Einen wunderschönen guten Abend, liebe Kleeblatt-Freunde! Es ist mittlerweile schon einige Wochen her, seit ihr das letzte Mal hier von mir gehört habt, und in dieser Zeit ist einiges passiert – sowohl beim Kader, als auch beim Stadion. Während wir alle in den letzten Wochen die fußballfreie Zeit entweder genossen haben, oder uns sehnlichst den Saisonstart herbeiwünschten, geht es wieder los: Morgen spielt der VfL Bochum gegen den FC St. Pauli, und mit dieser Partie beginnt die Saison 2017/18! Unser Kleeblatt indes spielt erst am Samstag in Darmstadt – ein Gegner, der wie viele andere Mannschaften ob seiner Kaderveränderung ziemlich uneinschätzbar ist. Auch deswegen habe ich mir gedacht, anstatt für eine Spielvorschau ins Darmstädter Blaue hinein zu raten, möchte ich euch zum Saisonbeginn meine Gedanken zu unserem neuen Kader für die Saison 2017/18 näherbringen:

Defensive

In der letzten Saison war sie erst unsere Schwäche, dann – unter Radoki – unsere Stärke, und zum Ende hin wieder ein wenig eine Schwäche: Die Defensivabteilung (samt Torhüter). Nach den Abgängen von Gießelmann, Rapp und vor allem Franke ist das nun das größte Fragezeichen bei unserem Kleeblatt, wenn es um die Leistungseinschätzung geht. Aber zuerst zum letzten Mann auf dem Spielfeld:

Die Torhüter:

Die Torhüterposition ist bei unseren Personalrochaden über den Sommer noch die entspannteste gewesen – zumindest vordergründig. Denn hinter den Kulissen wurde, so die Aussagen von Radoki, der Kampf um die Nummer 1 in unserem Tor erneut aufgerollt und über die komplette Vorbereitung hinweg ausgetragen. Dabei hat – zumindest laut einem Bericht auf nordbayern.de – unser bisheriger Stammtorwart und neuer Kapitän Balazs Megyeri (27) die Nase vorne. Auch bei mir steht der Ungar vor allem wegen seiner großartigen Reflexe (zum Beispiel gegen den VfB Stuttgart) und dem kompromisslosen Vorgehen im Tor derzeit als Favorit für den Torwartposten auf der Liste – auch weil ich denke, dass bei einem runderneuerten Team ein wenig Kontinuität auf dieser wichtigen Position sehr wichtig ist. Das heißt zwar einerseits, dass Sascha Burchert (27) sich auch dieses Jahr mit der Nummer 2 zufriedengeben muss. Dass er diese Rolle gut annimmt und sofort Leistung zeigt, wenn er gefordert ist, hat er andererseits auch schon mehrfach bewiesen – unter anderem im Pokal gegen Mainz. Auch abseits des Feldes ist er ein Spieler, der der Mannschaft guttut, und somit für mich wichtiger Bestandteil ist! Um den Platz 3 im Tor, also höchstwahrscheinlich den Stammkeeperplatz der U23, streiten sich dieses Jahr die nominelle Nummer 1, Marius Funk (21), sowie der Neuzugang aus Hannover, Timo Königsmann (20). Beide konnten dabei meiner Meinung nach schon sehr gute Anlagen zeigen im Training – der Gedanke hinter dieser Konstellation sollte wohl sein, dass sich keiner der beiden auf dem Torwarttalent-Status ausruhen darf. Auch eine Rotation im Tor der U23 ist denkbar – aber das werden wir wohl bald sehen.

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Unsere alte und neue Nummer 1: Balazs Megyeri!

Alles in allem bin ich persönlich sehr zufrieden mit unserer Torwartposition: Weder mussten wir unseren Rückhalt Megyeri verkaufen, noch hat sich Burchert mit seiner Rolle unzufrieden gezeigt und seine Zelte woanders aufgeschlagen. Und in der Hinterhand haben wir zwei Toptalente, die auch jede Chance wahrnehmen wollen! Wie auch schon im letzten Jahr können wir damit wohl davon ausgehen, dass das Tor keine Problemposition sein wird im Laufe der Saison. Ob es wirklich vier Torhüter braucht sei zwar dahingestellt, eines steht aber fest: Auch der beste Keeper wäre allein machtlos, und ist auf seine Vordermänner angewiesen:

Die Abwehr:

Und diese Vordermänner wurden kräftig durchgemischt vor der nun anstehenden Saison: Marcel Franke brachte dem Verein die wie jedes Jahr benötigte Transfererlössumme ein, und wechselte für eine äußerst großzügige Summe nach England zu Norwich City, während sich Niko Gießelmann bei der zuletzt kriselnden Fortuna Düsseldorf „sportlich weiterentwickeln will“. Auch Johannes Van den Bergh verlässt das Kleeblatt wieder.

Zumindest für letztere beide haben wir bekanntlich mit Maxi Wittek (21) einen direkten Ersatz geholt – zumindest nominell. Der junge Außenverteidiger kam ablösefrei vom TSV 1860 aus München, und ist wohl als Stammspieler links hinten gesetzt, eine Position also, die im 3-5-2 nicht gespielt wurde. Seine in jungen Jahren sehr große Erfahrung spricht dennoch deutlich für ihn – und seine Verpflichtung für eine Rückkehr zur Viererkette. Besonders bei Standards ist er darüber hinaus eine Waffe – ich persönlich freue mich sehr auf den Jungen! Ein klein wenig problematischer ist jedoch, dass er – meiner Empfindung nach – der einzige Linksverteidiger ist. Diese Lücke im Kader sollte definitiv noch geschlossen werden – ob mit einem erfahrenen Routinier als Backup oder einem weiteren Talent.

Ein Zeichen? Kleeblatt in Österreich unter dem Regenbogen!
Etwas, aber auch nicht allzu viel anders sieht es da auf der rechten Seite aus: Mit Khaled Narey (23) und Dominik Schad (20) stehen zwei junge Talente im Kader, die beide in der letzten Saison sehr gute Leistungen gezeigt haben. Dabei war Narey zumeist in der Rolle der ersten Option für die Außenverteidigerposition, ebenso wie für die Außenposition im 3-5-2. Gerade mit dem Ende der Saison hingegen hat sich Schad bekanntlich mehr aufgedrängt – und dem Jungen merkte man meiner Meinung nach kaum an, dass er seine ersten Schritte in der Liga unternimmt. Wer diesen Blog etwas regelmäßig verfolgt wird meine Position als Sympathisant von Dominik Schad bereits kennen – und so würde ich persönlich auch in der neuen Saison mit Schad als Außenverteidiger beginnen. Aber unabhängig davon, welcher der beiden Stammspieler wird: Der andere wird definitiv fürs erste die doppelte Backuprolle erhalten, und zur Not auch hinten links aushelfen müssen. Denn zumindest für hinten rechts steht mit Caligiuri ein weiterer Spieler im Kader, der diese Rolle bereits kennt. Allgemein jedoch – ich habe es bereits erwähnt – ist die Kadertiefe für die Außenverteidigerposition noch sehr dürftig – drei nominelle Außenverteidiger für zwei Positionen + Backups – ich erwarte mindestens noch einen Neuzugang auf dieser Position!

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Kennt unsere Farbkombination: Neuzugang Richard Magyar!

Anders sieht es in der Innenverteidigung aus: Selbst nach dem Abgang von Führungsspieler Franke sind wir dort ziemlich gut besetzt – auch mit Stammspielerpotential. Zum einen wäre da natürlich Kapitän Marco Caligiuri (33), der wohl zumindest zu Saisonbeginn gesetzt sein dürfte, immerhin wurde er für Darmstadt nicht als Ausfall gemeldet. Dennoch bin ich zumindest der Meinung, dass man im Laufe der Saison mit einem anderen Spieler auf dieser Position planen sollte: Auch wenn ich Marco für sehr sympathisch halte, sowohl sein Alter, als auch seine Anfälligkeit für plötzliche, gravierende Fehler sprechen nicht gerade für ihn. Dennoch ist er neben seiner Identität als Ex-Kapitän neben dem Feld auch auf dem Feld zuerst mal unverzichtbar – ist doch ein anderer noch verletzt: Richard Magyar (26) kam aus Schweden zum Kleeblatt, und verpasste gleich mal die halbe Vorbereitung. Dennoch denke ich durchaus, dass er sich noch zu einem wichtigen Teil der Mannschaft entwickeln kann – muss aber gestehen, durch die Verletzung kaum Eindrücke von ihm im Spiel zu haben. Anders sieht es bei Lukas Gugganig (22) aus, der zumindest zweifelsfrei fit ist. Für ihn spricht neben dem unbestrittenen Talent auch seine Körpergröße – bereits in der letzten Saison bei St. Pauli zum Beispiel sah man, dass er diese durchaus zu seinem Vorteil einsetzen kann. Allgemein traue ich dem Jungen zu, in eine Stammspielerposition hineinzuwachsen, wenn er ein wenig mehr Spielpraxis und dadurch Selbstvertrauen erhält. Die persönliche Motivation bei ihm dürfte hoch sein, ist das immerhin seine wohl letzte Chance beim Kleeblatt! Von daher bin ich so frei, und erhoffe mir einen Stammplatz zu Saisonbeginn für ihn – unrealistisch ist das auch nicht, denn immerhin heißt sein derzeit einzig fitter Kontrahent Stephen Sama (22), der jedoch im Verlauf der letzten Saison von einer großen Pechsträhne verfolgt war. Dennoch ist ihm – laut unserem Coach – ein gewisser Fortschritt nicht abzuerkennen, und als Backup hat er auch für mich einen berechtigten Platz im Kader des Kleeblatts. Und ganz neu, und daher von meiner Seite aus ohne jede Einschätzung, kam Mario Maloca (28) von Legia Danzig. Doch auch, wenn ich ihn noch nicht spielen sah: Ein aus der polnischen Liga geliehener, ehemaliger kroatischer Nationalspieler wird wohl kaum mit dem Anspruch auf Ersatzbank zum Kleeblatt stoßen. Dennoch wird er – wahrscheinlich – einige Tage benötigen, um in Spielform der deutschen 2. Liga zu kommen, ich würde zum Pokalspiel fest mit ihm rechnen. Dennoch freue ich mich auf ihn, der mit Erfahrung in Körperkontakt bekannten Ligen für sich werben kann!

Zusammengefasst ich uns auf der Verteidigerposition weitgehend gut aufgestellt. Besonders in der Innenverteidigung haben wir 5 Akteure, von denen ich persönlich außer Sama allen die zweite Liga zutraue, und mit eben diesem Sama sowie dem U23-Akteur Sollfrank einen breiten Stamm an Spielern, sodass selbst bei zwei Ausfällen gleichzeitig eine gute Innenverteidigerkonstellation auf dem Feld stehen wird – und auch ein dritter Ausfall hieße nur, dass man mit Sama einem beim BVB, VfB Stuttgart und Liverpool ausgebildetem Spieler vertrauen müsste. Auf der Außenverteidigerposition herrscht dagegen Bedarf an mindestens einem weiteren Backup, dann wären wir dort auch einigermaßen gut Aufgestellt. Qualitativ müssen dennoch die neuen Spieler zeigen, dass der Verlust von Franke vergessen gemacht werden kann – und das könnte, vor allem bei Gugganig, ein paar Spiele Zeit benötigen, die man ihm aber genauso geben sollte, wie sie Franke gegeben wurden.

Veränderungen beim Kleeblatt gab es nicht nur auf dem Rasen, sondern auch im Umfeld…

Mittelfeld und Sturm

Was Mittelfeldakteure angeht, benötigten wir unter Radoki zumeistmindestens 4, meistens 5 Akteure – und entsprechend viele Spieler haben auch einen gültigen Kontrakt mit dem Kleeblatt auf dieser Position. Auch hier gibt es einige neue Gesichter, immerhin sind auch mit Hofmann und Zulj nicht ganz unwichtige Mittelfeldakteure gegangen. Im Sturm waren wir dagegen meist allein mit Dursun aufgestellt, erst mit andauerndem Saisonverlauf gesellte sich öfter auch Berisha dazu. Dennoch gelangen zu wenig Tore, weswegen auf dieser Position nachgeholfen wurde – doch dazu mehr später. Anfangen will ich nämlich der Reihe nach etwas defensiver:

Das Mittelfeld

Und da bin ich mir fast sicher, dass einige aufmerksame Fans gerade mindestens innerlich anmahnten, dass Adam Pintér (29) in der Vorbereitungsphase die Stammposition in der Innenverteidigung einnehmen konnte – davon bin ich aber alles andere als ein Freund: Der Ungar, letzten Winter erst gekommen, hat meiner Meinung nach bereits zu gut die wichtige Rolle im defensiven Mittelfeld als Abräumer eingenommen, die nach dem Abgang von Andreas Hofmann noch mehr als vorher auf seinen Schultern lastet. Dazu kommen noch einige zum Teil furchtbare Fehler seiner Person als Innenverteidiger – man denke hierbei nur an das 0:2 in Kaiserslautern. Für mich steht fest: Adam gehört auf die Stammposition im DM, dort werden wir viel Spaß mit ihm haben! Der Stammplatz neben ihm ist dabei wahrscheinlich ebenso sicher: Jurgen Gjasula (31) nimmt zu 90% Wahrscheinlichkeit wieder die altbekannte Rolle des Regisseurs ein: Sich weit fallen lassen, den Ball in der eigenen Hälfte bekommen und klug nach vorne verteilen. Das ist sein Spiel, und ihn dort zu beschränken bzw. eine andere Rolle aufzuzwingen würde uns wahrscheinlich auch nicht gut bekommen. Bleibt zu hoffen, dass er mit der Vorbereitung wieder volle Leistung zeigt, und natürlich dass seine Verletzung nicht erneut ausbricht. Ersatz für diese Doppelsechs sehe ich vor allem in Patrick Sontheimer (19), dem Liebling der Fans: Der Junge Mittelfeldspieler ist zwar eher offensiv bedacht, jedoch durch seinen unermüdlichen Kampfgeist und seine starken, körperlichen Leistungen auch im defensiven Mittelfeld einsetzbar. Zudem hat er eine sehr gute Spielbeobachtung, die es zu fördern gilt! Dann, so denke ich, stehen die Chancen für ihn gut, in Zukunft einmal Jurgen Gjasulas Position zu erhalten.
Ich würde trotzdem sagen, dass uns noch ein weiterer Akteur auf dieser Position guttun würde. Auch hier haben wir wieder 3 Spieler für 2 Positionen, Kirsch und Cigerci als Alternativen höchstens für Gjasulas Kreativpart. Auf der anderen Seite könnte Caligiuri die Position nach vorne rücken, sollte sich mit Maloca, Magyar und/oder Gugganig ein Innenverteidigerstammduo bilden. Von guter Besetzung möchte ich hier dennoch nicht reden.

… und natürlich mit der neuen Haupttribüne!

Für die Position davor steht Benedikt Kirsch (21) in den Startlöchern, ist er doch meiner Meinung nach noch ein wenig mehr offensiv als Sontheimer – sowohl von seiner physischen Anlage her, als auch von der persönlichen Spielweise. Er ist ein Talent für die offensive Mittelfeldzentrale – eine nicht minder wichtige Position – und wird, davon gehe ich zumindest aus, dieses Jahr einige weitere Schritte in seiner Entwicklung gehen, trotz einer gewissen Stagnation zuletzt. Weiterhin offensiv ist Tolcay Cigerci (22) daheim: Dieser hat einen meiner Meinung nach großartigen Werdegang hinter sich, von einem vertragslosen Akteur über unsere Amateure bis zu den Profis mit entsprechendem Vertrag mittlerweile. Ich persönlich traue ihm durchaus zu, in den nächsten Wochen und Monaten weiterhin diese Entwicklung durchzumachen – hier kann man sich definitiv auf seine Zukunft freuen. Noch viel mehr freue ich mich aber auf Sebastian Ernst (22)! Der ebenfalls ablösefreie Junge, der aus Würzburg kam, konnte mich in den bisherigen Trainingsspielen mit seiner wunderbaren Wuseligkeit, sowie einem wirklich feinen Linksfuß sehr überzeugen – auch aus Würzburg hört man nur Gutes über unsere neue Nummer 15. Ich gehe sogar so weit und räume ihm die Möglichkeit eines sofortigen Platzes in der ersten Elf auf – dann nämlich, wenn ein weiterer Neuzugang auf den Flügel ausweicht: Nik Omladic (27) reihe ich auch mal ins offensive Mittelfeld, wenngleich er wohl öfters auf den Außen spielen dürfte. Doch ganz egal wo, der offensive Flügelspieler, der ablösefrei von Braunschweig kam, wird wohl auf allen Positionen der Offensive ein Gewinn für das Team sein. Bereits im Trainingslager deutete er seinen linken Zauberfuß an, und auf seine Aktionen im Spiel freue ich mich ganz besonders. Meiner Meinung nach ist er der beste Transfer des Sommers, und wird uns hoffentlich deutlich weiterbringen.
Ich denke, unser offensives Mittelfeld ist ganz gut aufgestellt. Sicherlich haben wir dort nicht mehr die Qualität eines Roberz Zulj, und sowohl Ernst als auch Cigerci sind noch Talente, die zweifelsfrei nicht sofort auf Top-Niveau spielen werden – lediglich Omladic traue ich dies zu. Geht man aber davon aus, dass meine angemahnte weitere Verstärkung im defensiven Mittelfeld noch kommt, und Sontheimer/Kirsch definitiv ins OM eingerechnet werden können, sind wir dort trotzdem stabil besetzt. Und wenn Omladic im OM spielen kann, ist es sogar eine mehr als überdurchschnittliche Besetzung!

Gut, das war gegen Zirndorf. Dennoch ist Dursun in Torlaune derzeit! Für seine Vorlagen müssen derweil andere sorgen…

Auf den Außen dagegen ist es das übliche Leid: Theoretisch können wir dort auch neben Omladic über gute Spieler verfügen: Sercan Sararer (27) und Mathis Bolly (26) verfügen über wahrhaft gute Voraussetzungen, fallen derzeit mal wieder verletzt aus. Und ich kann mir nicht helfen, ich empfinde für beide einfach nur großes Mitleid. Beide hätten große Anlagen zum überdurchschnittlichen Spieler, beide verpassten große Teile des Saisonstarts, Bolly fällt gegen Darmstadt mindestens aus, Sararer sogar die gesamte Hinrunde. Mit beiden ist folglich erstmal nicht zu rechnen. Und ehrlich gesagt, mittlerweile bin auch ich als Optimist zum Schluss gekommen, dass mit beiden wohl nicht mehr im Profifußball zu rechnen ist, zumindest nicht in Liga 2. Dagegen sehr wohl rechnen kann man mit Neuzugang Manuel Torres (26), vom KSC gekommen, wird wohl zu Saisonbeginn den Flügel bespielen. Auch er besticht durch gute Geschwindigkeit und einen gewissen Kreativgeist, und auch ihm traue ich einen gewissen Wuselfaktor zu. Auch in den Testspielen konnte er einen durchaus positiven Eindruck hinterlassen. Erstes Backup für die Außen dürfte wohl Daniel Steininger (22) sein, der in der letzten Saison zwar eine gewisse Entwicklung zeigte, jedoch zumindest zum Saisonende dennoch weit von dem Zweitliganiveau entfernt war, das für das Kleeblatt maßgebend ist. Für mich ist klar: Er muss diese Saison die entscheidenden, großen Schritte gehen – oder eben nach der Saison eine Station in Liga 3 finden. Genug Zeit für große Schritte dagegen hat David Raum (19), der darüber hinaus wohl über einiges mehr Talent verfügt. Auch er ist einer der Spieler, auf die wir uns freuen dürfen, und die wahrscheinlich einiges an Spielminuten sammeln werden über die Saison verteilt. Und, realistisch betrachtet, ihm spielen die Verletzungen von Sararer und Bolly durchaus in die Karten.
Summa summarum kommt man auf 5 Außenspieler, davon sind jedoch 2 wohl selten für eine längere Zeit fit. Nimmt man Omladic dazu, hat man 4 Spieler für 2 Positionen, je 2 Stammspieler und 2 Talente. Zusätzlich kann auch Veton Berisha auf der Position spielen – aber das wird wohl wahrscheinlich eine Systemfrage. Spielt Radoki mit einem Stürmer und drei zentralen Mittelfeldspielern ist z.B. die Wahrscheinlichkeit, dass Berisha und Torres auf Außen spielen und Omladic im Zentrum meiner Meinung nach groß. Insgesamt denke ich, dass wir hier auch gut aufgestellt sind. Abhängig von der Entwicklung von Steininger und Raum, oder auch von Derflinger, haben wir eine mehr als solide Anzahl an guten Außenspielern – zudem ja noch Khaled Narey und Dominik Schad dafür zur Verfügung stehen, wenn sie denn gerade nicht in der Verteidigung gebraucht werden.

Der Sturm

In der Vorbereitung noch Erfolgreich und hoffentlich bald Einsatzbereit: Philipp Hofmann!

Zuletzt fehlt noch eine Position: Das Sturmzentrum. Hier haben wir eigentlich zwei Kategorien an Spielern: Die Vollblutstürmer und die variablen Stürmer. Zu ersterer Kategorie zählt unbestreitbar Serdar Dursun (25), der letzte Saison wohl die größte Entwicklung nahm. Niemand in Deutschlands Fankurven kannte ihn, und aus der dritten Liga der Türkei wurde er unser erfolgreichster Stürmer – und glaubt man der Vorbereitung als Indikator, ist er weiterhin in absoluter Torlaune. Immerhin 3 Tore gegen Pilsen sprechen eine deutliche Sprache, und eine komplette Sommervorbereitung unter dem aktuellen Trainer können nochmal neue Schübe bereitstellen. Auf mindestens 8 Tore wird er es bringen, schätze ich. Ebenso viele Tore traue ich auch unserem anderen Vollblutstümer zu: Philipp Hofmann (24), für eine wirklich beachtliche Summe aus England gekommen, und mit seinen 1,96 eine wahre Kante im Sturm, der letzten Endes die Knipser-Fähigkeiten des Serdar Dursun mitbringt, und zusätzlich rein körperlich noch in einer ganz anderen Liga spielt. Gemeinsam auf dem Feld eine Waffe für Schlussphasen, doch aus dem Spiel heraus wird – so mutmaßen es zumindest die Pressevertreter unisono – ein spielstarker Stürmer die zweite Rolle einnehmen, so sie besetzt ist. Und derer haben wir auch mehr als einen im Kader: Veton Berisha (23), der jedoch kein gutes Jahr hinter sich hat. Dennoch ist er mit seiner Körperstärke und Ausdauer ein nie zu vernachlässigender Faktor – wenngleich auch für ihn gilt, dass er den Schalter vor dem Tor nun endlich umlegen muss. Ob und wie ihm das gelingt, liegt wohl gewissermaßen in den Händen von Radoki, vor allem aber von ihm selbst. Daneben existieren noch die Alternativen Sebastian Ernst und Mathis Bolly, die aber beide bereits vorgestellt wurden. Letztere sind in der offiziellen Homepage als Stürmer gelistet, meiner Meinung jedoch spielen beide eher auf den von mir vorgestellten Positionen. Aber, diese Entscheidung obliegt bekanntlich nicht mir, sondern Janos Radoki.
Alles in allem sind wir im Sturm durchaus sehr gut aufgestellt – was jedoch erneut eine Formationsfrage ist. Da wir aber kaum mit mehr als 2 Stürmern spielen, sollten wir für die meisten Positionen sehr gut gewappnet sein – und zudem steht zur Not auch immer noch Stefan Maderer aus der U23 in den Startlöchern und wartet auf seine Chance.
In der Offensive allgemein ist unser Personal gut Aufgestellt, denke ich. Wir haben sogar das „Luxus“problem, über drei Stürmer zu verfügen, die locker in der Stammaufstellung stehen können, und zwei wahre Knipser, von denen wohl nur einer Spielen kann!

Auf eine einzelne favorisierte offensive Aufstellung verzichte ich, ich gebe jedoch zwei Vermutungen ab: Gjasula, Pinter – Berisha, Omladic, Torres – Ernst, Hofmann/Dursun für die Variante mit drei zentralen Mittelfeldspielern, oder Pinter – Omladic, Gjasula, Torres – Ernst/Berisha, Hofmann/Dursun. Ich gestehe, das ist wenig konkret – die eine fundierte, konkrete Formation anzugeben kann ich aber derzeit nicht. Was aber auch positiv ist, war doch mehr taktische Variabilität eines der Ziele von Janos Radoki.

Fazit

Die Frage nach dem System ist dennoch mit die wichtigste, und sie ist wie erwähnt ungeklärt – mit ein Grund, warum ich mich für diese Form der Kadervorstellung entschieden habe. Grundsätzlich ist alles denkbar: 4-2-3-1, 4-1-2-1-2 (4-4-2 Raute), selbst 4-3-3 wäre möglich. Mehr dazu werdet ihr wahrscheinlich nächste Woche oder in der Pokalspielwoche von mir lesen, wenn die ersten Erkenntnisse aus dem Ligabetrieb eingetroffen sind. Lediglich für die Radoki-Dreierkette sehe ich derzeit in der Innenverteidigung nicht das Personal – bei drei Stamminnenverteidigern für diese Formation fehlt schlichtweg die Alternative auf der Bank. Insgesamt gesehen gehe ich – dem – der Vereinsführung entnommenen – Titel entsprechend – vorsichtig optimistisch, dass die Saison ziemlich positiv werden können. Voraussetzung dafür ist, dass es gelingt, die defensiven Abgänge von Gießelmann, und Franke effektiv vergessen zu machen – aber mit dem neu geholten und bereits vorher dagewesenem Personal sehe ich das zwar nicht vollends optimistisch, aber habe durchaus Vertrauen in Radoki und bin daher entspannt. Was die Offensive angeht, wird der Abgang von Zulj durchaus schmerzen, dennoch aber zu ersetzen sein. Ich denke sogar, dass die nun losgelöste Fixierung von einer Person im Angriff einige Vorteile bringen kann, und uns weniger ausrechenbar machen wird. Sollten wir noch ein Backup auf der Außenverteidigerposition, sowie eines für das defensive Mittelfeld verpflichten, so bin ich sehr gelöst. Gelöst im Sinne, dass wir uns meiner Meinung nach auch für das Spieljahr 2018/19 nicht mit Touren in die dritte Liga werden abfinden müssen.
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Unser Team 2017/18. Reicht es zum großen Erfolg?

Was jedoch ein anderes Thema ist: Die Zielsetzung nach Oben. Mit dem Motto „Gemeinsam Großes Schaffen“ wirbt bekanntlich das Kleeblatt für die Saison, und das lässt nur einen Schluss zu: Das Kleeblatt schielt mehr oder minder offiziell auf die Aufstiegsränge. Man kann dies nun gutheißen oder nicht – es wäre zumindest eine Ansage, ein klares Ziel, ein mutiger Schritt. Mit einem jungen, neuen Kader in die Saison gehen, und ein hohes Ziel verfolgen ist auf jeden Fall mutig, und ob der Kader für einen möglichen Aufstieg die nötige Nervenstärke und Coolness hat ist eine Frage, die ich nicht pauschal bejahen würde. Meiner Meinung nach wird zwar eher Platz 4-8 herauskommen – Ich persönlich halte das Ziel für nicht einmal so sehr fehlgetroffen oder gar unmöglich, ist doch der Konsens für diese Saison, dass sie absolut unberechenbar sein wird. Es fehlen klare Favoriten für den Aufstieg, also könnte praktisch ein jeder Verein der Liga in den ersten Rängen landen – auch das Kleeblatt, gerät es in einen Lauf. Gerade in der Verteidigung jedoch haben wir komplett durchgemischtes, junges Personal, sowie gleich zu Saisonbeginn eine kleine Verletzungsmisere, es wird also egal wie einige Wochen brauchen, bis dieses Team sich eingespielt hat, das sollte uns allen mehr als bewusst sein! Der Slogan „Gemeinsam großes Schaffen“ ist trotzdem auch ein Anspruch, an dem man sich wird messen lassen müssen. Und sollte das „Große“ nicht erreicht werden, würde gerechtfertigte Kritik entstehen, selbst wenn der Kader einen guten 5. Platz holt – damit muss man in der Vereinsführung rechnen, ich denke aber, unsere Führung ist diesbezüglich auch nicht blauäugig. Bis zu diesem eventuellen Zeitpunkt jedoch ist es nun unsere Aufgabe als Fans, hinter dem Team und dem Trainer zu stehen, und gemeinsam von den Rängen auch für eine gute Saison zu sorgen – und dabei zählt das Kleeblatt auf uns alle!

Und so hoffe ich, dass sich möglichst viele von euch am Samstag in Darmstadt einfinden werden, wenn wir zusammen den ersten Auswärtssieg der neuen Saison feiern! Und danach geht es in weniger Überlänge im gewohnten Rhythmus von Spielzusammenfassung und Spielvorschau weiter – ich freue mich darauf. Bis dahin, viele Grüße und ein schönes Wochenende an euch,

Danny!

PS: Ich möchte dennoch einer gewissen Vorberichtstradition nachkommen: Meiner Wunschaufstellung! Diesmal jedoch nicht für Darmstadt, sondern gewissermaßen für die Saison, unter dem Ideal der Verletzungsbefreitheit:

(4-2-3-1): Megyeri – Wittek, Maloca/Magyar, Gugganig, Schad – Pintér, Gjasula – Torres, Omladic, Sararer – Dursun.

Auch eine weitere Tradition möchte ich nicht missen: Die…

Gegnerstatistiken

Bilanz: 43 Spiele, 19 Siege, 11 Remis, 13 Niederlagen. Tordifferenz: 68:56
Letztes Aufeinandertreffen: Kleeblatt 1:0 Darmstadt (2. Bundesliga, 17.05.2015)
Saisonform: Darmstadt: —– ; Kleeblatt: —–

Mein Tipp: Darmstadt 1:2 Kleeblatt

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