Einen wunderbaren Freitagabend, Kleeblattfans! Es ist mal wieder eine Woche vergangen, seit das Kleeblatt zuletzt ein Spiel bestritt – und sind wir ehrlich, die Erinnerung an das Spiel gegen den KSC sind nicht allzu gut. Ein Spiel zweier schlechter Teams, in dem wir ein wenig besser waren, unsere guten Chancen nicht nutzten und am Ende unglücklich 0:1 verloren haben. Mehr war das nicht. Aber viel mehr als die dürftige Leistung war es doch eher der mangelnde Einsatz vieler Spieler, der die meisten von uns enttäuscht nach Hause gehen ließ. Aber zu dem Spiel ist ist genug gesagt worden! Und, sind wir ganz ehrlich, wirklich gerne wird sich wohl niemand an das Spiel erinnern. Viel sinnvoller ist da der Blick auf übermorgen:

Das nächste Spiel: FC St. Pauli – SpVgg Fürth

2015 Jubel im Millerntor bei den Fürthern – 2017 gerne nochmal! SpVgg-Fuerth.com

Denn das nächste Spiel unserer Spielvereinigung ist gewissermaßen ein ebenso unwichtiges wie wichtiges Spiel. Aus objektiv sportlicher Sicht bleibt alles beim Alten – das Kleeblatt ist im Tabellenmittelfeld, nach oben und unten gehen nur ein bzw. zwei Plätze, die sportliche Spannung ist raus. Es geht sozusagen nur noch um die altbekannte Ananas. Doch der Fußball besteht eben doch nicht aus nur rein objektiv sportlichen Aspekten, und es gibt mehr als genug Gründe, um die letzten Spiele der Saison immernoch für voll zu nehmen!

Aus Sicht der Spieler ist die Sache klar: Jeder muss sich für einen neuen Platz in für Saison 2017/18 erarbeiten, immerhin wird Janos Radoki auch weiterhin das Amt des Trainers ausfüllen – und gerade er ist einer der Trainer, die keine Scheu vor prominenten Aussortierungen hat, man erinnere sich nur an die Suspendierung von Sercan Sararer zum Anfang des Jahres. Aber auch die Spieler ohne Anschlussverträge beim Kleeblatt müssen Leistung zeigen, um Scouts und Trainern auf der Tribüne wie auch eventuell Ramazan Yildirim ihre Qualitäten zu zeigen – das Spiel gegen den KSC jedenfalls war für kaum einen Spieler eine Bewerbung für Aufgaben, die über das Niveau von Liga 3 herausgehen. Und – auch wenn das etwas unglücklich klingt – wird sich sicherlich auch kein Spieler über die vertragliche Siegprämie beschweren wollen – abgesehen natürlich vom grundlegenden Fakt, dass ein Sportler den Sieg immer forcieren sollte, wenn er ernst genommen werden will. Und immerhin, sie bestimmen auch, wie man ihre Leistung in der Saison als gut oder schlecht in Erinnerung haben wird. Ob die vom Kleeblatt zu holende Ananas eine aus Gold wird, was Platz 5 darstellte, Silber – Platz 6 hinter Dresden – oder am Ende aus schnödem Metall besteht, und wir uns noch von einigen Teams überholen ließen – darauf hat sicher kein Spieler bock!

Zuletzt in Hamburg. Auch hier ist wieder das „Such-den-Autor“-Spielchen möglich! SpVgg-Fuerth.com

Die Motive von uns Fans, die restlichen Spiele zu gewinnen, sind hinlänglich bekannt und auch von mir beschrieben worden – ich will das an dieser Stelle nicht wiederholen, sonst jinxe ich das ganze am Ende noch endgültig. Wie dem auch sei – die Situation ist angespannt. Und nun kommt für uns auch noch mit dem FC St. Pauli DAS Team der Rückrunde als Gegner. Zur Hinrunde schrieb ich noch meine persönlichen Wünsche zum Nichtabstieg der Hamburger, zu dem Zeitpunkt abgeschlagen letzter – und nun drohen sie uns zu überholen! Eine unwahrscheinliche Aufholjagd, die kaum einer für möglich gehalten hätte! Auffällig ist dabei vor allem, wie sehr St. Paulis Leistung mit der von Aziz Bouhaddouz steht und fällt – parallelen zu uns und Robert Zulj sind deutlich erkennbar. Da der Stürmer derzeit aber relativ gut drauf ist, müssen wir tierisch auf ihn, aber auch auf Sahin und Møller Dæhli aufpassen: Die drei Offensivspieler sind gerade in Sachen Geschwindigkeit bzw. Durchsetzung (Sahin, Møller Dæhli) und dem berüchtigten Torriecher (Bouhaddouz) äußert gefährlich – sie zu bändigen wird eine der Kernaufgaben der Abwehr von Radoki sein. Auf der anderen Seite in der Defensive denke ich gar nicht mal, dass es so ein Hexenwerk wäre, ein Tor zu erzielen. Wenn nicht, wenn nicht mit Dursun (Gelbsperre), Sararer (Operation) und Berisha (Muskelprobleme) gleich drei Stürmer ausfielen – und entgegen meiner persönlichen Sympathie Steininger gegen den KSC kaum Leistung gezeigt hätte, der einen auf mehr Hoffen ließe.

Die Frage, die ich hier nun wie immer stelle, ist also: Welches Spiel erwartet uns? Um ganz ehrlich zu sein – ich kann es nicht einschätzen. Immerhin treffen zwei gerettete Mannschaften aufeinander, St. Pauli ist nach einer kräftezehrenden Saison fertig, bei uns wirkt die Spannung niedrig. Beide Trainer wollen natürlich trotzdem Einsatz und Kampf sehen. Im Grunde genommen könnte es also von einem müden Sonntagskick bis zu einem rassigen Zweitligaspiel alles werden – dennoch gehe ich eher von ersterem aus. Wobei wir gerade den Fakt, dass St. Pauli nach der Erleichterung des Klassenerhalts wahrscheinlich die Müdigkeit in die Knochen fährt, nutzen könnten, und mit einem großen Laufpensum uns Chancen erarbeiten könnten – aber das würde mich doch leicht überraschen, nach den letzten Auftritten unserer Elf (und das schreibe ich als Optimist!). Wie auch immer, einige Chancen werden wir wohl auf jeden Fall sehen – das tun wir eigentlich doch immer. Allgemein sehe ich zumindest insofern in guten Chancen, dass wir schon seit einigen Wochen um unserer Situation wissen – ein Fakt, der gegen Dynamo auch zum Sieg geholfen hat. Und vielleicht, nur vielleicht, schafft Radoki ja den Draht zu den Spielern herzustellen, und wir erleben eine kämpfende Mannschaft! Ganz unrealistisch ist das immerhin auch nicht. Von daher bleibt uns nichts anderes als zu hoffen, dass das spielende Personal genau dies tut – so es denn fit ist.

Das Spiel aus Sicht von St. Pauli-Fans.. und uns eigentlich auch…

Denn, um damit zum Personal von unserem Kleeblatt zu kommen, die Personaldecke ist dünn, auch wenn sich gerade etwas Entspannung andeutet. Zumindest im Kader steht definitiv Robert Zulj, auch Gjasula ist weiterhin fit. Ob Adam Pinter wieder spielen kann ist fraglich, ist aber zu hoffen: Der Ungar ist einer der Faktoren für unseren Aufschwung zur Winterpause, meiner Meinung nach (so er denn im Mittelfeld eingesetzt wird, aber das hatten wir bereits)! Auch Khaled Narey und Johannes Van den Bergh standen zuletzt wieder auf dem Trainingsplatz, vor allem van den Bergh wäre ein wichtiger Faktor für unsere Fünferkette im Mittelfeld, so es denn taktisch dazu kommt. Ansonsten habe ich das Sturmproblem bereits angesprochen, es stehen im Grunde nur Steininger, Bolly oder Zulj als Startelfkandidat im Raum – wobei gerade Bolly bisher wenig Glück hatte. Als Alternative könnte Radoki in die Trickkiste greifen und David Raum sowie Stefan Maderer aus den U-Kadern mitnehmen – wir werden es sehen. Ich denke am ehesten, dass Steininger und Bolly auflaufen werden, aber wer weiß das schon im Voraus?

Einst in Hamburg, als wir dort noch gut spielten…SpVgg-Fuerth.com

Egal wie – ein Sieg muss her! Auch wenn ich derzeit eher neutral bis pessimistisch gestimmt bin ist es an der Mannschaft, uns alle vom Gegenteil zu überzeugen – und egal wie, am Millerntor spielen ist immer ein gutes Erlebnis! In dem Sinne – bis zur nächsten Woche, euer

Danny

Mein Tipp: St. Pauli 1:0 Kleeblatt

Matchstatistiken

20 Spiele, 14 Siege, 9 Remis, 7 Niederlagen. Torverhältnis: 53:38. Letztes Spiel: SpVgg 0:2 FCSP (11.12.2016, 2. Bundesliga)

Aktuelle Form: FCSP: SSSSS, Kleeblatt: NNSUN

Meine Aufstellung (Von Wunschaufstellung ist das weit entfernt): Megyeri – Gießelmann, Caligiuri, Franke – van den Bergh, Gjasula, Pinter, Zulj, Schad – Bolly, Steininger

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