mal der KSC an sich, sondern die ellenlange Ausfallliste, die unser Kleeblatt vorweisen muss: Sararer, Freis, Kirsch, Narey, Berisha, Zulj, van den Bergh und Pinter – was sich liest wie ein großer Teil einer Startaufstellung, ist die Liste derer, die laut Kicker nicht gegen den KSC aufm Feld stehen können. Zum Glück „fehlt“ in dieser Liste Hofmann, der zwar bald beim KSC anheuert – aber noch als defensiver Mittelfeldspieler enorme Wichtigkeit für uns hat, wenn Pinter nicht zur Verfügung steht. Auch Bolly scheint erneut Einsatzbereit – man kann von ihm halten was man mag, aber noch ein Sturmausfall wäre nun wirklich ungünstig gewesen.
Ich persönlich gehe davon aus, dass Radoki zumindest keine vollkommen unbekannten Lösungen präsentiert. Genauer gesagt, gehe ich davon aus, dass sich Sontheimer für Kirsch und Hofmann für Pinter in die Mannschaft spielen. Alles drum herum ist eine Systemfrage: Bleibt man bei der Dreierkette, so könnte Gießelmann auf die Außenposition wechseln, die von Narey frei wurde, und Rapp spielt in der Innenverteidigung. Vorne würden in dem Szenario erneut Bolly und Dursun erneut Dursun und Bolly stehen. Oder aber, Radoki wechselt auf 4-2-3-1: Viererkette mit Schad, Franke, Caligiuri, Gießelmann, auf den Außen Bolly und Steiniger, sowie Dursun als Sturmspitze.

Die Frage ist jetzt nur: Beim Duell einer abgestiegenen Mannschaft gegen eine Ersatzmannschaft, welches Spiel kann man da erwarten? Meine Glaskugel spuckt dabei folgendes aus: Ein Spiel wie gegen Fortuna Düsseldorf halte ich für das Wahrscheinlichste. Wenig Chancen auf beiden Seiten, wenig ansehnliches Spiel, aber irgendwie dann doch ein Heimerfolg für unsere Spielvereinigung – was natürlich nicht heißt, dass ich auf ein Spiel wie Sandhausen-KSC hoffe, als der KSC den Sandhäusern ein Tor nach dem anderen aufgelegt hat. Ich halte diese Möglichkeit dabei nicht mal für unwahrscheinlich per se, erwarte aber dennoch eher einen 1/2:0-Heimsieg, auch wenn gerade der innere Optimist etwas Anderes sagt. Detailliert bleibt mir wenig zu sagen – wenn wir unser bekanntes Heimgesicht zeigen, dann klappt das! Wie das klappen soll, das hängt auch ein wenig von der erwähnten Taktikfrage ab, die zu klären ist. Mit dem 4-2-3-1 wäre man zumindest nominell gefährlicher nach vorne über 2 schnelle offensive Außen, wenn auch auf Kosten von etwas Stabilität. Es ist nun an Radoki zu entscheiden, ob das gegen den Absteiger KSC ein eingehbares Risiko ist!

Zuletzt daheim gg den KSC. Die Fans leben es vor: Weiße Weste behalten! SpVgg-Fuerth.com

Und so tendiere ich persönlich fast dazu, die Viererkette zu wählen – trotz meiner Appelle pro Dreierkette. Hauptgrund – neben angesprochener Offensive – dafür ist, dass Niko Gießelmann in der Innenverteidigung fast besser Aufgehoben ist als als Außenbahnallrouner, und außer ihm kaum jemand aktuell sonst diese Position spielen kann. Aber wer weiß, vielleicht spült es sogar einen David Raum in die erste Elf. Egal wie, ich persönlich freue mich nun mittlerweile doch auf das Spiel. Denn trotz aller Müdigkeit und Saisonverdruss – was wäre schöner, als mit einem weiteren Heimsieg die Frankenmeisterschaft klar zu machen? In dem Sinne – bis nächste Woche, wenn ich auch aufkläre, warum das nur Teil I der historischen Spieltage ist.

Euer Danny!

Matchstatistiken

Bilanz: 53 Spiele, 22 Siege, 17 Remis, 34 Niederlagen, Torverhältnis 90:119

Letztes Pflichtspiel: XX.XX.2016: KSC 1:2 Kleeblatt (2. Bundesliga)

Form: SpVgg: UNNSU; KSC: UNNNN

Meine Wunschaufstellung: Megyeri – Schad, Franke, Caligiuri, Gießelmann – Hofmann, Gjasula – Bolly, Sontheimer, Steininger – Dursun

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