Einen wunderschönen guten Tag, Kleeblattfans! Lange genug haben wir warten müssen bis es endlich passiert ist, aber am Sonntag war es so weit: Mit einem 3:1-Heimerfolg gegen Fortuna Düsseldorf hat unser Kleeblatt nach sechs Saisonspielen den ersten Dreier des Jahres geholt, und damit am Anfang einer englischen Woche ein wenig den Kopf aus der Schlinge gezogen. Doch – das haben englische Wochen nun mal so an sich – bereits morgen Abend geht es in Braunschweig weiter, bevor am Sonntag das emotional wichtigste Spiel des Jahres ins Haus steht – der Nachbar kommt zu Besuch. Und ganz ehrlich? Nach dem Spiel gegen Düsseldorf bin ich – getreu dem Motto des Blogs – wieder optimistischer!

Das letzte Spiel: Kleeblatt Fürth 3:1 Fortuna Düsseldorf

Denn nach nur einer Woche, in der der neue Coach des Kleeblatts, Damir Buric, die Mannschaft unseres Kleeblatts leiten konnte, hat eben diese Mannschaft im Spiel wieder in mehrerlei Hinsicht zu überzeugen gewusst:

Zum einen wäre da natürlich der Spielverlauf an sich. Sieht man mal von den ersten 20 Minuten des Spiels ab, in denen die Fortuna besser ins Spiel gefunden hatte (auf diese gehe ich später noch ein), haben wir über das restliche Spiel hinweg die Kontrolle und vor allem die Chancenhoheit innehalten können, und haben uns diesen Sieg somit mehr als verdient! Der Auftritt unseres Kleeblatts war eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Spiel in Dresden, der wiederum bereits verbessert war im Vergleich zum Spiel gegen den FC Ingolstadt. Man kann fast sagen, das Spiel war gegenteilig zu den vorherigen Spielen: Schwächer ins Spiel gekommen, aber immer mehr die Handlung an uns gerissen, und uns dann für diese Leistungssteigerung belohnt! So circa ab der guten Chance von Jurgen Gjasula, die zum Eckball geklärt wurde, verflog die Nervosität in unserer Mannschaft, die den Spielern – unter anderem Caligiuri – zuvor noch deutlich anzumerken war. In der Folge übernahmen wir klar die Kontrolle im Spiel, und haben uns innerhalb von 10 Minuten drei weitere gute Chancen herausspielen können: Cigerci und zwei Mal Green waren es, die den Ronhof aus der pessimistischen Stimmung hievten, die ob des Saison- und Spielstarts vorgeherrscht hatte. Und genau in die Phase, um nicht zu sagen direkt mit der nächsten Chance, erzielte der bisher glücklose Dursun das 1:0, und es war ein symptomatisches Tor:

Torjubel nach dem erlösenden 1:0 für das Kleeblatt Nordbayern.de/Sportfoto Zink/JüRa

Eine fehlgeschlagene Spieleröffnung von Gjasula wird geklärt, aber der gut postierte Narey holt den Ball ab, spielt ihn zu Sontheimer und dann weiter zu Cigerci. Währenddessen schirmt sich Dursun schon seit Cigerci den Ball erhält gegen Hofmann ab, und kann so den Pass erreichen und sich an diesem vorbeidrehen. Während Cigerci nach innen zieht, und so beide anderen Fortunen auf sich zieht, steht Dursun frei vor dem Tor und schießt mit 118 km/h purer Willenskraft ein. Das Tor zeigt in einer Szene, was sich seit Radoki verändert hat: Die Mannschaft kämpft und arbeitet mehr füreinander. Und wenn etwas schiefgeht, wie Gjasulas Pass, dann wird einfach weitergemacht! (Zur Fairness Radokis sei gesagt, dass ich fast gleiche Eindrücke schon zur letzten Rückrunde in diesem Blog kund tat – unter Radoki.) Vor allem jedoch wollte sie unbedingt dieses Tor erzielen, schon die unzähligen Abschlüsse davor zeugten von diesem Willen. Es machte einfach Spaß, unserem Kleeblatt dabei zuzusehen, wie es sich aus einer festgefahrenen Situation herauskämpfte und stürmte in diesen Minuten des Spiels, das 2:0 von Caligiuri – dessen erstes Tor nach 11 Jahren – war nur ein weiteres Beispiel dafür und zu diesem Zeitpunkt hochverdient. Auch dieses ist im Übrigen entstanden durch konsequente Aufmerksamkeit – in dem Fall durch Sontheimer, Konsequenz in den Offensivaktionen – in diesem Fall Caligiuri, der stürmerhaft einläuft, sowie natürlich fußballerischer Qualität, die man besonders der genauen Flanke von Cigerci ansah.

Es waren zwei Tore, die man sich erzwungen hatte, erarbeitet und erkämpft, und die daher auch wohl verdient waren – und dass es nicht schon nach 50 Minuten drei waren, lag nur am Linienrichter, der völlig verspätet und deplatziert das Tor von Cigerci wegen angeblichem Abseits verhinderte. Eine zumindest interessante Entscheidung war dann auch der Elfmeter für die Düsseldorfer, jedoch will ich darüber gar nicht so sehr reden – ebenso wenig über Gießelmanns erstes Tor im Ronhof seit dem 02.03.2014, damals gegen den FSV Frankfurt. Dass die Schlafmützigkeit beim Freistoß für Düsseldorf einfach nicht passieren darf, darüber sind sich alle Beteiligten einig – ein derartiger Fehler kann auch schon mal zu einer Spielwendung führen, von daher wird Damir Buric wohl einige Worte darüber verlieren. Ich jedoch widme mich lieber der Reaktion unseres Teams: Eine abgefangene flache Flanke der nun stürmischen Fortunen eine Kombination auf engem Raum auf der rechten Außenbahn, ein steiler Ball auf Sontheimer. Dann folgendes: Der Pass wird ins Aus gegrätscht, aber sofort ist das Kleeblatt gedanklich wieder ganz schnell bei der Sache, Sontheimer wirft ohne jeden Zeitverlust ein, als wäre der Angriff nicht unterbrochen, und Cigerci rennt seinen Laufweg weiter, sodass er den Einwurf bekommt. Was daraus folgt ist Geschichte: Eine gute Übersicht von – wem sonst – Cigerci, ein guter Laufweg von Dursun und ein wenig katastrophale Abwehrarbeit von Ayhan später sind wir mit 3:1 in Front. Es ist wahrscheinlich das beste Beispiel dafür, was sich nach kurzer Zeit – mindestens kurzfristig – gebessert hat: Ein Rückschlag heißt nicht mehr, dass man den Kopf in den Sand steckt, sondern dass man nur umso konzentrierter auf dem Feld ist. Es sind diese kleinen Szenen wie der schnelle Einwurf von Sontheimer, die ein komplettes Spiel entscheiden:

Zuschauer in der ersten Reihe: Die Spieler bei der Elfmetersituation Nordbayern.de/Sportfoto Zink/JüRa

Schießen wir hier kein schnelles 3:1, dann steht Fortuna mit Aufwind im Ronhof und wird zu 30 Minuten Sturmlauf auf das Tor von Megyeri blasen. So ist es der erste Versuch von Fortuna direkt nach dem Tor, der sofort zu einem Tor von uns führt. Die Message, die ausgeht ist klar: Selbst wenn ihr ein Tor schießt, schießen wir halt selber noch eins! Und die Folge dessen? Ab dem 3:1 versucht Düsseldorf zwar noch so manches, die einzig wirklich torgefährlichen Szenen sind aber dem Kleeblatt vorenthalten – vor allem Dursun und Sontheimer mit einer Doppelchance sind zu erwähnen.

Alles in allem war es ein gutes Spiel der Mannschaft – und dabei nicht nur von den offensichtlichen Akteuren. Und damit komme ich zu dem anderen, in dem die Mannschaft mich überzeugt hat: Nicht Cigerci und Dursun waren die großen Akteure unseres Kleeblatts beim Heimsieg, es war das Kollektiv. Etwas polemisch ausgedrückt war es das erste Mal in dieser Spielzeit, dass eine Mannschaft auf dem Feld stand, die füreinander kämpft und fightet, statt 11 Einzelspielern! Diese Mannschaft hat bewiesen, dass sie es qualitativ selbst mit guten Mannschaften in der Liga aufnehmen kann, und dass sie auch zusammen auf dem Feld stehen kann. Alsbald die Anfangsnervosität verflogen war sah man jeden Spieler jeden Zweikampf antreten, jeder Laufweg wurde gegangen, jedes Tackling wurde durchgezogen. Beispielhaft seien hier mal Sontheimer und Aycicek erwähnt: Ersterer machte durch seine Willensstärke und Verbissenheit ein hervorragendes Spiel, dass er sich leider nicht mit dem 4:1 versüßte. Dennoch gab er in jedem Zweikampf seinem Gegner unmissverständlich zu verstehen, dass er ein verdammt unangenehmer Zweikampfgegner ist – ob beim Stand von 0:0 oder 3:1. Aycicek war weniger der kämpferische Vorreiter, dafür war er absolut omnipräsent. Gestartet auf der Sechs/Acht neben Gjasula, war er auf beiden Flügeln ebenso zu sehen wie in manchen Situationen auf der Außenverteidigerposition, wenn Narey oder Wittek mal wieder im Offensivspiel zugegen waren. Auch dadurch kam eine große defensive Stabilität zum Vorschein, die im ganzen Spiel eigentlich nur in der Anfangsphase ernsthaft gefährdet war, ebenso wie ein sicheres Aufbauspiel über Aycicek und Gjasula.

Ohne jetzt abheben zu wollen – die Fortuna hat ein absolut miserables Spiel abgeliefert in Fürth, das steht fest und muss bei all dem bedacht werden – bin ich dennoch froh über die Performance am Sonntag. Froh über eine couragierte, engagierte und willensstarke Mannschaft, die auch als solche auf dem Feld stand, und ebenso über einen klar ersichtlichen Matchplan von Damir Buric, der auch vor ungewöhnlichen taktischen Maßnahmen nicht haltmachte (Sontheimer als falsche 9, Cigerci auf dem Flügel, Aycicek als 6/8). Und dieses Spiel machte mir persönlich eines: Hoffnung, dass von all dem nur wenig auf einen Trainerwechseleffekt zurückzuführen ist, und in diesem Team nun wirklich eine Qualität zum Vorschein kommt, die sie nicht zeigte bisher. Ich bin mir bewusst, das klingt ein wenig zu euphorisch wahrscheinlich, doch die Erdung könnte schon bald kommen:

Schöner Nebenaspekt beim Spiel gegen Fortuna: Wir haben nun die Spitzenreiterposition in der ewigen Tabelle der 2. Liga!

Das nächste Spiel: Braunschweig – Kleeblatt

Denn mit dem Braunschweiger Turn- und Sportverein Eintracht bekommen wir es mit einem Team zu tun, dass zuletzt immer besser als wir unterwegs war: Seit 2013, als Braunschweig den Aufstieg in die Bundesliga schaffte (und vor der Saison äußerte, „kein zweites Greuther Fürth“ werden zu wollen, nur um 2014 als zweites Fürth als Tabellenletzter direkt wieder abzusteigen), schafften sie jedes Jahr eine bessere Platzierung als unser Kleeblatt. Und in diesen drei gemeinsamen Zweitligajahren war alles dabei bei den Spielen beim BTSV: Remis (2:2, 2014/15), Sieg (1:0, 2015/16) und Niederlage (0:1, 2016/17) waren die Spiele, doch in jedem gingen die Braunschweiger eigentlich favorisiert in die Partie. Und auch dieses Jahr herrscht diese Ausgangslage: Im Nach-Relegations-Jahr überzeugte der BTSV bisher zwar nicht wie letztes Jahr, blieb aber dennoch bis zum heutigen Tag unbesiegt, und das als einziges Team der Liga (wofür wir mit dem Sieg gegen Düsseldorf sorgten!) – und ist derzeit in gewissermaßen beeindruckender Form: Vier Mal hintereinander hat der BTSV zuletzt 1:1 spielen können, mit Gegnern aus Aue, Lautern, Sandhausen und von Union Berlin. Die Situation dort ist klar unklar: Niemand weiß bisher so recht, was man von der Lage halten soll. Unentschieden gegen Union und Düsseldorf ist achtbar, gegen Sandhausen, Lautern und Aue sollte man eigentlich mindestens ein Spiel gewinnen. Spätestens nach der englischen Woche sollte man wieder gewonnen haben, um den Anschluss nach oben zu halten! Und dennoch steht man deutlich besser da als das Kleeblatt, dass… naja, ich denke nicht, dass ich noch einem von euch unseren Saisonstart erklären muss. Decken wir lieber den Mantel des Schweigens darüber.

Zuletzt in Braunschweig.SpVgg-Fuerth.com

Sei es wie’s sei, im Spiel in Braunschweig ist der BTSV zweifelsfrei der niedersächsische Verein in der Favoritenrolle, allein die Tabelle spricht hier klare Bände, vor allem die Spalte „Niederlagen“. Nicht nur die Form und der Saisonverlauf sprechen für den BTSV, auch die Tatsache, dass die Heimherren schon am Freitag spielen durften, noch dazu daheim, ist ein klarer Vorteil für den BTSV. Wichtig auf unserer Seite ist vor allem, dass Buric und die Mannschaft sich nicht durch das Ergebnis und das Spiel zu sicher fühlt, sondern vor allem auf den ersten 20 bis 30 Minuten schauen wird: Denn auch wenn die Nervosität eine große Rolle gespielt hat, so waren einige Fehler unübersehbar, und dürfen gegen Braunschweig nicht wiederholt werden. Ich bin mir zum Beispiel sicher, dass ein Nyman nach nicht mal einer Minute das 1:0 erzielt hätte, auch die ein oder andere Umschaltsituation wäre anders Verlaufen – dies hat der BTSV sowohl dieses als auch letztes Jahr deutlich besser gezeigt, als die Fortuna aus Düsseldorf es konnte (Beispielhaft eine Situation nach dem 1:0, als Wittek einen schlechten Pass auf Zimmer abgrätscht, das kann anders enden). Von daher würde ich fast dazu tendieren, gegen Braunschweig noch ein wenig mehr defensive Stabilität an den Tag zu legen – ein Auswärtsabendspiel in Braunschweig ist allein eine andere Ausgangslage wie ein Heimspiel. Ich tendiere dazu, mit einem Remis aus Braunschweig zufrieden zu sein, sodass wir ohne Niederlage unter Buric in das Spiel gegen Nürnberg gehen würden. (Als Fan sei mir im Gegensatz zu der Mannschaft hoffentlich erlaubt, mit dem Kopf bereits ein wenig im Derby zu sein.) Wichtig ist dabei nicht nur das Ergebnis, sondern ob und wie auch die Leistung gegen Düsseldorf auch in Braunschweig aufs Feld gelegt würde. Kurzpassspiel, Kombination auf engem Raum, Umschaltspiel – meine Neugierde ist groß, ob diese Elemente auch gegen einen besseren Gegner als die am Sonntag schwache Fortuna gut zum Tragen kommen. Sollte das gut gehen, dann können wir auch nach 30, 45 oder 60 Minuten noch versuchen, das Spiel wie gegen Fortuna in unsere Kontrolle zu bringen – von Beginn an so zu spielen jedoch wäre ein großes Risiko. Auch überraschende Formationen werden kaum eintrainiert worden sein – zum Zeitpunkt dieses Posts ist das Team immerhin bereits in Braunschweig, für große Trainingsstunden blieb wenig Zeit.

Personell würde ich persönlich auf wenige Änderungen setzen. Kontinuität ist genau das Element, das dem Kleeblatt in den ersten 5 Spielen der Saison gefehlt hat, und gerade in der Viererkette wird sich mit mehr Spielen in einer Formation eine größere Stabilität einstellen. Prinzipiell scheint Wittek – Caligiuri – Maloca – Narey eine gute Komposition zu sein, gerade Narey war auf seiner Stammposition als Rechtsverteidiger deutlich verbessert in seiner Leistung. Im Mittelfeld dürften wohl Gjasula in der Zentrale, sowie die Achse Aycicek, Green, Cigerci gesetzt sein (so sie denn fit sind) – gerade letzterer hat wirklich überzeugt. Gleichzeitig möglich ist natürlich, dass Torres in die Partie kommt, sollte einer der drei eine Auszeit benötigen. Auch eine Genesung von Omladic könnte eine Rolle spielen. Fraglich ist vor allem Sontheimer, der einen Nasenbruch erlitten hat – aber auch sein Ersatz, Pinter, ist bekanntlich angeschlagen. Dursun ist nach seinem Doppelpack wohl ebenso gesetzt, aber auch eine Schonung zu Gunsten von Hofmann ist eine Option.

Wie auch immer, eines wird es auf jeden Fall: Spannend. Zumindest um einiges Spannender, als man es noch vor zwei Wochen gedacht hätte! Und so wünsche ich euch allen viel Spaß, wie auch immer ihr das Spiel verfolgt, und verabschiede mich für heute von euch. Jedoch nicht ohne endlich wieder eine kleine Statistikabteilung und meinen Matchtipp einzufügen. Ansonsten wünsche ich noch eine schöne Woche – und wir lesen uns bald!

Danny

Garantiert ohne Wiederholung: Sercans Liebesaffäre mit der Eckfahne beim letzten Spiel in Braunschweig.

Mein Tipp: Braunschweig 1:1 Kleeblatt

Bilanz: 15 Spiele, 6 Siege, 4 Remis, 5 Niederlagen, Torverhältnis 19:14

Letztes Pflichtspiel: 05.04.2017: Kleeblatt 0:0 Braunschweig (2. Bundesliga)

Form: BTSV: SUUUU, Kleeblatt: NNNUS

Meine Wunschaufstellung: Megyeri – Wittek, Caligiuri, Maloca, Narey – Gjasula, Sontheimer – Green, Cigerci, Aycicek – Dursun

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